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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Tafel 249.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Galium Aparine (pag. 228). Blütenspross.

1 a. Stengelteil mit Klimmborsten.

1 b. Frucht.

2. Galium silvaticum (pag. 209). Blütenspross.

2 a. Frucht (vergrössert).

2 b. Frucht im Längsschnitt.

2 c. Untere Teile der Pflanze.

3. Galium Mollugo (pag. 212). Blütenspross.

3a. Blüte (vergrössert).

3b. Blüte im Längsschnitt (vergrössert).

Fig. 3c. Frucht (vergrössert).

4. Galium asperum (pag. 217). Habitus.

4 a. Blüte von oben (vergrössert).

4b. Blüte von der Seite (vergrössert).

4c. Frucht (vergrössert).

5. Galium Helveticum (pag. 219). Habitus.

5 a. Blüte von oben (vergrössert).

,, 5 b. Frucht (vergrössert).

6. Galium verum (pag. 215). Blütenspross.

6 a. Blüte im Längsschnitt.

Laubblätter zu 4 bis 8 (meist zu 6) quirlig, lineal-lanzettlich, über der Mitte ambreitesten, 1 bis 3 mm breit, in eine lange Stachelspitze endigend, an dem durch feine Zäckchenetwas rauhen Rande meist etwas zurückgerollt, zart, hellgrün, unterseits mit schmalem,glänzendem Mittelnerv, die untersten Laubblätter kurz elliptisch-eiförmig. Blüten in schmalerlockerer Rispe mit kurzen, armblütigen, abstehenden Aesten. Blütenstiele haardünn, spreizend,etwas länger als die Blüten. Blüten 2 mm breit, in der Regel mit haarfein verlängerterSpitze und zugespitzten Zipfeln, meist trübrot. Frucht 1 mm lang, feinkörnig, zuletztschwärzlich (Fig. 118 b). VII, VIII.

An steinigen, buschigen Stellen, Waldrändern, auf Wiesen, an Wegrändern, beson-ders in den südlichen Alpentälern von Kärnten, Tirol und der Schweiz, stellenweise bis indie Alpenregion (2000 m). Fehlt in Deutschland vollständig.

In Tirol im Süden westlich des Eisack und der Etsch ziemlich verbreitet, ferner auch um Andraz,Buchenstein, im Fleimsertale, bei Mezzano und Primör und im Vestino-Tal, sowie um Trient; reicht nordwärtsbis ins Martell-, Schnalser- und Passeiertal und bis Brixen. Bei Innsbruck (Berg Isel-Hohlweg) wohl nur verschleppt.In der Schweiz verbreitet im Tessin und südlichen Graubünden, bei Zwischenbergen im Wallis, ferner inder Schöllenen und am Walensee.

Allgemeine Verbreitung: Südschweiz, Tirol, Ober- und Mittel-Italien, Korsika,Sardinien.

Galium rubrum zeigt einige abweichende Formen: var. pilösum Duby (= var. pilfgerum H. Br.,= var. scaberrimum Hausm., = G. rübidum Jord.). Stengel im unteren Teile abstehend behaart (Zerstreut).var. scabricaüle H. Br. Stengel von vielen Zäckchen rauh (Auf dem Kalisberge bei Trient und bei Nomiin Südtirol). var. pseu do-o b h'quum H. Br. Blüten weiss. Stengel kahl (Mehrfach in Südtirol). var.obh'quum (Vill.) Briquet. Blüten weiss. Stengel unten behaart (Angeblich bei Trient in Tirol und beiGöschenen und Leuk im Wallis). var. Ley b öldii H. Br. Zipfel der Blumenkrone spitz oder zugespitzt,ohne Haarspitze. Blüten rot. Stengel kahl (In Tirol im Gebiet des Brenner, bei Waidbruck, Kastelruth, Seis,Trient, S. Giacomo am Monte Baldo).

225. Galium verum L. Echtes Labkraut. Franz.: Gaillet jaune, caille-lait jaune,fleur de Saint-Jean; engl.: Yellow galium, Lady's bedstraw; ital.: Caglio giallo, presuolo,

erba zolfina. Tai 249, Fig. 6.

Nach frommem Volksglauben ist das gelbe Labkraut das Stroh, mit dem die Muttergottes die Krippedes Jesuskindes auspolsterte (vgl. auch Thymus Serpyllum, Hypericum perforatum): Laiwe (Frauen) Bedde-strau (Westfalen), Herrgottsbettstroh (Eifel), Unserer lieben Frau Bettstroh (bayrisch-öster-reichisch), Muttergottesstroh (Altbayern). Andere Bezeichnungen sind: Goldrägen [vgl. Sülverrägenfür G. Mollugo] (Juist), Landschnit [blüht, wenn imLande" derSchnitt" d.h. die Ernte ist] (Nordböhmen),gelber Brein, Margaretlein (Böhmervvald), Harz- Brest e(n) (Zürich), Konkla, Kunk elnägala,Wiesakönkala (Schwäbische Alb).

Ausdauernd, (10) 30 bis 100 cm hoch. Wurzelstock walzenförmig, kriechend, Ausläufertreibend. Stengel aufsteigend oder aufrecht, stumpf vierkantig, kurzflaumig oder kahl.