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311. Scabiosa canescens Waldst. et Kit. (= S. suaveolens Desf., = Asterocephalussuaveolens Wallr., = Asterocephalus canescens Spreng.). Graues Kr ätzkraut. Taf. 254,
Fig. 5.
Ausdauernd, 15 bis 60 cm hoch. Wurzelstock ästig, oft einen lockeren Rasen vonblühenden Stengeln und sterilen Blattrosetten treibend. Laubblätter der Blattrosettenlanzettlich, spitz, ganzrandig (selten mit einzelnen Zähnen), in den Stiel lang verschmälert,gegen die Basis zu gewimpert, sonst kahl. Stengel aufrecht oder aufsteigend, einfach odermit wenigen kurzen Aesten, kahl oder sehr kurz-flaumig. Stengelblätter etwas gewimpertoder ganz kahl, einfach fiederspaltig mit lineal-lanzettlichen, 2 bis 4 mm breiten, ganzrandigenAbschnitten; die untersten oft nur gelappt oder selbst ungeteilt. Köpfchenstiele massiglang, angedrückt kurz-flaumig. Köpfchen 1,5 bis 2,5 cm breit. Hüllblätter eilanzettlich,kurz zugespitzt, kürzer als die Blüten, fast kahl. Blüten hellblauviolett (Taf. 254, Fig. 5 a),selten rötlich, weiss oder gelblichweiss, stark (nach Orchideen) duftend, aussen flaumig; dierandständigen strahlend, bis 1 cm lang. Früchte reichlich behaart, eiförmig, 8-furchig (Taf. 254,Fig. 5b). Fruchtköpfe eiförmig (Taf. 254, Fig. 5 c). Saum des Aussenkelchs schüsseiförmig,1,5 mm breit. Kelchborsten nur doppelt so lang, gelblichweiss oder gelbgrün. — VII bis XI.
Stellenweise auf sonnigen Hügeln, an buschigen, steinigen Stellen, auf Sandflächen, inlichten Föhrenwäldern, auf Heide- und Steppenwiesen, Triften, ausnahmsweise auch auf Kultur-land übergehend. Gern auf Kalkböden. Ziemlich verbreitet durch Deutschland (im Nord-westen und in Ostpreussen jedoch fehlend) und Oesterreich; fehlt in der Schweiz.
In Deutschland in der Ebene ziemlich verbreitet durch Baden und Bayern (jedoch nicht oben inden Alpentälern, in der obern Hochebene nur bei Grünwald und Haching), zerstreut durch Sachsen, Thüringen,Posen, Schlesien (häufig), Brandenburg und Westpreussen (bis Berent, Kulm). Erreicht bei Neuhaldensleben—Klötze—Dömitz—Lübtheen—Röbel—Neubrandenburg—Usedom—Wollin die Nordwestgrenze; im Elsass nichtsehr verbreitet (am häufigsten im Hardt- und Kastelwalde), in der Rheinprovinz nur zwischen Mainz undBingen; fehlt auch im ganzen Gebiet des Jura, in Württemberg, in Lothringen, im nordwestdeutschen Flach-land und in Ostpreussen. In Oesterreich im zentralen Böhmen, in Mähren sowie im östlichen Niederösterreich;in Oberösterreich bei Steyr und auf der Welser Heide, aber nicht in Südsteiermark und kaum in Krain. Inder Schweiz noch nicht beobachtet (angeblich nach O.Wolf am Mont d'Orge bei Sitten?), aber hart ausser-halb der Landesgrenze auf dem Isteinerklotz bei Basel sowie am Golfe de Condree in Savoyen.
Allgemeine Verbreitung: Dänemark, Gotland, Schweden, Deutschland, öst-liches Frankreich, Oesterreich-Ungarn, Oberitalien (fehlt im Alpengebiet vollständig).
Aendert wenig ab: f. virens Wallr. Pflanze kahl (Westpreussen). — Diese auf das wärmere undtrockenere Gebiet von Mittel-Europa beschränkte Art, wurde früher wegen der grossen Aehnlichkeit öfters(z. B. in Westpreussen) mit Scabiosa Columbaria verwechselt. Von der letztern unterscheidet sie sich un-schwer durch die ganzrandigen Rosettenblätter, die kürzeren, gelblichweissen oder gelblichgrünen Kelchborstensowie durch den süsslichen Duft. Ueber die Begleitpflanzen und Einwanderung vgl. Bd. III, pag. 313 und 363.— S. canescens ist gynomonoecisch, viel seltener gynodioecisch mit ausgesprochen proterandrischen Zwitter-blüten. Die Staubbeutel sind ursprünglich intrors; während des Oeffnens führen sie aber eine Drehung um90° aus. Der Pollen ist weiss, warzig, kugelig oder elliptisch. Bei Regenwetter und Nachts nicken dieKöpfchen (Blütenschutz).
312. Scabiosa Hladnikiana 1 ) Host. Krain er Krätzkraut.
Ausdauernd, 20 bis 70 cm hoch. Wurzelstock ästig, blühende Stengel und verlängerte,beblätterte Blattsprosse treibend. Stengel aufrecht oder etwas aufsteigend, einfach oderin wenige sehr verlängerte Aeste geteilt, unten dichter, oben spärlicher flaumig, bis überdie Mitte beblättert mit 6 bis 8 Blattpaaren. Laubblätter beiderseits (unterseits dichter)kurz weich-flaumig; die unteren eiförmig, in den Stiel rasch zusammengezogen, gekerbt,
J ) Benannt nach Franz X. Hladnik, Direktor des Gymnasiums zu Laibach, geb. 17/3, gest. 1844,einem verdienten Erforscher der Krainer Flora.
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