Druckschrift 
6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
Entstehung
Seite
233
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

233

Gallmücken verursachen an zahlreichen Galiu m - Arten Gallbildungen. Besonders häufig sind dievon Dasyneüra (Pern'sia) gälii H. Loew erzeugten, bis 10 mm grossen, rundlichen oder länglichenschwammigen Anschwellungen der Sprossachse (Fig. 125 a), inderen Höhlung sich die gelblichen bis orangefarbenen Larvenfinden. Der enge, spalten- oder sternförmige Eingang zur Larven-kammer ist mit steifen, langen, nach innen gerichteten Haarendicht besetzt. Zur Verwandlung begibt sich die Larve in die Erde.Andere Arten derselben Gattung verursachen sehr auffallende,ananasartige Gallen an der Sprossspitze. Geschlossen bleibendeBluten, die nur wenig grösser als die Knospen sind, werden durchdie Gallmücke Schizomyia galiörum Kieff. erzeugt. Bemerkens-wert ist, dass die Innenwand dieser Galle regelmässig mit Pilz-myzel ausgekleidet ist, das wahrscheinlich für die Ernährung derLarve von Bedeutung ist. Andere, bedeutend grössere Blütengallenwerden durch die Gallmilbe Eriop hy es gali ob ius Can. hervor-s n ^r/ig. 125 b). Das Innere dieser bis 15 mm langen und

8 mm brei 'en Galle trägt in der Regel zahlreiche Auswüchse( mergenzen). Vergrünung der Blüten (an Stelle der verschiedenen

lutenkreise finden sich zahlreiche, eine dichte Rosette bildendeLaubblättchen) wird teils durch Gallmilben, teils durch Blattläuseverursacht. ~ Eriophyes gälii Karp. erzeugt Randrollung derBlatter, oft verbunden mit Drehung oder Krümmung der Blatt-flache und mehr oder minder starker, abnormer Behaarung.

e ' Asperula- Arten kommen ähnliche Sprossspitzen- und Blüten-gallen vor; die Erreger sind verwandte, aber andere Arten als beiValium (Dr. Ross, München).

123. Fam.

Caprifoliäceae 1 ).

gewächse.

Geissblatt-

Fig. 125. a Sprossgallen an Galium verum, ver-ursacht durch Dasyneüra galii H. Loew.b Blütengallen an Galium Mollugo, verursacht-, durch Eriophyes galiobius Can. c Blatt-

rast durchweg (zuweilen windende) Holz- gallen an Viburnum Lantana: rechts kopf-CreWäcllSe mit t r förmige Beutelgallen von Eriophyes viburni

' 1U gegenständigen, einfachen, ungeteilten Nai., links Parenchymgaiien von oiigotrophus

Oder ZUSammpilmmof,* T iii..,, v J, Solmsii Kieff. d Missbildung des Blattrandes

ai f Vi men g esetzte n Laubblattern, ohne oder mit an Lonicera Xy iosteum duTch EriophyesDrusen, Haare oder Schüppchen (Fig. 138a) xyiostei Can.

er en Nebenblättern. Blüten einzeln oder zu zweien, häufiger jedoch zu grösseren trug-doldigen Blütenständen vereinigt, strahlig (Taf. 250, Fig. 3a, Fig. 126d und Fig. 131h)oder seitlich symmetrisch (Taf. 252, Fig. 2a). Kelch- und Blumenblätter meist je 5, ver->en (hig. 126d und Fig. 131h). Kelch ganz oder halb oberständig, zuweilen sehr klein,meist mit kurzer Röhre und 5 kurzen Zipfeln (Taf. 250, Fig. 3b und 3c). BlumenkronefrT^n Strahlig und rad " bis präsentiertellerförmig (Taf. 250, Fig. lb und 2b), auch glockigF" 4 ' ^ °^ er a ^ er sertncn symmetrisch, schief trichterförmig bis 2-lippig (Taf. 251,Bl Ki n Knospenlage meist dachziegelig. Staubblätter in der Regel so viele wie

Fi^iaiS rt"' der Kronr °hre eingefügt (Taf. 251, Fig. 2 b), meist 5 (bei Linnaea 4; vgl.P °, , ' ' e ' v- Fruchtblätter 2 bis 5, zu einem unterständigen, 1- bis 5-fächerigenZahl der 0 ? 11 VerWachsen ( Taf - 25 °- Fig. 3 c, Fig. 126d und Fig. 131h). Griffel 1 oder der... ' iat ter entsprechend. Fruchtknoten in jedem Fach 1 bis mehrere zentral-

ein" Beer" (t' ? gende Sa menknospen tragend (Taf. 250, Fig. 3c und Fig. 131g). Fruchtp. ni -p. ' Fig. 3 a ) oder eine fleischige, 1- bis mehrsteinige Steinfrucht (Taf. 250,

' . ' °' e '' seltener eine Kapsel (Diervilla). Samen mit kleinem, geradem Keimlingmit Dtr h i gem Nährgewebe ( Ta f- 250, Fig. 1 e und Fig. 131 f).

. 1ESe mit en Rub 'aceen sehr nah verwandte Familie umfasst 12 Gattungen mit ca. 150 Arten, die. ' n eirms ch sind; doch kommen Arten von Sambucus L., Viburnum L., Lonicera L., Dier-

ron. und Abelia R. Br. auch in Amerika vor. Symphoricarpus Juss. ist ganz auf') Nach Lonicera Caprifolium benannt. Vgl. diese Art pag. 258.