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Kelchborsten (Fig. 155 m) noch unterstützt wird. Dadurch wird erzielt, dass die reifen, ausfallenden Früchtchennicht sofort zu Boden sinken, sondern durch die Luftströmungen weiter geführt werden, was der Pflanzebezüglich ihrer Verbreitung zugute kommt.
Von Missbildungen kommen in Betracht: achselständige Blüten, Bildung sekundärer Blütenköpfchenin den Achseln der Hüllblätter, gefüllte Blüten (durch Petaloidwerden der Staubblätter), Vergrünung der Blüten,nicht strahlende (aktinomorphe) Randblüten, Ausbildung des fünften (hinteren) Staubblattes etc. Bei S. atro-purpurea fand Steinheil an Stelle des Aussenkelches zwei Laubblättchen mit je einer Achselknospe, ein Beweisfür die Vorblattnatur des sog. „Aussenkelches".
1. Alle Laubblätter lineal oder lineal-lanzettlich, ganzrandig (Fig. 165d). S. graminifolia nr. 308.1*. Laubblätter niemals lineal......................... 2.
2. Grundständige Blätter und Blätter der Blattsprosse ungeteilt und ganzrandig (Fig. 166 a) . . 3.2*. Grundständige Blätter und Blätter der Blattsprosse gekerbt, gelappt oder verschiedenartig geteilt. 5.
3. Stengelblätter fiederteilig mit sehr grossem Endabschnitt. Saum des Aussenkelches bis zur Mitte4-Iappig. Nur auf dem Krainer Schneeberge...............S. silenif olia nr. 310.
3*. Stengelblätter fiederteilig mit nicht vergrössertem Endabschnitt oder ungeteilt. Saum des Aussen-kelches ungeteilt.................................4.
4. Blätter der Blattsprosse länglich bis eilanzettlich. Kelcbborsten wenig länger als der Aussenkelch.
S. canescens nr. 311.
4*. Blätter der Blattsprosse und untere Stengelblätter spateiförmig. Kelchborsten 4-mal so lang als
der Saum des Aussenkelches (Fig. 165 f)..................S. Vestina nr. 309.
5. Blüten gelblichweiss...................S. ochroleuca nr. 315.
5*. Blüten lila, ausnahmsweise weiss...................... 6.
6. Stengelblätter büschelhaarig, besonders unterseits fast samtig, leierförmig, mit sehr grossemEndabschnitt; nur die obersten fiederspaltig. Nur in Krain und in Steiermark . . S. Hladnikana nr.312.
6*. Stengelblätter nicht samtig, höchstens die untersten leierförmig...........7.
7. Kelchborsten gekielt, d. h. neben der Mittelrippe noch ein schmaler Hautsaum vorhanden(Fig. 166d). Laubblätter glänzend, kahl oder wenig behaart...........S. lucida nr. 313.
7*. Kelchborsten stielrund (Taf. 254, Fig. 4d) oder fehlend. Pflanze behaart. S. Columbaria nr. 314.
308. Scabiosa graminifolia L. (= Asterocephalus graminifölius Spreng.). Gras-blätteriges Krätzkraut. Ital.: Scabiosa a foglie di gramigna. Fig. 165 a bis d.
Ausdauernd, 10 bis 50 cm hoch. Wurzelstock holzig, kriechend, zahlreiche kurz-kriechende Stämmchen treibend. Stengel aufsteigend, stets einköpfig, dicht angedrückt,fast seidig-behaart, beblättert. Alle Laubblätter grasartig, lineal, 2 bis 5 mm breit, 1-nervig,ganzrandig (Fig. 165d), zugespitzt, beiderseits (unterseits dichter) anliegend, fast seidig-behaart. Köpfchen gross, 3 bis 6 cm breit. Hüllblätter eilanzettlich, lang, zugespitzt, kürzerals die Blüten, dicht anliegend behaart. Blüten blaulila bis hellblau; die randständigenviel grösser und stark strahlend (Fig. 165 b) und 2 cm lang, alle aussen anliegend behaart.Früchte 5 mm lang, vom Grunde bis zur Spitze dicht zottig. Saum des Aussenkelchesflach (Fig. 165 c), 3 bis 4 mm breit, vielnervig. Kelchborsten wenig länger als der Aussen-kelch. — VII, VIII.
Zerstreut im Felsschutt und an steinigen, buschigen Stellen der südlichen Kalk-alpen; von der Talsohle bis in die Voralpenregion (100 bis 1100 m); zerstreut von der Süd-schweiz bis Krain. Fehlt in Deutschland gänzlich.
In Oesterreich in Südtirol ziemlich verbreitet, so im Rinassicotale im Nonsberg, bei Salurn,Margreid, Stenico, im Vestino-Tal, Ampola-Tal, auf dem Bondone und Kalisberg bei Trient, bei Kronmetz(Mezzocorona), Lavis, Maranza, Marzola, Borgo, Ospedaletto etc., auf dem Monte Tatoga in Primör und über-all in der Umgebung von Arco und Riva. In Kärnten nur im Kanaltale bei Leopoldskirchen, in Krain auf demNanos. In der Schweiz im südlichen Tessin, besonders um den Luganer See (Monte Salvatore).
Allgemeine Verbreitung: Katalonien, Pyrenäen, Südfrankreich, Westalpen(nördlich bis zum Grand Veymont und ganz vereinzelt in den Genfersee-Alpen), Tessin,Südtirol, Kärnten, Krain, Kroatien, Italien, Dalmatien, Serbien, Montenegro, Bosnien,Herzegowina.