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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Allgemeine Verbreitung: Kalkalpen der Dauphine, von Savoyen, Piemont undder Westschweiz.

Diese westalpine Kalkpflanze ist im Kanton Freiburg staatlich geschützt.

134. Pedictllaris rosträto-Spicäta Crantz (= P. incarnäta Jacquin nee L.). Fleischrotes

Läusekraut. Fig. 65c bis g.

Ausdauernd, 15 bis 45 cm hoch. Wurzelstock walzlich, schief, abgebissen, dickfaserig.Stengel aufrecht oder an der Basis etwas bogig, kahl, oben flaumig, beblättert. GrundständigeBlätter langgestielt, lanzettlich, fiederteilig mit fiederlappigen Fiedern, kahl. Stengelblätternach oben zu an Grösse allmählich abnehmend. Blüten in lockerer, später sehr verlängerter,endständiger Traube. Traubenspindel dichtflaumig. Tragblätter tief dreilappig mit schmal-lanzettlichen, flaumhaarigen Abschnitten. Kelch röhrig-glockig, spinnwebig-wollig bis zottig,fünfspaltig mit lanzettlichen, spitzen, ganzrandigen Abschnitten (Fig. 65 d). Blumenkrone13 mm lang, fleischrot bis purpurn( sehr selten hellrosa oder weiss), ihre Röhre etwa so langwie der Kelch. Oberlippe in einen nach abwärts gerichteten, geraden, 4 mm langen, abge-stutzten und ausgerandeten Schnabel vorgezogen; Unterlippe nicht gewimpert. Kapsel schief-eiförmig (Fig. 65 g), stachelspitzig, länger als der Kelch, kahl. — VII, VIII.

Auf Wiesen, humosen Triften, in Mulden. In den Alpen von Bayern (fehlt aber imAllgäu), Nordtirol, Salzburg, Kärnten, Steiermark, Ober- und Niederösterreich und Krainzwischen ca. 1800 und 2300 m häufig; in der Schweiz sehr selten (auf dem St. Bernhardund im östlichen Graubünden).

AllgemeineVerbreitung: Pyrenäen, Westalpen (hier nur in der var. Helvetica),Ostalpen, Ostkarpaten (nicht in Asien!).

Diese in den Ostalpen auf Kalk weitverbreitete und demnach besonders in den nördlichen und südlichenKalkalpen häufige, aber auch im Gebiet der Zentralalpen nicht fehlende Pflanze wird in den Westalpen durchfolgende vertreten: var. Helvetica Steininger. Kelch und Aehrenspindel dicht wolligzottig. Zähne der unterenKelche deutlich gesägt. Blätter breiter. Pflanze viel kräftiger. Im Gebiet in der Schweiz auf dem St. Bernhardund in Tirol an der Schweizer Grenze.

135. Pedicularis rosträto-capitäta Crantz (= P. rosträta L. z. T., Kern, nee Koch,

= P. Jacquini Koch). Geschnäbeltes Läusekraut. Fig. 66a bis c.

Ausdauernd, 5 bis 20 cm hoch. Wurzelstock walzlich, schief, abgebissen. Stengeleinfach, aufsteigend, beblättert, ein- bis zweireihig behaart, sonst kahl. GrundständigeLaubblätter gestielt, lanzettlich, doppelt-fiederteilig, mit kleingesägten oder ganzrandigenFiederchen, kahl, glänzend, oft purpurn überlaufen. Stengelblätter wenige, kleiner. Blütenin einer kurzen, 3- bis 15-blütigen Traube. Tragblätter den Stengelblättern gleichgestaltet,nur kleiner. Kelch röhrig-glockig, kahl oder an den Nerven und am Rande kurz-flaumig,5-spaltig, mit blattartigen, ringsum gekerbten Zipfeln. Blumenkrone bis 25 mm lang, hell-purpurn; die Röhre etwas längerals der Kelch. Oberlippe in einen nach abwärts gerichteten,geraden, Hneal-kegeligen, schief abgeschnittenen und ausgerandeten Schnabel vorgezogen;Unterlippe ringsum kurz und dicht gewimpert (Fig. 66b). Die beiden längeren Staub-fäden an der Basis und an der Spitze spärlich behaart bis kahl (Fig. 66 c). Kapsel längerals der Kelch, schief-eilanzettlich, fein zugespitzt. — VI bis VIII.

Auf Alpentriften, an steinigen, grasigen Stellen, in Felsritzen der höheren Voralpenund Alpen (1140 bis 2600 m). In den Alpen von Bayern, Oesterreich und der öst-lichsten Schweiz. Nur auf Kalk und Schiefer.

In Bayern in den Alpen zwischen ca. 1500 und 2300 m verbreitet (selten auch tiefer: in der Maxklammbei Garmisch). In Tirol von der Schindlerspitze am Arlberg ostwärts durch die ganze Kette der nördlichenKalkalpen, auf allen Kalklagern der Zentralalpen und in den Südalpen vom Monte Baldo ostwärts (am Achenseebis 930 m hinabsteigend). In Salzburg, Steiermark, Ober- und Niederösterreich, Kärnten und Krain in dennördlichen und südlichen Kalkalpen überall häufig, auch in den Zentralalpen auf Kalkboden. In der Schweiz