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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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stiele angedrückt-flaumig und zerstreut abstehend langhaarig. Köpfchen gross, 3 bis 4 cmbreit. Hüllblätter eilanzettlich, spitz, flaumig und gewimpert. Blüten pfirsichrot; die rand-ständigen strahlend (Fig. 164ei). Kelch mit 8 bis 16 Borstenstrahlen. Früchte 4,5 bis 5 mmlang, behaart (Fig. 164 f). V bis VIII.

Selten an Waldrändern, buschigen Stellen der Voralpen (von 400 bis 1200 m). NurinOesterreich und zwar in Niederösterreich (Semmering), Steiermark (Wald, oberes Murtalund Seitentäler, Bachergebirge, südsteierisches Bergland) und in Krain (Cerna prst, Unter-krain). Fehlt in Deutschland und in der Schweiz vollständig.

Allgemeine Verbreitung: Niederösterreich, Steiermark, Krain, Kroatien.

Bastarde sind in der Gattung Knautia schon wiederholt beobachtet worden, davon im Gebietefolgende: 1. K. arvensis (L.) Coult. X K. silvatica Duby (= K. sam bucif ölia Briquet). Von K. arvensisdurch breitere und lappig-eingeschnittene Laubblätter, von K. silvatica durch schmälere, gegen die Spitze ver-breiterte, fiederlappig-eingeschnittene Laubblätter verschieden (Schweiz, Steiermark). 2. K. arvensis (L.)Coult. X K. Go d eti Briquet (= K. Kohleri Briquet), Bellely im Berner Jura. 3. K. arvensis (L.) Coult.X K. drymeia Heuff. (= K. ramosfssima Szabö, = K. silvatica var. perneglecta Beck) in Mähren, vielleichtauch in Niederösterreich und in Steiermark. 4. K. silvatica (L.) Duby X K. drymeia Heuff. (= K.Badensis Szabö, = K. lancifölia Beck nee Heuff.) in Niederösterreich. 5. K. Baldensis Kern. X K.Ressmanni (Hladn.) Borb. (= K. decalväta Borb.) am Monte Baldo.

DCCXIV. Scabiösa 1 ) L. em. Necker (= Aster ocephalus Adam). Krätzkraut.

Ein-, zweijährige oder ausdauernde, am Grunde mitunter verholzende Pflanzen.Blüten zwitterig, in langgestielten, von einer mehrblätterigen Hülle umgebenen Köpfchen(Fig. 155 k). Blütenboden gewölbt bis halbkugelig, zur Fruchtzeit oft walzlich (Tai 254,Fig. 4 c), dicht mit lineal-lanzettlichen, einnervigen, bleichen Spreublättern besetzt (Taf. 254,Fig. 5 c). Blumenkrone mit kurzer Röhre und ungleich 5-zipfeligem Saum (Taf. 254, Fig. 5a);die randständigen Blüten meist grösser und strahlend. Aussenkelch an der Frucht walzlich,der ganzen Länge nach oder nur oben 8-furchig, mit breitem, vielnervigem, flach schüssei-förmigem Saum (Taf. 254, Fig. 4d und 5 b). Innenkelch aus 5 am Grunde miteinander ver-bundenen Borstenstrahlen bestehend (Fig. 165 f und 166 d), selten verkümmert oder fehlend.Narbe 2-teilig.

Die Gattung umfasst etwa 80 Arten, die hauptsächlich im Mittelmeergebiet (hier auch strauchigeArten, z. B. S. Cretica L.) verbreitet sind. Einzelne Arten reichen bis Nordeuropa und bis Indien. Als Zier-pflanze ist seit langer Zeit die im westlichen Mittelmeergebiet heimische einjährige Scabiösa atropur-pürea L. (Le regardez-moi" der alten französischen Gärten) mit samtig-schwarzvioletten und weissnarbigen oderweissen, rötlichen, gestreiften Blüten sehr beliebt; sie wird ab und zu auch als Gartenflüchtling beobachtet.Als Stammpflanze wird S. maritima L. angesehen. Neuerdings hat die sehr grossblütige S. Caucäsica Bieb.aus dem Kaukasus als Schnittblume Eingang gefunden.

Blütenbiologisch verhalten sich die Skabiosen ganz ähnlich wie die Knautien, mit dem einzigenUnterschied, dass ihre Blüten 5-zählig sind. Noch mehr als bei Knautia wird die Auffälligkeit des Blüten-köpfchens bei den Skabiosen durch die grossen, strahlenden Randblüten erhöht; am auffallendsten unter denheimischen Arten bei der südeuropäischen S. graminifolia (Fig. 165 a). Die Randblüten sind in der Regel starkproterandrisch, die mehr zentral gelegenen fast homogam. Uebrigens kommen auch bei Scabiösa rein weiblicheBlüten vor. Diese Blüten sind etwas kleiner als die Zwitterblüten und zeigen die Verkümmerung der mann.liehen Organe in verschiedenen Abstufungen. Durch das fast gleichzeitige Reifen der Antheren und Narbenan den mittleren Blüten wird eine Befruchtung mit eigenem Pollen durch ein über das Köpfchen kriechendesInsekt auch dann noch erzielt, wenn Fremdbestäubung, z. B. wegen schlechten Wetters, ausgeblieben ist.

Bei keiner Dipsaceengattung ist die Wirkung des Aussenkelchsaumes als Fallschirm für die Früchtchenso in die Augen fallend als gerade bei Scabiösa, wo sie durch die bei trockenem Wetter wagrecht spreizenden

') = Krätzkraut;Grind, Krätze [Scabies]).

von lat. Scabies = Krätze, Grind (die Pflanze diente früher als Heilmittel gegen