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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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entspringenden Aesten, aber ohne oder höchstens mit einem Paare von Interkalarblättern (Die jahreszeitlich nichtgegliedertemonomorphe" Rasse). Die aestivale und autumnale Rasse sind wahrscheinlich unter dem Einflussder regelmässigen Wiesenmahd aus dieser letzteren hervorgegangen. Ausserdem aber existieren auch von allendrei Rassen oft noch sogen,montikole" Formen mit niedrigerem, weniger verzweigtem Stengel, kürzerenAesten, kürzeren und breiteren Stengelblättern und trübviolett überlaufenen Kelchen. Auch kann man innerhalbder aestivalen Rasse mitunter noch eineWiesenform" und eineAckerform" unterscheiden; letztere häufig mitungeflügelten Samen (Einfluss der Reinigung der Getreidesamen durch Windgebläse?). Endlich zeigen bei denbeiden erstgenannten Sektionen die Bewohner der Gebirge meist eine stark nach oben gebogene Kronröhre undeinen weit geöffneten Korollenschlund (Anoectolemus-Reihe"), die Bewohner tieferer Lagen meist eine schwachaufwärtsgebogene Kronröhre und einen durch Anliegen der Unter- an die Oberlippe geschlossenen Korollen-schlund (Cleistolemus-Reihe"). Als Unterscheidungsmerkmale der Arten kommen der Bau der Blumenkrone,die Gestalt der Tragblätter und Behaarung des Kelches in erster Linie in Betracht.

1. Kelch an seiner ganzen Oberfläche mit Drüsenhaaren besetzt. Thüringen, ausserdem Ungarn,Balkan............................ A. Rumelicus nr. 123.

1*. Kelch ohne Drüsenhaare......................... 2.

2. Kelch auf der Fläche behaart ....................... 3.

2*. Kelch kahl oder höchstens an den Kanten etwas borstig ............. 4.

3. Kelch von langen, krausen, mehrzelligen Haaren wollig...... A. hirsutus nr. 121.

3*. Kelch mit kurzen, einzelligen Härchen besetzt (Fig. 60 f). Nur in Südtirol, Krain und Küstenland.

A. Freynii nr. 122.

4. Kronröhre gerade oder fast gerade. Zahn der Oberlippe kaum 1 mm lang....... 5.

4*. Kronröhre deutlich nach aufwärts gekrümmt; Zahn der Oberlippe 2 mm lang, abgestutzt kegelig 6.

5. Zähne der Tragblätter ziemlich gleich gross............A. minor nr. 130.

5*. Zähne der Tragblätter sehr ungleich, die unteren viel länger und lang ausgezogen

A. antiquus nr. 129.

6. Die unteren Zähne der Tragblätter in eine bis 5 mm lange, fädliche Granne auslaufend(Fig. 62e und g)................................. 7.

6*. Die unteren Zähne der Tragblätter fein zugespitzt, aber niemals begrannt (Fig. 61 e) . . . 9-

7. Schlund der Blumenkrone durch die der Oberlippe anliegende Unterlippe geschlossen .... 8.7*. Unterlippe herabgeschlagen, Schlund der Blumenkrone offen . . . A. angustifolius nr. 128.

8. Tragblätter lang zugespitzt, die Blüten weit überragend, ihre Zähne gegen die Spitze zu allmählichan Grösse abnehmend.......................A. Songeoni nr. 125.

8.* Tragblätter breit rhombisch-eiförmig, die Blüten nicht oder nur wenig überragend, ihre Zähnegegen die Spitze zu an Grösse plötzlich abnehmend. Nur in der Südschweiz . . . . A. ovifugus nr. 124.

9. Schlund der Blumenkrone durch die der Oberlippe anliegende Unterlippe geschlossen (Fig. 61 f).

A. m aior nr. 126.9.* Unterlippe der Blumenkrone herabgeschlagen; Schlund der Blumenkrone offen (Fig. 62b)

A. alpinus nr. 127.

121. AlectorolophllS hirsÜtUS All. (= Rhinänthus Alectorolophus Poll, = Rhinanthus

hirsutus Lam., = Alectorolophus Alectorolophus Stern., = Rhinanthus maior var. hirsutus

Gren. et Godr.). Zottiger Klappertopf. Taf. 243, Fig. 1.

Einjährig, 10 bis 80 cm hoch. Stengel langhaarig, nicht schwarz gestrichelt, einfachoder ästig. Stengelblätter eiförmig bis eilanzettlich, scharf gesägt, kahl. Tragblätter mitAusnahme der untersten, den Stengelblättern gleichgestalteten breit-eiförmig-dreieckig,gleichmässig kurz gesägt, mit vom Grunde bis zur Spitze fast gleichgrossen Sägezähnen,bleichgrün. Kelch von langen, mehrzelligen, weissen Haaren zottig. Blumenkrone 2 cmlang, hellgelb, mit nach aufwärts gebogener Röhre und meist (vgl. aber var. Facchinii)geschlossenem Schlund und fast 2 mm langem, violettem Zahn der Oberlippe. V bis IX.

Häufig aufwiesen und Aeckern, in Getreidefeldern, auf Sand- und Schotterboden;verbreitet durch Süd- und Mitteldeutschland, Oesterreich und die Schweiz (in den Alpenvereinzelt bis gegen 2300 m). Fehlt ursprünglich nördlich der Linie Wittgenstein, Siegen,Sauerland, Lüdenscheid, Harz, Leipzig, Hirschberg und kommt daselbst nur zufällig ein-geschleppt vor; fehlt ferner auch in den Südalpen im Verbreitungsgebiet des A. Freynii.