Druckschrift 
6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
Entstehung
Seite
55
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

55

Vgl. Wiesbaur in Deutsche botan. Monatsschrift V und VI (1887 bis 1888) und inden Mitteilungen der Sektion für Naturkunde des österr. Touristenklub V (1893).Allgemeine Verbreitung: Nord- und Mitteleuropa.

Auch bei dieser Art wurde eine Form mit eingeschnittenen Kelchzipfeln beobachtet: f. calycida Fr.So hie und da im Flachlande.

63. Veronica opäca 1 ) Fr. Dunkler Ehrenpreis. Fig. 31 a und b.

Einjährig. Wurzel fädlich. ,Stengel liegend oder aufsteigend, besonders am Grundeästig, 10 bis 25 cm lang, ziemlich reichlich abstehend-behaart, gegen die Spitze zu meiströtlichbraun. Laubblätter kurz gestielt, breit-eiförmig, grob-kerbsägig, am Gründe seicht herz-förmig oder rasch zusammengezogen, dünn, matt dunkelgrün, beiderseits behaart. Blüteneinzeln in den Blattachseln, langgestielt; Blütenstiele kraushaarig, bei der Fruchtreifeherabgebogen. Kelchzipfel eilänglich, meist stumpf, reichlich behaart, am Grunde oft fastzottig, bei der Fruchtreife länger als die Kapsel. Blumenkrone radförmig, mit sehr kurzerRöhre, 3 bis 4 mm breit, himmelblau. Kapsel breiter als lang, nierenförmig, tief ausgerandet,nicht oder undeutlich netzaderig, am Rande deutlich gekielt, dicht kurzhaarig und mitzerstreuten, krausen Drüsenhärchen besetzt (Fig. 31b). Samen zu 6 bis 7 in jedem Frucht-fach, 1 bis 1,8 mm lang, tief schalenförmig ausgehöhlt. III bis X.

Auf Aeckern, Brachen. In Deutschland sehr zerstreut und meist unbeständigim Süden und Osten, im Westen und Nordwesten sehr selten, für Elsass nicht sicher nach-gewiesen. In Oesterreich ebenfalls sehr zerstreut, in Niederösterreich, Kärnten, Krain undSchlesien nicht nachgewiesen. In der Schweiz ebenfalls selten (mit Sicherheit frühereinzig bei Morschach).

Allgemeine Verbreitung: Nord- und Mitteleuropa.

64. Veronica Cymbaläria 2 ) Bodard (= V. cymbalariaefölia Vahl)

preis. Fig. 31 c und d.

Einjährig. Stengel meist zahlreich, am Grundereich ästig, 10 bis 15 cm lang, liegend, locker-lang-haarig. Laubblätter ziemlich langgestielt, rundlichdreieckig bis halbkreisförmig, an der Basis quer abge-stutzt oder breitkeilig, tief kerbsägig, fast lappig,mit 5 bis 7 Abschnitten; der mittlere breiter. Blüteneinzeln in den Blattachseln, lang gestielt. Blüten-stiele locker-langhaarig, nach dem Verblühen zu-rückgeschlagen. Kelchzipfel breit-eiförmig, stumpf,langhaarig gewimpert. Blumenkrone radförmig, mitsehr kurzer Röhre, 3 bis 5 mm breit, bläulich-weiss.Kapsel fast kugelig, vierfurchig, behaart (Fig. 31 d).Samen zu zweien in jedem Fruchtfach, 2,5 bis 3 mmlang, schalenförmig, schwach warzig. II bis VI.

An Mauern, auf wüsten Plätzen; nur inO e s t e[rr e ic h in Krain (bei Wippach) und imKüsten-lande. Sonst nur vorübergehend eingeschleppt wieim Hafen von Mannheim (1898).

Allgemeine Verbreitung: Mittel-meergebiet.

Mauer-Ehren-

Fig. 31. Veronica opaca Fr. a Habitus (!/s natürl.Grösse), b Frucht mit Kelch. Veronica Cymba-läria Bodard. c Habitus (>/3 natürl. Grösse), d Fruchtmit Kelch.

') lat. opäcus = dunkel, düster; wegen der nicht glänzenden Blätter.2 ) Vgl. Linaria Cymbaläria pag. TJ, Anm. 1.