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Euphrasia Salisburgensis ist die veränderlichste unter allen Euphrasia-Arten. In typischer Form istsie durch die langen, schmalen Blattzähne, die schmalen Laubblätter und die kleinen Blüten sehr gut charakterisiertund mit keiner anderen Art zu verwechseln. Mitunter aber, zumal in alpinen Lagen, sind besonders dieBlätter oft breiter und mit kürzeren Zähnen versehen; dann fällt auf den ersten Blick die Unterscheidung vonE. stricta und selbst von E, mimina schwer, während grossblütige Exemplare mit E. alpina verwechseltwerden können. Ein sicheres Kennzeichen bietet aber stets die Kapsel. Diese ist bei E. Salisburgensis undden mit ihr zunächst verwandten Arten E. Portae, E. lllyrica, E. cuspidata und E. tricuspidata stets kahl oderam Rande mit kleinen, eingekrümmten Härchen besetzt, während sie bei allen übrigen Euphrasia-Arten vonsteifen, geraden Börstchen gewimpert ist.]
Die wichtigsten der zahlreichen Varietäten und Formen sind: var. procera Gren. Pflanze schlank,oft ästig, bis 20 cm hoch. Laubblätter lineal-lanzettlich mit langen, schmalen Zähnen (In tieferen Lagen vor-herrschend). Hieher: subvar. cüprea (Jord. als Art) mit rotvioletten Blüten, — subvar. caerulescens Favr.mit blauen Blüten, — subvar. aürea Boullu mit violetter Ober- und gelber Unterlippe (Wallis; ob nicht E. minima XSalisburgensis?), — subvar. ramosissima Schröter mit zwei- bis dreifach verzweigtem Stengel, — subvar.macrodönta Gremli mit grossen Laubblättern, sehr langen, abstehenden Zähnen und reich verzweigtem Stengel,— subvar. elongäta Burn. mit bis 30 cm hohem, zartem, schlankem Stengel, — subvar. permixta Gremli. Blättersehr breit, mit scharfen Zähnen (An feuchten Stellen). — var. Marilaünica 1 ) Kerner. Laubblätter breiter, eiförmig,mit kürzeren Zähnen. Stengel schlank, meist einfach (Tirol). — var. subalpi'na Gren. (= var. alpi'cola Beck).Pflanze gedrungener, einfach oder ästig. Laubblätter breiter. Tragblätter eilanzettlich mit scharfen Zähnen.Aehren dicht (In den Voralpen und Alpen). Hieher wohl subvar. Senneni 2 ) (Chab.) Chenev. Frucht kürzer als derKelch, zur Fruchtzeit von den Tragblättern bedeckt (Tessin), — subvar. purpuräscens Favr. mit rotviolettenBlüten. — var. macräntha Hayek. Laubblätter breit eiförmig, mit zahlreicheren, spitzen Zähnen. Blüten grosser,bis 10 mm lang (Kiental im Berner Oberland, Gröbming in Steiermark). — var. näna Gremli. Pflanze klein,nur wenige cm hoch, einfach. Laubblätter breit mit stumpfen oder kurzgespitzten Zähnen (Hochalpen). — sub-var. nivalis Beck. Blüten violett (Besonders in den Ostalpen), — subvar. minuta Gremli. Pflanze sehr klein.Laubblätter klein, die unteren und mittleren stumpf, jederseits 1- bis 2-zähnig.
115. Euphrasia lllyrica Wettst. (= E. transiens Borb.). Illyrischer Augentrost.
Fig. 57, f bis i.
Einjährig, 2 bis 7 cm hoch. Stengel aufrecht, meist ästig, von nach rückwärts ge-richteten, krausen Härchen flaumig. Die untersten Stengelblätter keilig, stumpf, jederseitsmit 1 bis 2 stumpfen Zähnen, die mittleren und oberen schmallanzettlich, 5 bis 8 mal so langals breit, in eine lange Spitze vorgezogen, jederseits mit 3 bis 4 schmalen, lang grannig-zugespitzten Zähnen. Tragblätter kaum breiter als die Stengelblätter, denselben ähnlich,jederseits 3- bis 5-zähnig (Fig. 57 i). Blätter am Rand und auf den Nerven mit feinen Börstchenbesetzt, sonst kahl, drüsenlos. Kelch feinborstig. Blumenkrone klein (Fig. 57 g), 6 bis 8 mmlang, hellblau, mit gelbem Schlundfleck und dunklen Strichen auf der unterseits auf derganzen Fläche behaarten Unterlippe. Kapsel keilig-länglich (Fig. 57 h), kürzer als der Kelch,am Rande mit kleinen, eingebogenen Härchen besetzt. — VII bis X.
An Felsen, auf steinigen Triften, im Felsschutt. Nur in Oe st erreich in Krain(auf der Belza in Oberkrain, bei Adelsberg und Grahovo), ferner in Görz und Istrien. Fehltin Deutschland und in der Schweiz vollständig.
Allgemeine Verbreitung: Krain, österreichisches Küstenland, Dalmatien, Serbien.
116. Euphrasia CUSpidäta Host (= E. tricuspidata Reichenb. nee L., = E. Carniölica
A. Kerner). Krainer Augentrost. Fig. 58a bis d.Einjährig, 5 bis 20 cm hoch. Stengel aufrecht, meist ästig, von nach rückwärts-gerichteten, krausen Härchen flaumig, drüsenlos. Die untersten Stengelblätter keilig-länglich, stumpf, jederseits mit einem kurzen Zahn, die mittleren und oberen lineal-lanzett-lich, 6 bis 8 mal so lang als breit, lang zugespitzt, jederseits mit 1 bis 2 schmalen, grannig-
') Nach der Besitzung Kerners „Marilaun" bei Trins im Gschnitztal in Tirol.2 ) Nach frere Sennen in Barcelona, einem eifrigen Botaniker.