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behaart, von der Oberlippe bedeckt. Kapsel etwas länger als der Kelch, ellipsoidisch,
6 bis 7 mm lang. — VI bis X.
Auf Aeckern, unter Getreide, an Wegrändern,Gräben, Rainen, Strassenrändern, buschigen Abhängen, aufWeideplätzen, seltener auf Wiesen oder als Ruderalpflanze;verbreitet von der Ebene bis in die Bergregion (in derSchweiz im Unterengadin bis 1800 m, bei Pontresina 1780 m).Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa mitAusnahme des äussersten Nordens.
Diese Art tritt im Gebiete in 3 auffallenden Unterarten auf:1. subsp. litorälis (Fries) Hayek (= Odontites verna Garcke nee Beil.).Stengel 10 bis 30 cm hoch, steif aufrecht, einfach, seltener im obernTeilmit wenigen kurzen Aesten. Stengelinternodien gestreckt. Stengel-blätter kürzer als die Internodien. Zwischen dem obersten Astpaar unddem endständigen Blütenstand keine Interkalarblätter eingeschaltet. Trag-blätter so lang oder länger als die Blüten. — VI, VII (Die frühblühendeWiesenrasse). Besonders häufig auf den Strandwiesen durch Oldenburg,Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Pommern, Rügen und Westpreussen,ferner bei Saarbrücken in der Rheinprovinz. — 2. subsp. verna (Bell.)Hayek. Stengel ästig mit kurzen, aufrechten Aesten. Stengelblätter etwaso lang wie die Internodien, aus breiterem Grunde verschmälert.Zwischen dem obersten Astpaar und dem endständigen Blütenstand keinoder höchstens ein Blattpaar eingeschaltet. Tragblätter länglich-lanzettlich,länger als die Blüten. —VI bis VIII (Ackerrasse), Auf Aeckern, seltenerauf feuchten Grasplätzen. — 3. subsp. serötina (Lam.) Hayek. Fig. 59 a.Stengel reichästig, mit bogig abstehenden Aesten. Internodien zahlreich,kürzer als die Stengelblätter. Laubblätter lanzettlich, gegen den Grund
_. _ . ,. „ .. verschmälert. Zwischen dem obersten Astpaar und dem endständigen
Fig. 59, Odontites serötina Rchb. r ö
a Habitus (>/• natürl. Grösse), b Blüte. — Blütenstand meist 2 bis 3, selten mehr Paare von Interkalarblättern ein-
Odontites viscosa Rchb. c Habitus geschaltet. Tragblätter kürzer als die Blüten. — V11I bis X. Auf(!/3 natürl. Grösse), d Blüte, e Flucht- ° ö
kapsei mit Kelch. unkultiviertem Boden verbreitet und meist häufig.
DCLXXXVIII. Alectorölophus 1 ) Boehmer (= Rhinänthus 2 ) L. z. T., = Fistuläria 3 )(L.) Wettst.). Klappertopf. Franz.: Cocriste, tartarie; engl.: Rattle, yellow-rattle.
Die Volksnamen der Arten dieser Gattung beziehen sich fast ausnahmslos auf die flachen, kreisrunden,innerhalb der trockenen Fruchtkelche klappernden („klaffenden"), rasselnden Samen: Klappertopf (Büchername),Klapp erpot (niederdeutsch), Kl äp, Klopp, Kl aper (nordwestl. Deutschland), Klapper (mitteldeutsch), Klaff,Klof f Klapf, Klafft, Klof f t, Klaff er (bayrisch-österreichisch), Klaf f a (schwäbisch, elsässisch), Chlaff e (n),Chläffeli (Schweiz); Kläprump (Bremen), Klöter-Jakob [= Klapper-Jakob] (Mecklenburg), KlingenderHans (Lübeck), Klapperhans (Elsass), Schälläli (Schweiz), Schellkrut (Elsass), Rassel (Eifel),Klinkerblom (Hannover). Die niederdeutschen Benennungen Doofrit, Dofrüt (Ostfriesland), Dofrät (Hinter-pommern), Dowradel (Münsterland), Dowe Rattle (Mecklenburg) bedeuten vielleicht „taube Rade" (vgl.Rade = Agrostemma Githago Bd. III., pag. 273). Möglicherweise gehört der zweite Bestandteil zu „Rodel"(vgl. Pedicularis!). Doow(e) kruud, Doofrik, Dowklaub, (nordwestl. Deutschland) dürften Entstellungen sein.Die Form der kreisrunden, platten Samen veranlasst Vergleiche mit Geldstücken: Penn'blam [= Pfennigblume?](Hannover), Pfeng (Oberösterreich), Taler, Batza, (Schweiz), Geld (Riesengebirge, Egerland), Gröschel,Gröschelgras, Kläffergröschel (Nordböhmen). Zu Plausterkopf (Anhalt), Hanekam (Ostfriesland)vgl. unten Anm. 1, zu Rud (Elsass), Rodl (Niederösterreich) „Rodel"= Pedicularis. — Im romanischen Grau-bünden heisst die Pflanze schtgelas (Heinzenberg). Die Veltlinermäher bezeichnen die Alectorolophi mitdem zutreffenden Namen cantarelli, wegen des eigentümlichen Geräusches, das dieselben im reifen Zustandebeim Mähen verursachen.
') Vom griech. älexrcag [alektor] = Hahn und löcpoc; [löphos] = Kamm.
2 ) Vom griech. Qig, Qivög [rhis, rhinös] = Nase und äv&og [anthos] = Blume; also Nasenblume.
*) Vom lat. fistula = Röhre.