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endständigen, gedrungenen Traube. Tragblätter lanzettlich, die unteren fiederspaltig, dieoberen gekerbt. Kelch wie die Tragblätter oft purpurn überlaufen, eiförmig, aufgeblasen,an den Nerven langhaarig, kurz fünfzähnig mit ganzrandigen Zähnen. Blumenkrone17 bis 18 mm lang, kahl, purpurrot (sehr selten hellrosa-lilafarben mit dunkelroten Adern[f. lilacina E. Steiger] oder weiss); die Röhre doppelt solang als der Kelch. Oberlippefast gerade, vorn plötzlich abgestutzt, ungeschnäbelt; die Unterlippe nicht gewimpert. Diebeiden längeren Staubfäden bärtig. Kapsel fast doppelt so lang als der Kelch, eilanzett-lich, bespitzt. — VI bis VIII.
Auf Wiesen, Weiden, feuchten Stellen der ganzen Alpenkette, von ca. 1800 bis 2800 m;nicht selten in tiefere Lagen (bis 900 m) herabsteigend.
Allgemeine Verbreitung: Arktisches Gebiet von Europa, Asien und Amerika,Sierra Nevada, Pyrenäen, zentralfranzösische Gebirge, Alpen, Karpaten, Apenninen, Gebirgeder nördlichen Balkanhalbinsel.
Diese in den Alpen weit verbreitete Art zeigt eine ausgeprägte Vorliebe für Gramineen, speziell fürSesleria caerulea. Ein Lieblingsstandort der Art ist die „Sesleria-Halde" (vgl. Bd. I, pag. 269).
141. Pedicularis palustris L. Sumpf-Läusekraut. Franz.: Tartarie rouge; engl.:Tall red rattle, marsh-lousewort. Taf. 243, Fig. 4 und Fig. 68.
Der Name Lauskraut (auch mundartlich) soll sich darauf beziehen, dass ein Absud des Krautesgegen die Läuse des Viehes verwendet wird. Auch wächst die Pflanze vorzüglich auf sumpfigen, schlechtenWiesen, auf denen das Weidevieh leicht „lausig" wird, d. h. nicht genügend Nahrung findet, erkrankt und dannleicht dem Ungeziefer zum Opfer fällt. Nach Form und Farbe der Blüten heisst die Art auch Hänekopp,Hänekam (Ostfriesland), Stiefeln (Böhmerwald, Niederösterreich). Suugtidj en (Hannover), Zizelsauger(Egerland) beziehen sich wohl darauf, dass die Kinder aus der Blütenkrone den Honig heraussaugen (vgl. Lamium).Als Halbschmarotzer (vgl. Euphrasia, pag. 83) führt die Pflanze mit Recht Namen wie Wolf (Ostpreussen), Wiesen-wo 1 f (Pommern), Wolfskraut (Kärnten), Streuteufel (Zürcher-Oberland). Rodel, Rodelkraut, Sumpf-rodel (mundartlich wohl kaum gebräuchlich!) soll auf die in den Kelchen klappernden („raffelnden") Samengehen. Zu Kläp (Bremen), roter Klaffer (Egerland), Doofkletter [für P. silvatica] (Mark) vgl. unterAlectorolophus (pag. 102).
Zweijährig, 4 bis 50 cm hoch. Wurzel spindelig, faserig. Stengel hohl, traubig- bisrispig-ästig, aufrecht, kahl oder fast kahl. Laubblätter gestielt, fiederteilig mit kleinen, länglichen,
gekerbten bis fiederig-ge-lappten Abschnitten. Blüteneinzeln in den Blattwinkeln,zu beblätterten Aehren ver-eint. Kelch eiförmig, zu-letzt aufgeblasen, etwas be-haart, vielrippig, tief zwei-lippig mit eingeschnittengezähnten Lippen. Blumen-krone 18 bis 22 mm lang,rosenrot bis purpurn (seltenweiss); die Röhre fastdoppelt so lang als derKelch. Oberlippe vorn abge-stutzt und ± deutlich zwei-zähnig; Unterlippe gewim-pert,die zwei längeren Staub-
Fig-. 68. Pedicularis palustris L. in einem Flachmoor. Phot. Dr. G. Hegi. fäden gebartet ( 1 af. 243,