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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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Tafel 241.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Melampyrum pratense subsp. vulgatutn

(pag. 79). Habitus. 1 a. Blüte (vergrössert). 2. Melampyrum arvense (pag. 74). Habitus. 2 a. Blüte mit Tragblatt (vergrössert). 2b. Staubblätter (vergrössert). [spross

3. Melampyrum silvaücum (pag. 80). Blüten-

Fig. 3a. Blüte im Längsschnitt. 3b. Samen. 4. Melampyrum nemorosum (pag. 76).

spross. 4 a. Blüte mit Tragblatt. 4b. Samen.

Blüten-

In Deutschland in Mittel- und Süddeutschland verbreitet, in höheren Gebirgslagen aber fehlend.In der norddeutschen Ebene im Osten zerstreut, im Westen nur vorübergehend eingeschleppt, einzig zwischenHeiligenhafen und Oldenburg ziemlich häufig. In Oesterreich verbreitet, aber nirgends tief in die Alpen-täler eindringend, ebenso in der Schweiz.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa, Westasien.

Diese Art tritt in den folgenden Rassen auf: subsp. pseudobarbätlim (Schur) Ronniger (= M. hy-bridum Wolfner). Pflanze reichästig mit bogig aufstrebenden, blütentragenden Aesten. Stengelinternodienzahlreich, kurz. Kotyledonen zur Blütezeit fehlend. Blätter schmal, ungefähr 5 mm breit. Zwischen demobersten Astpaar und dem endständigen Blütenstand mehrere Paare von Interkalarblättern eingeschaltet. Blütenund Tragblätter oft bleichgelb (Talrasse). Sehr selten an buschigen, felsigen Abhängen. Bisher nur inOesterreich bei Weidling und bei Einöd nächst Baden in Niederösterreich und bei Marburg in Steiermark, sowiein der Schweiz zwischen Biel und Twann und an Felsen ob der Sternenhalde bei Uerikon. subsp. Schfnzil 1 )Ronniger. Pflanze bis 40 cm hoch, mit 1 bis 3 Paaren steil aufgerichteter Aeste. Kotyledonen zur Blütezeitabgefallen. Stengelinternodien wenige (bis 7 bis zur ersten Blüte). Laubblätter derb, fleischig, 10 bis 17 mmbreit. Meist ein Paar von Interkalarblättern vorhanden (Montikole Rasse). Bisher nur in der Schweiz bei der RuineFalkenstein im Solothurner Jura und am Südfuss der Hohen Wülfiingen bei Winterthur beobachtet. subsp. ar-vdnse (L.) Ronniger. Pflanze einfach oder ästig mit kurzen, steil aufwärts gerichteten Aesten. Stengelinternodienzahlreich. Kotyledonen und unterste Blätter zur Blütezeit abgefallen. Stengelblätter meist nur etwa 5 mmbreit. Interkalarblattpaare eines oder fehlend (Ackerrasse). Auf Aeckern verbreitet und vielerorts häufig.subsp. Seml6ri 2 ) Ronniger et Poeverlein. Pflanze zart, einfach oder mit wenigen, kurzen und sterilen Aesten.Stengelinternodien wenige, gestreckt. Laubblätter schmal. Kotyledonen zur Blütezeit noch vorhanden. Inter-kalarblätter fehlend, selten ein Paar vorhanden. Blütezeit Anfang Juni (Aestivale Rasse). Besonders aufWiesen. Bisher nur bei Hersbruck im fränkischen Jura, in Niederösterreich bei Moosbrunn und in der Schweizbei Gislikon, Regensdorf, Winterthur, Bichelsee und Marthalen beobachtet.

88. Melampyrum barbätum Waldst. et Kit. Bart-Wachtelweizen. Fig. 44a bis c.Einjährig, 10 bis 50 cm hoch. Stengel aufrecht, meist rispig, kurzhaarig-flaumig.Laubblätter lanzettlich bis lineallanzettlich, spitz, mit verschmälertem Grunde sitzend, ganz-randig oder die oberen am Grunde mit wenigen kurzen oder verlängerten Zähnen. Blütenin dichten, kegeligen, allseitswendigen Aehren. Tragblätter herzeiförmig, am Grunde ein-geschnitten-langgrannig gezähnt, mit lanzettlicher, vorgezogener, ganzrandiger Spitze, amGrunde rinnig, sonst flach, kurzhaarig, -weiss, bleichgelb. Kelch viel kürzer als die Kron-röhre, lang wollig-zottig, mit lanzettlichen Zähnen. Blumenkrone 15 bis 17 mm lang mitlanger Röhre und geschlossenem Schlund, meist bleichgelb. Kapsel eiförmig, 1 cm lang(Fig. 44 c). VI bis VIII.

Auf Aeckern, Brachen, unter der Saat, an buschigen, grasigen Abhängen; nur inOesterreich. In Deutschland und in der Schweiz fehlend und nur vorübergehendeingeschleppt.

In Deutschland ab und zu eingeschleppt, so am Südbahnhof von München und bei Dinkelscherbenin Bayern, bei Breslau und bei Höxter in Westfalen. In Oesterreich nicht selten im östlichen Nieder-

>) Nach Dr. Hans Schinz, Professor der Botanik an der Universität Zürich, geb. 1858.

2 ) Nach Karl Semler, Lehrer in Nürnberg, der u.a. Arbeiten über Melampyrum und Alectoro-lophus veröffentlicht hat.

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