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Kulturen bewirken, richtet sich nach dem Grade und nach der Dauer der Infektion. Trockene Zeitenbegünstigen die Entwicklung des Schmarotzers. Bei intensivem und frühzeitigem Auftreten der O. ramosa aufTabak verliert der letztere nach Koch zuweilen die Hälfte seines Gewichtes, und der Ernteausfall schwanktzwischen '/» und '/*• Die Tabakpflanzen bleiben klein, die Blätter werden gelb. Die etwas widerstandsfähigerenHanfpflanzen zeichnen sich nach erfolgter Infektion durch Verlängerung der Blütezeit, durch kümmerliche Blütenund durch Verlangsamung der Samenreife aus. Der O. minor, die zuweilen in grossen Massen in Kleefeldern■auftritt, können selbst die kräftigsten und widerstandsfähigsten Kleepflanzen auf die Dauer nicht standhalten,und der zweite Kleeschnitt ist in der Regel verloren. Uebrigens ist O. minor in einzelnen Gegenden (z.B.in Oberbayern) sehr spärlich vertreten und wird dort gewissermassen durch O. gracilis ersetzt. In Deutsch-land machte sich der Schmarotzer zuerst in der Rheinprovinz ca. 1830 unliebsam bemerkbar, bedeutend später(18/0 bis 1880) auch in den südlichen Teilen von Baden und Württemberg, in beiden Gegenden wohl aus derSchweiz eingeschleppt. Als die besten Mittel zur Hintanhaltung der Orobanchen in den Kulturen werdene mpfohlen: Gründliche Vertilgung des zuerst stets sporadisch auftretenden Schmarotzers, Verhütung der Ver-schleppung und Samenausstreuung desselben, sowie Wechsel der Kultur und Verwendung von reinem Saatgut. —Von Missbildungen wurden schon verwachsene Stengel, Verwachsung von Blüten, Pelorien, gespaltene Oberlippen,Anklänge zur Petalodie der Staubblätter, selten auch eine Vermehrung der Karpelle etc. konstatiert (Dr. Hegi).Unsere heimischen Orobanche-Arten gehören zwei mitunter auch als Gattungen angesehenen Sektionenan : 1. Triöny chon') Wallr. Blüten von einem grösseren Tragblatt und zwei kleinen, gegenständigen Vor-blättern gestützt. Kelch röhrig, ungeteilt, 4-, selten 5-zähnig (O. ramosa bis O. arenaria). .2. OsproTeonWallr. Blüten bloss von einem Tragblatt gestützt, ohne Vorblätter. Kelch in zwei 1- oder 2-zähnige, vorn°ft mit einander vereinte Hälften gespalten (O. caerulescens bis O. Hederae).
1. Kelch röhrig-glockig, 4-zähnig, ungeteilt. Jede Blüte von einem Tragblatt und 2 kleinen seit-lichen, oft dem Kelch angewachsenen Vorblättern (Fig. 81 f, g) gestützt (Triönychon)........2.
1*. Kelch aus 2 seitlichen, vorn zuweilen miteinander verbundenen, 2-spaltigen Blättern bestehend.Jede Blüte nur von einem Tragblatt gestützt, ohne Vorblätter (Fig. 82b und e) (Ospröleon)..... 5.
2. Stengel ästig. Blüten 10 bis 17 mm lang. Staubfäden am Grunde etwas behaart. Besonders-auf Tabak und Hanf........................O. ramosa nr. 154.
2*. Stengel einfach ............................ 3.
3. Antheren wollig behaart (Fig. 81h). Blüten 26 bis 35 mm lang. Selten; auf Artemisia campestris
O. arenaria nr. 157.3*. Antheren kahl.............................4.
4. Stengel besonders oben weisswollig behaart. Blüten stark nach vorn gekrümmt. Aeusserst selten1n Niederösterreich..........................O. caesia nr. 155.
4*. Stengel nicht weisswollig. Blüten nur schwach gekrümmt (Fig. 81 c). Auf Achillea-und Artemisia-'' rten ..............................O. purpurea nr. 156.
5. Blüten einfarbig blauviolett, gegen den Grund zu weisslich. Kronröhre bogig nach vorn gekrümmt,unter der Einfügung der Staubblätter bauchig erweitert................... 6.
5*. Blüten nicht einfarbig blauviolett. Blumenkrone unter der Einfügungsstelle der Staubblätter ver-schmälert, über derselben erweitert..........................7.
6. Oberer Teil des Stengels. derTragblätter und des Kelches weisswollig. Selten; auf Artemisia campestris
O. caerulescens nr. 158.
6 . Oberer Teil des Stengels, Tragblätter und Kelch drüsenhaarig oder kahl. Aeusserst selten in
1>rol auf Artemisia alpina..................." . . . . O. cernua nr. 159.
/. Rückenkante der Blumenkrone (von der Seite gesehen) gerade oder schwach konkav oder konvex
eruberlippe plötzlich fast winkelig nach abwärts, zuletzt oft wieder nach aufwärts gebogen .... 8.
uckenkante der Blumenkrone vom Grunde bis zur Spitze ziemlich gleichmässig gekrümmt. 15.
- erlippe der Blumenkrone mit dunklen (purpurroten oder violetten) Drüsenhaaren besetzt. 9.
erlippe der Blumenkrone mit hellen Drüsenhaaren besetzt............ 10.
„ .. . a deutlich nervig, getrocknet meist braun. Staubfäden am Grunde behaart, an der
Spitze sowie der Griffel r«.;^i, ^ •■ - .
reich d rusig. Auf verschiedenen Labiatae (besonders Thymus-Arten). O. alba nr. 171.
,,.,,," er undeu tlich nervig getrocknet meist schwärzlich. Staubfäden am Grunde kahl oder
spärlich behaart, oben wie dpr c -te i ■ -
, _. drittel spärlich drüsig. Auf Compositae (besonders Carduus- und Cirsmm-Arten) und Dipsaceae.......................O. reticulata nr. 1 7 2.
10. Blumenkrone gelblich-weiss, violett geädert, 8 bis 22 mm lang........... 11.
10 . Blumenkrone rötlich oder gelblichbraun, gegen den Saum zu meist braunviolett, 20 bis 35 mm lang. 13.
l ) Vom griech. TQBig [treis] = drei und övvt [Onyx] -Nagel; wegen der dreispitzigen Antheren.