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Blüten kleiner (Schweizer Alpen und Jura). Hieher dürfte wohl auch Galium 0r6genumH.Br. gehören. -var puberulum Briquet. Wie vorige var., aber die Pflanze im unteren Teile kurzhaarig (Alpen von Wallis,Ravellenfluh im Jura). — var. Sud e ticum (Tausch als Art). Laubblätter mehr lineal, nach vorn kaum ver-breitert. Blüten in armblütigen Trugdolden (Sudeten).
229. Galium Hercynicum 1 ) Weigel (= G. saxatile [L.] Fl. Wett.). HerzynischesLabkraut. Franz.: Gaillet des rochers. Fig. 120a und b.
Ausdauernd, zahlreiche liegende, beblätterte Stämmchen und aufsteigende, (5)10 bis 30 cm hohe, blühende Stengel treibend. Stengel vierkantig, kahl. Laubblätter meistzu 6 quirlig, die unteren verkehrt-eiförmig, stumpf, fein stachelspitz, die mittleren verkehrt-eilanzettlich, die oberen lanzettlich, kurz zugespitzt, stachelspitz, alle kahl, glatt, flach,nur am Rande von feinen Stachelzähnchen etwas rauh, einnervig, mit feinem Adernetz.Blüten in armblütigen Trugdolden, die zu einer oft unterbrochenen, schmalen Rispe zu-sammengestellt sind. Blütenstiele aufrecht, etwas länger als die Blüten. Diese 2 bis 3 mmbreit weiss, mit eiförmigen, spitzen, aber nicht in eine haarfeine Spitze ausgezogenenZipfeln. Frucht 1,5 mm lang, dicht mit feinen, spitzen Warzen besetzt (Fig. 120b). — VII.VIII.
Zerstreut in lichten Wäldern, an Waldrändern, sonnigen Hügeln, in Holzschlägen,auf feuchten, steinigen, kurzgrasigen Triften (gerne mit Nardus stricta), besonders aberauf Heiden und in Mooren, namentlich auf kieselhaltigem Boden. Verbreitet durch Nord-d Mitteldeutschland bis an den Fuss der Alpen. Steigt im Riesengebirge bis ca. 1300 m,Bayer.Wald (Arber) bis 1450 m, im Schwarzwald (Feldberg) bis 1495 m hinauf.
In Deutschland häufig in den Vogesen, im Schwarzwald (Feldberg 1495m) und Odenwald,sowie in allen mitteldeutschen Gebirgen, ferner im Flachlande bis nach Schleswig (auf den Friesischen Inselnjedoch nur auf Borkum), nach Osten zu seltener werdend und in Posen, Ost- und Westpreussen ganz fehlend.Fehlt auf der bayerischen Hochebene sowie in den Alpen vollständig. In O e st erreich nur in Böhmen imGebiet des Erzgebirges (hier selten unter 650 m), Elbsandstein-Gebirges, Lausitzer-, Iser- und Riesengebirges.In der Schweiz fehlend (sicherlich nicht im Engadin und nicht bei Chur).
Allgemeine Verbreitung: Südliches Skandinavien, Dänemark, Deutschland,Böhmen, Belgien, Niederlande, Frankreich, Nordspanien, Britische Inseln.
G. Hercynicum ist ein atlantischer Typus mit weiter Verbreitung in Europa. Bezeichnend ist dieArt namentlich für den westlichen Teil des norddeutschen Heidegebietes, wo sie in den verschiedensten For-mationen der Heide auftritt.
230. Galium Helveticum Weigel nee Rchb. Schweizer Labkraut. Taf. 249, Fig. 5.
Ausdauernd, 2 bis 10 cm hoch. Wurzel zahlreiche rasige, oft im Felsschuttkriechende, kurzgliederige Stämmchen treibend. Stengel liegend oder aufsteigend, scharfvierkantig,' kahl, glatt. Laubblätter meist zu 6 quirlig, verkehrt-eilanzettlich bis spatelig,kurz zugespitzt und mit kurzer Knorpelspitze, dicklich, einnervig, hellgrün, beim Trocknennicht schwarz werdend, glanzlos, am Rande von feinen Börstchen rauh, sonst kahl. Blütenin kurzen, armblütigen Trugdolden. Blütenstiele 2 bis 3 mm lang. Blüten 2,5 bis 3 mmbreit, gelblichweiss, mit eiförmigen, spitzen, aber nicht in eine borstliche Spitze ausge-zogenen Zipfeln (Taf. 249, Fig. 5 a). Frucht 2 mm lang, sehr fein gekörnelt, fast glatt,auf herabgebogenen Stielen stehend (Taf. 249, Fig. 5 b. — VII, VIII.
Im Felsschutt der Kalkalpen (2000 bis 2900 m), da und dort mit den Flüssen indie Täler herabgeschwemmt.
In Deutschland im Gebiet der bayerischen Alpen zwischen 2000 und 2600 m ziemlich verbreitet,ferner herabgeschwemmt am Lech bei Rieden und Lechbruck und an der Isar bei Tölz, Wolfratshausen undGrünwald ob München, Alpach bei Tegernsee. In Oesterreich verbreitet in den nördlichen Kalkalpen undKitzbühler Alpen, von Vorarlberg, Tirol (am Arlberg bei St. Anton bis 1300 m hinab) und Salzburg, ostwärts
') Nach dem Harzgebirge benannt.