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Zerstreut in lichten Bergwäldern, an buschigen Abhängen, in Holzschlägen, inSchluchten, Karfluren, an Bächen der Alpen, Voralpen und des Schweizer Jura, von derTalsohle bis über 1800 m (im Wallis bis 2100 m, in Graubünden [Puschlav] bis 2300 m,in Tirol bis 1900 m, in Bayern bis 1860 m). Ausserdem vereinzelt auf der schweizerischenHochebene (z. B. bei Aadorf, um Winterthur, am Belpberg bei Bern), auf der obernbayerischen Hochebene, im württembergischen Oberland, im Bodenseegebiet, in der Baar,und vereinzelt im Schwäbischen Jura (um Tuttlingen, Fridingen, auf dem Dreifaltigkeits-berg bei Spaichingen, um Ehingen, Beuron etc.); jedoch dem Schwarzwald und den Vogesenfehlend. Mit Vorliebe auf Kalk.
Allgemeine Verbreitung: Pyrenäen, Auvergne, Alpen, Appennin, ßeskiden,Karpaten, Illyrische Gebirge, Balkan.
Aendert wenig ab: f. macrophylla Arcangeli. Laubblätter sehr gross, kahl. Hieher auch subf.pilösa Bolzon. Aehnlich, aber die Laubblätter unterseits filzig behaart. — f. näna Nicholson. Strauch niedrig.Laubblätter unterseits und Blütenstiele behaart. — f. semiconnäta Zabel. Laubblätter oberseits tief dunkel-grün, unten heller und behaart. Krone aussen behaart. Fruchtknoten zuweilen nur zur Hälfte verwachsen.— var. phaeäntha Rehder. Krone braunpurpurn, aussen drüsig-behaart. Laubblätter etwas schmäler, spärlichdrüsig-behaart (Sehr selten).
L. alpigena gehört stellenweise in den Voralpen und Vorbergen, besonders im Buchenwald, zu dencharakteristischen Bestandteilen des Waldes und erscheint dort oft als Unterholz in Gesellschaft von Salixgrandifolia, Rubus Idaeus, Rosa pendulina, Euonymus latifolius, Sambucus racemosa, Lonicera nigra, DaphneMezereum, Ilex aquifolium, Polygala Chamaebuxus, Luzula maxima, Aconitum Vulparia (Bd. III, pag. 503),Dentaria enneaphyllos, Mercurialis perennis, Geranium silvaticum, Aspidium filix mas und A. spinulosum etc.In Niederösterreich bildet wie für viele Voralpengewächse das Triestingtal die Nordgrenze; doch hat sichder Strauch auf dem Eschenkogel des Anninger bei Mödling als Relikt aus einem ehemals dort bestandenenAlpenpflanzengarten lange Zeit erhalten.
258. Lonicera caerulea L. (= Xylösteum caeruleum Dum., = Caprifölium caeruleumLam.). Blaue Heckenkirsche. Ital.: Ciliegia alpina cerulea, gaudeletta (im romanischenGraubünden: Teissa blo [Bergün] oder lonicera blova [Bergell]). Taf. 252, Fig. 1 und Fig. 139.
60 bis 80 (130) cm hoher, aufrechter Strauch mit hellbraunen, von Mark erfüllten Zweigen.Rinde frühzeitig in Streifen sich ablösend. Knospen oft zu 2 bis 4 übereinander (Fig. 139),spitz, fast rechtwinklig abstehend. Laubblätter kurzgestielt, oval oder verkehrt-eiförmig,gegen die Basis kurz verschmälert, meist abgerundet stumpf, ganzrandig, in der Jugend± behaart, zuletzt meist kahl, unterseits bläulichgrün, oft mit verwachsenen Nebenblättern.Blüten paarweise auf sehr kurzem Stiel in den Blattwinkeln, + hängend. Blütenstiel kürzerals die Blüte, behaart oder kahl. Vorblätter borstlich-lineal, gewimpert, am Grunde mit-einander verwachsen. Fruchtknoten eines jeden Blütenpaares vollständig miteinander ver-wachsen. Kelch mit kurzen gewimperten Zähnchen. Blumenkrone 10 bis 15 (20) mmlang, kaum 2-lippig, fast regelmässig, gelblichweiss, aussen + behaart; Kronröhre innenbehaart. Staubblätter so lang oder wenig länger als die Krone. Frucht eine fast kugelige,über 1 cm lange, schwarze, blaubereifte Beere. — VI, VII.
Ziemlich häufig und verbreitet auf humosem Boden in den Wäldern, an felsigen,buschigen Stellen, im Knieholz, Grünerlen-, Alpenrosen- und Heidelbeergebüsch, seltenerauch auf Mooren der Alpen und Voralpen (in Bayern bis 2000 m, in Tirol bis 2100 m, imWallis bis 2000 m, im Engadin bis 2350 m, am Parpaner Rothorn [alter Krüppelstrauch]sogar noch bei 2630 m). Fehlt in den Alpen von Niederösterreich.
Ausser den Alpen im Schweizerischen Jura, im württembergischen Oberland im Oberamt Wangen(Isny, Neutrauchburg, Schweinebach), vereinzelt auf der bayerischen Hochebene (westlich vom Lech nichtselten; östlich Wies bei Steingaden, um Weilheim, Altenau), im Bayerischen Wald (Riesloch bei Bodenmais)und früher im Fränkischen Jura (Unterhausener Pfarrwald bei Neuburg a. D). Fehlt im Schwarzwald, in denVogesen und in den Sudeten gänzlich.