Tafel 245.
Erklärung der Figuren.
Rg.
1. Orobanche alba (pag. 149).la. Androeceum und Oynaeceum.
1 b. Fruchtknoten mit Griffel und Narbe.
2. Orobanche gracilis (pag. 148).
2 a. Zwei Staubblätter.2 b. Ein Kelchblatt.
2 c. Reife Fruchtkapsel.
2d. Querschnitt durch den Fruchtknoten.
2e. Ein Drüsenhaar.
3. Orobanche flava (pag. 145).
4. Globalaria Willkommi (nr. 189).
Fig
4a
Fruchtknoten im Längsschnitt.
»
5.
Globalaria cordifolia subsp.(nr. 190).
»
5 a.
Kelch.
1)
5 b.
Ein äusseres Tragblatt.
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5 c.
Ein inneres Tragblatt.
)»
5d.
ßlumenkrone (aufgeschnitten).
»
6.
Globularia nudicaulis (nr. 191).
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6 a.
Kelch.
>?
6 b.
Ein Tragblatt.
»1
6 c.
Zwei Vorblätter.
cordifolia
für O. ramosa] (Hannover: Alte Land), Hanftod (Ober-Elsass); Tüfelschrut (Graubünden), Franzosen(diese Bezeichnung wird mit der Anwesenheit der Franzosen in der Schweiz zu Ende des 18. Jahrhunderts inZusammenhang gebracht), Schelme (n)-Chrut (Schweiz). In Tirol, Oberösterreich und Kärnten gilt die1 Hanze als Aphrodisiacum für die Kühe (damit sie „stieren") und heisst dort dementsprechend Stierkraut."" e gen dieser Anwendung und weil die Pflanze den Milch- (und Schmalz-) Ertrag erhöhen soll, heisst sie inOesterreich Kühbutter, Milchkraut, S chm alz w urz'n.
Nicht grün gefärbte, auf den Wurzeln anderer Pflanzen schmarotzende, ein- oder mehr-jährige, spargelartig aus dem Boden hervortretende Kräuter. Eigentliche Wurzeln fehlend.Stengel aufrecht, einfach oder in wenige aufrechte Aeste geteilt, gelblich, braun oder violett.T/aubblätter schuppenförmig, nicht ausgehöhlt. Blüten in endständigen Trauben oder Aehren,selten einzeln, in den Achseln schuppenförmiger Tragblätter; ausserdem am Grunde der Blüteoft 2 Vorblätter vorhanden (Fig. 81b). Kelch röhrig, verwachsenblätterig, 2- bis 5-zähnig oder in
vorn verbundene, 1- bis 2-zähnige Hälften geteilt. Blumenkrone röhrig, 2-lippig, mit ungeteilteroder 2-lappiger Oberlippe und 3-lappiger Unterlippe (Fig. 88d), lange bleibend, zuletzt ring-förmig über dem Grunde abreissend. Staubblätter 4, 2-mächtig, in der Kronröhre verschiedenhoch eingefügt (Fig. 81 d). Antheren bespitzt. Fruchtknoten 1-fächerig mit 4 Plazenten.Frucht kapselig; die Klappen am Grunde und an der Spitze oft verbunden bleibend (Taf. 245,
l S- 2 c). Samen sehr klein, mit lockerer, aus kammerigen, porösen Zellen bestehender Schale.
Die Gattung umfasst ca. 100 Arten, von denen die Mehrzahl in Asien und in Europa, wenige auch
Nordafrika und in Nordamerika heimisch sind. Alle Orobanche-Arten sind ausgesprochene Schmarotzer,
■eche die Wurzeln der Wirtspflanzen befallen und im unteren Teile ihres Stengels mit der Wirtspflanze
vollständig verschmelzen. Ueber dieser Stelle ist der Stengel oft knollig verdickt und erzeugt zuweilen Adventiv-
uzeln, welche zapfenförmige Haustorien entwickeln, die die Wurzeln der Nährpflanze aussaugen. Die von
lrtspflanze aufgenommenen Nährstoffe werden von den Orobanchen in Stärke verwandelt und als solche
gespeichert. Ist diese reichlich vorhanden, so kann der allerdings sehr seltene Fall eintreten, dass eine
neue noch nach dem Absterben des Wirtes zum Blühen kommt; im allgemeinen stirbt die Sommerwurz
r ahrpflanze ab. Aus der Luft nehmen die Orobanchen nur Sauerstoff (doch niemals Kohlensäure) auf
und geben Kohlen
Arten sind auf ein
auf Epheu, O. arenaria
einer Familie (Orobanche lutea
saure ab. Bezüglich der Wahl der Wirtspflanzen herrscht keine bestimmte Regel; nur wenigee einzige Nährpflanze angewiesen, so z. B. Orobanche Salviae auf Salvia glutinosa, O. Hederae
auf Artemisia campestris. Hingegen bevorzugen viele Orobanchen zahlreiche Artenund O. gracilis viele Leguminosen, O. Teucrii und O. alba viele Labiaten).
' nanzen aus den verschiedensten Familien; so wurde Orobanche ramosa mit Sicherheit
innabinaceen, Solanaceen, Labiaten, O. minor auf 58 verschiedenen Labiaten, Scrophu-
en schmarotzend angetroffen. Auf Monokotylen, Gymnospermen und Farnpflanzen
wurden noch keine Orobanchen beobachtet. Die meisten Orobanchen lassen sich auf ihren Nährpflanzen leicht
kultivieren. O. minor und ramosa können auch auf Gartenpflanzen (Pelargonien, Coleus, Heliotropium, Stylidium,
* enlla, Fuchsia) durch Ausstreuen der S an ,«„ „„ j
cl tarnen gezogen werden.
Blütenbiologisch sind die Orobanchen homogame, seltener proterogyne Insektenblumen, welche am
Grunde der Staubfäden oder des Fruchtknotens an lebhaft gelbgefärbten Stellen Honig absondern und von
Bienen bestäubt werden. Honigraub durch Anbeissen der Blumenkrone am Grunde wurde schon mehrfach