Druckschrift 
6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
Entstehung
Seite
79
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

79

Auf Voralpenwiesen, in Wäldern, Holzschlägen; nur in Oest erreich in denniederösterreichisch-steirischen Grenzgebirgen.

Allgemeine Verbreitung: Niederösterreich, Steiermark.

Tritt in folgenden zwei, ziemlich scharf voneinander geschiedenen Unterarten auf. 1. subsp. angustissimum(B kl Ronniger. Pflanze sparrig-verzweigt mit bogig-aufsteigenden, blütentragenden Aesten. Stengelinternodienzahlreich Kotyledonen zur Blütezeit fehlend; mittlere Stengelblätter 1,5 bis 4 mm breit. Zwischen dem oberstenAst "aar und dem endständigen Blütenstand 1 bis 3 Paare von Interkalarblättern eingeschaltet (Talrasse). InWäldern Holzschlägen. In Niederösterreich vom Badener Lindkogel auf den Kalkbergen südwärts bis an dieSteterische Grenze, besonders auf dem Schneeberge und im Schwarzatale, westlich bis zur Reisalpe, sowie inSteiermark im Gebiete des Semmering und der Raxalpe. 2. subsp. grandiflörum (A. Kern.) Ronniger (Fig. 46dbis f) Stengel einfach oder mit wenigen kurzen Aesten. Stengelinternodien wenige, gestreckt. Kotyledonenzur Blütezeit noch vorhanden. Mittlere Stengelblätter ungefähr 7 mm breit. Interkalarblätter fehlend (AestivaleRasse) Selten auf Wiesen. In Niederösterreich und der angrenzenden Steiermark auf dem Sonnwendstein,dem Semmering und (in Niederösterreich) bei Schwarzau.

93 Melampyrum Bohemicum Kern. (= M. fällax Celak., = M. nemorosum var. sub-alpinum Celak. non Juratzka, = M. stenophyllum Celak. non Boiss.). Böhmischer

"Wachtelweizen.Einjährig, 15 bis 50 cm hoch. Stengel aufrecht, reichästig mit bogig aufsteigenden,blütentragenden Aesten. Stengelblätter schmal-lineal, spitz, ganzrandig, in den kurzenStiel rasch verschmälert, 1,5 bis 9 mm breit, spärlich behaart. Blüten in lockeren, ofteinseitswendigen Trauben. Tragblätter lineal, alle ungezähnt, selten die oberen am Grundemit einzelnen Zähnchen, grün, mitunter die oberen etwas blau überlaufen. Kelch ein Drittelso lang wie die Blumenkrone; Kelchzähne schmal-lanzettlich, an der Spitze borstlich, solang wie die Kelchröhre, aufrecht abstehend. Blumenkrone 10 bis 17 mm lang, goldgelb,mit langer Röhre, die Unterlippe gerade vorgestreckt, mit dem Kelch einen spitzen Winkel

bildend. VII bis X.

In Wäldern, Holzschlägen; nur in O esterreich in Böhmen und Mähren.

Nur im nordöstlichen Böhmen bei Neu-Königgrätz, Adler-Kosteletz, Pardubitz, Elbeteinitz, sowie in.Mähren bei Mährisch-Kunstadt, Oeles, Trpin. Bisher ist nur eine Rasse bekannt, welche der Talform derübrigen Arten entspricht.

Allgemeine Verbreitung: Böhmen, Mähren.

94. Melampyrum pratense L. Wiesen-Wachtelweizen. Taf. 241, Fig. 1.

Die Benennungen Kuh-, Wachtelweizen (Büchernamen, aber auch volkstümlich), Tau'mwoizrTaubenweizenl (Böhmerwald) deuten wohl einenWeizen" an, der den Kühen oder den Vögeln überlassenwird Von den erstgenannten Haustieren wird die Pflanze gern gefressen, daher auch Kuhblum [für M. Sil-vatic'uml (Gotha) Nach der Form der Einzelblüte heisst die Pflanze in Oesterreich Kühwampe [bayr.-österr.Wampe" =-die herabhängende Haut am Hals der Kuh, dann aber auch Bauch überhaupt!], nach dem schweif-ähnlichen Blütenstand Katzenschwanz (Nahegebiet). Auf die Blütenbesucher (Hummeln, nicht Bienen!)weisen sehr treffend hin Hummelgras (Siegen), Humplgras [für M. silvaticum] (Kärnten).

Einjährig, 10 bis 50 cm hoch. Stengel aufrecht, einfach oder ästig, spärlich flaumig.Laubblätter kurz'gestielt, lineal, lanzettlich oder eiförmig, ganzrandig, spitz, fast kahl.Blüten in lockeren, oft einseitswendigen Trauben. Die unteren Tragblätter den Stengel-blättern gleichgestaltet, die oberen aus verbreitertem, tief grannig gezähntem Grundelanzettlich, spitz. Kelch kahl, etwa V* so lang wie die Blumenkrone; Kelchzähne lanzettlich-pfriemlich, länger als die Kelchröhre, aufwärts gebogen. Blumenkrone 15 bis 20 mm lang,bleich- oder goldgelb, mit gerader, verlängerter Röhre (Taf. 241, Fig. la); Unterlippegerade vorgestreckt, etwas länger als. die Oberlippe, der Schlund der Blumenkrone ge-schlossen. Jede Hälfte der Oberlippe von 2 bis 3 Nerven durchzogen; Unterlippe 5- bis7-nervig. Kapsel eiförmig, spitz, 8 mm lang. VI bis IX.