■
Au bei Salzburg). Hieher auch A. lep tötrichus Schulze aus Jena (= A. hirsutus var. arvensis X A. maiorsubsp. montanus). — 2. A. angustif olius X A. hirsutus (= A. Niederederi Stern.). Dem vorigen ähnlich,aber mit noch länger gezähnten Tragblättern (Alpen). Hieher auch A. Pseudo-Frey nii Behrendsen (= A. hir-sutus var. medius X A. angustif olius subsp. subalpinus) und A. dübius Poeverlein (— A. hirsutus subsp.Semleri X A. angustifolius). — 3. A. glandulosus subsp. Aschersonianus X A. hirsutus var. arven-sis (= A. oligadenius M. Schulze) bei Jena. — 4. A. angustifolius X A. maior subsp. montanus(= A. Poeverlei ni Semler.). Von A. angustifolius durch die anliegende Unterlippe und die nur schwachgekrümmte Oberlippe verschieden (Bei Nördlingen). — 5. A. maior X A. minor (A. fällax Sterneck).Tragblätter bleich, ungleich gezähnt, aber mit kürzeren Zähnen als bei A. maior. Blumenkrone in der Grössedie Mitte zwischen beiden Stammeltern haltend. Oberlippenzahn stets deutlich, violett. Dem A. minor var.vittulatus oft sehr ähnlich. Der häufigste Alectorolophus-Bastard. Bisher aus Bayern, Elsass, Thüringen,Schlesien, Preussen und Böhmen bekannt. — 6. A.hirsutus X A. minor (= A. Brigantiacus Gross).Bisher nur bei Konstanz konstatiert. — 7■ A. hirsutus X A. Songeoni subsp. Chaberti (= A. LorinensisBehrends.) im Val Lorina in Südtirol beobachtet.
DCLXXXIX. Pediculäris 1 ) L. Läusekraut. Franz.: Pediculaire, herbe auxpoux; engl.: Lousewort; ital.: Pedicolare.
Meist ausdauernde, selten 1- oder 2-jährige Halbschmarotzer. Laubblätter fieder-spaltig. Stengel meist einfach, selten ästig. Blüten in endständigen, selten auch in seiten-ständigen Aehren oder Trauben, in der Achsel von gezähnten oder fiederspaltigen Trag-blättern. Kelch röhrig oder glockig, oft vorn oder auch rückwärts geschlitzt, 2- bis5-zähnig mit laubigen, oft gelappten oder gezähnten Zähnen (Taf. 243, Fig. 5a; Fig. 65b,67 b, 72 f, 73 f). Blumenkrone 2-lippig (Fig. 64b, e), mit enger oder nach oben erweiterter,bei ausländischen Arten manchmal sehr verlängerter Röhre. Oberlippe helmförmig, konkavoder röhrig und am vorderen Ende in einen Schnabel auslaufend. Unterlippe 3-lappig (Fig. 68d)mit meist breiten Lappen (Taf. 243, Fig. 4 a), am Grunde oft mit 2 Wülsten versehen.Staubblätter 4, 2-mächtig; Antheren einander paarweise genähert, mit getrennten, am unterenEnde stumpfen oder spitzen Fächern. Griffel fädlich mit kopfiger Narbe. Kapsel zu-sammengedrückt, schief-eiförmig (Taf. 243, Fig. 4 b), fachspaltig, mit ungeteilten Klappen(Fig. 65 e) und mehrsamigen Fächern (Fig. 73b). Samen wenig zahlreich, gross, dreikantig,eiförmig, runzelig (Taf. 243, Fig. 4 c und Fig. 74 h).
Die Gattung umfasst ca. 250 Arten, von denen die grösste Mehrzahl in den zentralasiatischenHochgebirgen zu Hause ist. 31 Arten kommen in Nordamerika und auf den Inseln Südamerikas, 59 in Sibirien,ca. 100 in China vor.
Auch die Arten der Gattung Pediculäris sind gleich den übrigen Rhinanthoideen Halbschmarotzer,die sich auf den Wurzeln der Wirtspflanzen mit Saugwurzeln festsaugen. Die Wirtspflanzen sind vorzugsweiseSüssgraser und Cyperaceen, doch auch andere Moor- und Wiesenpflanzen (z. B. Succisa pratensis, Salix repens,Equisetum palustre etc.). Während einzelne Spezies (z. B. Pediculäris palustris und foliosa) auf verschiedenenWirtspflanzen auftreten, zeigen andere Arten eine ausgesprochene Vorliebe für bestimmte Arten. So bevorzugtPediculäris recutita in den Alpen Deschampsia caespitosa, P. verticillata dagegen Sesleria caerulea. Bezüglichder Ausnützung der Wirtspflanze verhalten sich die einzelnen Pediculäris-Arten verschieden; manche entnehmendenselben nur Wasser und Nährsalze, andere hingegen daneben auch noch organische Verbindungen undkönnen dann den Untergang der Wirtspflanze herbeiführen (Vgl. Volk art, Albert. Untersuchungen über denParasitismus der Pedicularis-Arten, Zürich 1899.)
Blütenbiologisch sind die Pedicularis-Arten ausgesprochene Hummelblumen. Die stets etwas schräggestellte Unterlippe ermöglicht es der Hummel, den Kopf bequem in den engen Blüteneingang einzuführen, wosie mit ihrem Rüssel durch eine Rinne der Unterlippe zu dem am Grund der Kronröhre angesammelten, voneinem am Fruchtknoten sitzenden, einseitigen Nektarium abgesonderten Honig gelangt. Bei diesem Vorgangwerden die Ränder der Oberlippe, die die Antheren und die Narbe umschliessen, auseinandergedrängt und soder Rüssel des Insektes mit Pollen bestäubt, der dann beim Besuch einer anderen Blüte an der hervorragendenNarbe abgestreift wird. Doch ist bei manchen Arten auch Selbstbestäubung durch Zurückkrümmung desGriffels bis zu den Antheren möglich.
') Vom lat. pedfculus = die Laus; weil ein Absud der giftigen Pflanzen gegen Läuse verwendet wurde.