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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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65. Veronica hederaefölia 2 ) L. Epheublätteriger Ehrenpreis. Taf. 239, Fig. 10.

Im Nahegebiet heisst diese Art Perl, Purl, Palche, Putterich, Nachtepullche, -purlche,Bezeichnungen, die offenbar auf ein und dasselbe Grundwort zurückgehen. Lerchen blume (Spessart) beziehtsich jedenfalls auf die frühe Blütezeit dieses Ackerunkrautes. Wegen der habituellen Aehnlichkeit mit Stellariamedia (vgl. Bd. III, pag. 352) nennt man diese Ehrenpreisart im Elsass H üehn erpo 1 ei, -sefe, auf derschwäbischen Alb He(nn)adarm. Vgl. auch V. agrestis pag. 54.

Einjährig. Stengel liegend oder aufstrebend, am Grunde reich ästig, 5 bis 30 cm lang,locker behaart. Laubblätter ziemlich lang gestielt, aus herzförmigem Grunde herz- odernierenförmig, 3- bis 5-lappig mit kurz zugespitzten Lappen und breiterem Mittellappen.Blüten ziemlich langgestielt, einzeln in den Blattachseln. Kelchzipfel herzförmig, zugespitzt,zottig gewimpert. Blumenkrone radförmig mit sehr kurzer Röhre, 2 bis 2,5 mm breit,lila oder blau. Kapsel vierknotig, in jedem Fruchtfach 1 bis 2 halbkugelige, geriefte,unterseits schalenförmig ausgehöhlte (Taf. 239, Fig. 10 a), 2,5 bis 3 mm breite Samen. III bis V.

Sehr häufig auf Brachen, unter Gebüsch, in Gärten, auf erdigen, grasigen Stellen,Aeckern; von der Ebene bis in die Voralpen (im Wallis bis 1600 m).

Zerfällt in zwei Unterarten mit mehreren Formen:

subsp. hed erae f ölia (L.) Hayek. Blätter 5-lappig, nur die untersten und obersten mitunter 3-lappig.Fruchtstiele 2- bis 3-mal so lang als der bis 5 mm lange Fruchtkelch. Blüten lila (Ueberall gemein). Hiehergehören ferner: f. praes täbilis Beck. Blätter gross, seicht 5-, selten 3-lappig eingeschnitten. Blütenstiele fädlich,3- bis 4-mal länger als der Fruchtstiel. Früchte oft fehlschlagend. f. megista Beck. Fruchtkelche7 bis 8 mm lang, die Blätter grösser. f. compäcta Fr. Zimm. Blätter sehr dicht stehend, sich deckend.

subsp. trfloba (Opiz) Hayek. Alle Blätter 3-lappig. Fruchtstiele nur so lang oder wenig längerals der 5 bis 6 mm' lange Fruchtkelch. Blüten azurblau (Hie und da in Nordostdeutschland, in Böhmen,Mähren, Niederösterreich und Südsteiermark).

Die Samen dieser und der vorigen Art werden durch Ameisen, welche die Samen wegen eines amNabelstrang befindlichen ölhaltigen Gewebes (Elaiosom) in ihre Baue schleppen, verbreitet.

Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa, Vorderasien, Mittelmeergebiet.

66. Veronica prosträta L. Niedergestreckter Ehrenpreis. Fig. 32.

Ausdauernd. Wurzelstock stielrund, schief, zahlreiche Stengel und Blattsprossetreibend.. Stengel aufsteigend, 10 bis 30 cm lang, dicht kurzhaarig. Blätter länglich bislineal-lanzettlich, eingeschnitten-gesägt, gekerbt oder ganzrandig, stumpf, in den sehr kurzenStiel verschmälert, besonders unterseits dicht kraushaarig. Blattsprosse niederliegend.

Blüten in langgestielten, anfangs gedrungen ke-geligen, später sich verlängernden, blattwinkel-ständigeri Trauben. Tragblätter lineal, längerals die zerstreut kraushaarigen Blütenstiele.Kelch ungleich 5-teilig, kurzhaarig. Blumen-krone radförmig mit sehr kurzer Röhre, 5 bis8 mm breit, blaulila. Kapsel rundlich-verkehrt-herzförmig (Fig. 32 b), 3 bis 5 mm lang, kahl,wenigsamig (Fig. 32 d). Samen schildförmig,1 mm breit. IV bis VI.

Ziemlich verbreitet, aber stellen-weise fehlend auf Heiden, trockenen Gras-plätzen, an trockenen, grasigen Abhängen, anRainen, auf lichten Waldstellen (Unterengadin :Remüs 1350 m).Blatt.

Fig. 32. Veronica prostrataL. a Habitus ( a /r,natürl. Grösse).

£ Kapsel mit Kelch und Tragblatt, c Fruchtknoten mit Griffel.

t/Querschnitt durch den Fruchtknoten.

') Von Hedera = Epheu und lat. folium