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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
Entstehung
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(Fig. 123 b). Blüten meist einzeln, selten in dreiblütigen Trugdolden (Fig. 123 c) in den Blatt-achseln, die Tragblätter nicht überragend. Blumenkrone kaum 1 mm breit, grünlichweiss.Blütenstiele glatt, gleich nach dem Verblühen bogig nach abwärts gekrümmt. Frucht zwei-knotig, verhältnismässig gross, 3 mm lang und 5 bis 6 mm breit, mit fast kugeligen,dicht mit spitzen, blasigen Höckern besetzten Teilfrüchtchen (Fig. 123d). VI, VII.

Stellenweise und meist vorübergehend auf Aeckern aus Südeuropa eingeschleppt.In Deutschland in Schlesien bei Oppeln und Woischnik, in der Pfalz bei Eilerstadtund Erpolzheim, hie und da in Sachsen, angeblich bei Dillenburg in Hessen-Nassau, ehemalsauch bei Frankfurt a. d. Oder etc. In Oesterreich mehrfach bei Teschen in Schlesien,in Mähren (Znaim, Brunn, Freiberg). Ab und zu auch in der Schweiz.

Allgemeine Verbreitung: Südeuropa, Syrien; eingeschleppt auch in Mitteleuropa.

244. Galium Aparfne 1 ) L. Klebkraut. Franz.: Gaillet gratteron, gratteron rieble,gleton; engl.: Cleavers, goose-grass, Robin run the hedge; ital.: Attaccamani, Attacca-

veste, speronella. Taf. 249, Fig. 1.

Die Namen dieser Pflanze beziehen sich fast ausnahmslos darauf, dass sie mit Hilfe ihrer Widerhakenklebt, haften bleibt (klebt, vgl. Klette): Klief, Klefertjes (Ostfriesland), K He wen (Oldenburg), Klime(Göttingen), Kläwer, Klebgras, Klette (Nahegebiet), Klauban (Oberharz), Klawe (Riesengebirge),Klaber, Klabergräs (Nordböhmen), Klebern, Klebling (Tirol), Klebal (Niederösterreich), Zaun-kleber (Kärnten), Kleiba (Schwäbische AlbJ, Klebra, Klebbknöpf, Klettbolla (Algäu), Klib(er),Kläwerle, Klebri (Elsass), Chläb, Chläbara, Chlibere, Chlättera [zuklettern"] (Schweiz); Pap-pet e (Schwäbische Alb); Pick er (Böhmerwaid), Pickaling, Pickade s-Gr a s [bayer.-österr. picken = kleben,vgl. Pech!] (Niederösterreich); Hafta (Altbayern), Haftemasch [zuhaften"] (Oesterreich); Laus (Eger-land, Nordböhmen), Chläblüs (Solothurn); Düwelsdrät, Klimmup (Ostfriesland). Da sich die Pflanzebesonders gern an Zäunen hinaufrankt (reitet"?), heisst sie im Niederdeutschen Tunrank (Schleswig),Tünri, Tünrid (Mecklenburg), Tunrider (Lübeck), Tünriche, -rigge (Westfalen), Tunrideken(Waldeck); Kraup düorn Tun [vgl. Glechoma hederacea] (Westfalen). In dem Westfälischen Riche, Riggeerscheint der zweite Bestandteil von Tünriche, -rigge für sich allein. Im romanischen Graubünden heisst diePflanze regua (Puschlav); dieser Name gilt auch für Cuscuta.

Einjährig, 30 cm bis 1,5 m hoch. Stengel liegend oder klimmend, ästig, scharfvierkantig, oft fast geflügelt, mit langen Stengelgliedern, an den Kanten durch abwärtsgerichtete Stachelchen rauh (Taf. 249, Fig. 1 a) und sich überall anhängend, an den Ge-lenken verdickt, steifhaarig, sonst kahl. Laubblätter zu 6 bis 9 quirlig, aus keiliger Basislanzettlich, 3 bis 8 mm breit, stumpflich, stachelspitz, oberseits zerstreut kurz-borstig oderkahl, am Rande und unterseits von rückwärts gerichteten Stachelzähnchen rauh. Blütenin armblütigen, blattwinkelständigen, gestielten Trugdolden. Blumenkrone 2 mm breit,weiss oder grünlichweiss, mit spitzen Zipfeln. Blütenstiele bis zur Fruchtreife nicht zurück-gekrümmt, gerade, etwas spreizend. Teilfrüchte 4 bis 7 mm lang, kugelig, dicht mithakigen Borsten besetzt (Taf. 249, Fig. 1 b). V bis XI.

Ueberall in Gebüschen, an Zäunen, in Auen, auf Aeckern, wüsten und bebautenPlätzen; von der Ebene bis in die Voralpen (in Bayern bis 1040 m, im Wallis bis 1J00 m,in Graubünden [Schutthaufen beim Berninahospiz] 2309 m) häufig.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (in Skandinavien bis 68° 56'nördl. Breite), Nord- und Westasien bis Beludschistan, Sibirien, Zentralasien, Himalaja;eingeschleppt auch in Nord- und Südamerika (bis zur Magellanstrasse und bis Chile).

Aendert ab: var. hirsütum Beckm. Stengel und Laubblätter langhaarig (Westfalen). var.intermedium (Mer.) Briquet. Teilfrüchtchen kahl (Selten in der Schweiz).

Galium Aparine ist ein typischerSpreizklimmer", der ohne Ranken u. dgl. mit Hilfe der wagrechtabstehenden Aeste und ihrer rückwärts gerichteten Stachelchen allenthalben leicht haften bleibt und im Getreide,

') Vgl. Asperula Aparine, pag. 200.