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Rodern unweit Rappoltsweiler und auf dem Kamm der Hochvogesen, ferner in derSchweiz (Joux brulee ob Branson, Lens im Wallis und San Salvatore im Tessin.Vielleicht auch in den transalpinen Tälern von Graubünden aufzufinden). In Oesterreichnur im istrianischen Karst.
Allgemeine Verbreitung: Mittelmeergebiet von Spanien bis Kleinasien(nördlich bis Südfrankreich und bis in die Süd- und Westschweiz).
99. Euphrasia Tatärica Fischer (= E. puberula Jord., = E. pudibünda Simk.). Ta-
tarischer Augentrost. Fig. 48m bis v.
Einjährig, (3) 6 bis 30 cm hoch. Stengel aufrecht, einfach oder ästig, mit nachrückwärts gerichteten krausen Härchen besetzt (Fig. 48 n). Stengelblätter ziemlich reichlichborstig behaart, ohne Stieldrüsen, die unteren verkehrt-eiförmig, stumpf, jederseits mit 1 bis3 stumpflichen Zähnen, die oberen eiförmig, spitz, beiderseits mit je 4 bis 7 zugespitztenZähnen. Tragblätter eiförmig, nahe der Basis am breitesten, mit abgerundetem Grunde, nurdie obersten keilig, spitz, jederseits mit 4 bis 7 grannig-spitzen Zähnen (Fig. 48q bis v),die unteren abstehend, die oberen bogig-aufrecht; alle borstig behaart, drüsenlos. Kelchdicht borstig, am Grunde mit eingemischten Stieldrüsen (Fig. 48o), zur Fruchtzeit nichtoder kaum vergrössert. Blumenkrone ca. 10 mm lang, gegen Ende der Blütezeit sich nicht ver-längernd, blasslila mit dunklen Streifen. Kapsel ungefähr so lang wie der Kelch, 6 mmlang, am Rande borstig gewimpert (Fig. 48 p). — V bis IX.
Auf trockenen, grasigen Plätzen, an Rainen, buschigen Stellen. Als Seltenheit imsüdwestlichen Deutschland (nur im Elsass), in Oesterreich und in der Schweiz.
Allgemeine Verbreitung: Südfrankreich, Oberitalien, Schweiz, Oesterreich,Ungarn, Balkanhalbinsel, Südrussland, West- und Nordasien, Tibet und Himalaya.
Im Gebiete nur die autumnale Rasse, die subsp. Tatärica (Fisch.) Wettst. mit zahlreichen, kurzen Stengel-internodien und meist ästigem Stengel. In Deutschland im Ruppelholz bei Barr im Elsass. In Oester-reich in Niederösterreich (Rossatz, Krieau im Wiener Prater). In der Schweiz im Wallis (St. Nikolai,Anniviers, Brig, Zermatt, Vercorin), im Tessin (Locarno, Val Peccia) und Engadin (Gravatsch bei Bevers, Puschlavbis 1700 m). — Die ästivale Rasse, subsp. Bicknelli 1 ) Wettst., wurde bisher nur an der Riviera beobachtet.
100. Euphrasia strfcta Host (= E. officinälis Hayne, = E. nemorösa Reichenb., Fiek,Beck nee Persoon, = E. officinälis var. nemorösa Koch, = E. caerulea Gremli nee Tausch,= E. ericetorum Jord., = E. rigidula Jord., = E. condensata Jord.). Steifer Augentrost.
Fig. 49 a bis n.
Einjährig, 2 bis 40 (75) cm hoch. Stengel aufrecht, einfach oder ästig, von nachrückwärts gerichteten krausen Härchen flaumig. Unterste Stengelblätter keilig, stumpf,3- bis 5-zähnig, die übrigen eiförmig bis eilanzettlich, in der Mitte am breitesten, spitz,jederseits mit 3 bis 5, meist grannig-spitzen Zähnen. Tragblätter etwas breiter als dieStengelblätter, im untersten Drittel am breitesten, eiförmig, an der Basis kurz keilig, sehrspitz, jederseits mit 4 bis 7 spitzen bis grannigen Zähnen (Fig. 49 d bis n). Alle Blätterkahl oder höchstens am Rande und oberseits etwas rauh. Aehre anfangs dicht, spätersehr verlängert. Kelch kahl oder etwas rauh, zur Fruchtzeit nicht vergrössert (Fig. 49c).Blumenkrone (3) 6 bis 10 mm lang, hell-lila oder weisslich, auf der Unterlippe mit gelbemSchlundfleck und dunklen Streifen. Kapsel gestutzt oder seicht ausgerandet, kürzer alsder Kelch, am Rande borstig gewimpert. — V bis X.
Auf trockenen Wiesen, mageren Hügeln, Heiden, Rainen, in lichten Wäldern, anbuschigen Abhängen; im ganzen Gebiete verbreitet, bis ca. 2200 m (Splügen in Grau-bünden 2260 m).
! ) Nach Clarence Bicknell, Botaniker in Bordighera (Riviera).