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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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oder eiförmig, bei der Fruchtreife vergrössert, dicht drüsig behaart. Blumenkrone radförmigmit sehr kurzer Röhre, 6 bis 9 mm breit, tief azurblau. Kapsel verkehrt-herzförmig,gewölbt, 5 bis 6 mm lang, mit einem die Ausrandung überragendem Griffel, dicht drüsig-behaart. Samen 2 mm breit, runzelig, fast halbkugelig, auf einer Seite schüsseiförmig aus-gehöhlt (Taf. 239, Fig. 7a). III bis V.

Verbreitet und meist häufig an grasigen Stellen, an Bahndämmen, auf Wiesen, Aeckern,in Weinbergen, an Rainen, Mauern, Wegrändern (bis ca. 1560 m); nur in den höheren Alpen-tälern meist fehlend.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa, Westasien.

60. Verotlica Tourneförtü 1 ) Gmel. (= V. Persica Poir., = V. filiformis DC. nee Sm., =V. Buxbaumii Ten., = V. höspita M. et K.). Persischer Ehrenpreis. Taf. 239, Fig. 8.

Einjährig. Wurzel fädlich. Stengel meist mehrere, liegend oder aufsteigend,10 bis 30 cm lang, einfach oder ästig, kraushaarig. Laubblätter kurz gestielt, breit-eiförmig,grob kerbsägig, an der Basis seicht herzförmig bis abgerundet, zerstreut behaart. Blüteneinzeln, lang gestielt, in den Blattachseln. Blütenstiele kurz kraushaarig, bei der Fruchtreifenickend. Kelchzipfel eilänglich, aderig, gewimpert, bei der Fruchtreife etwas vergrössert.Blumenkrone radförmig mit sehr kurzer Röhre, 8 bis 11 mm breit, himmelblau mit gelblichemSchlünde, der untere Zipfel oft weiss. Kapsel breiter als lang, nierenförmig, mit durcheine stumpfe Bucht getrennten, auseinanderfahrenden, eiförmigen, gegen die Spitze ver-schmälerten, 5 mm langen Lappen, drüsenhaarig und deutlich netzaderig (Taf. 239,Fig. 8 b). Samen 2 bis 2,5 mm lang, kahnförmig ausgehöhlt, warzig. III bis X.

Aus Vorderasien stammende Wanderpflanze, die in Mitteleuropa erst im 19. Jahr-hundert aufgetreten ist, sich jedoch sehr rasch ausbreitete und jetzt im ganzen Gebiete aufAckerland, Brachen, in Gärten, an unkultivierten Orten verbreitet und häufig anzutreffen ist(im Alpengebiet bis 1600 m).

Allgemeine Ver breitung: Vorderasien, von hier aus eingeschleppt und ein-gebürgert in Europa und hie und da auch in Nordafrika.

In Europa wurde Veronica Tourneförtü zuerst im Jahre 1805 als Flüchtling des botanischen Gartensin Karlsruhe beobachtet. Doch schon im Laufe der zwei folgenden Jahrzehnte wurde die Pflanze an verschiedenenPunkten von Süd- und Osteuropa, so z. B. in Italien, Südfrankreich, Oesterreich gefunden und war schon im Jahre1819 in Schlesien nicht selten, wo sie sich sehr rasch ausbreitete und zehn Jahre später bereits zu den gemeinstenArten gehörte. Von Schlesien und Karlsruhe aus verbreitete sich die Pflanze allmählich durch ganz Deutschland,wurde aber z. B. bei Magdeburg erst 1866 entdeckt. In der Schweiz wurde sie 1815 bei Basel, 1822 bei Genf, 1839bei Zürich festgestellt. Im Jahre 1844 war sie schon in der ganzen ebenen Schweiz häufig, 1855 erreichte sie Chur.

Veronica Tourneförtü tritt in zwei nur durch geringfügige, aber anscheinend sehr konstante Merkmalegeschiedenen Parallelformen auf [Vgl. Lehmann in Oesterr. Bot. Zeitschr. L1X (1909) und in Zeitschrift fürinduktive Abstammungslehre II (1909)], nämlich: var. Corr ensiän a Lehm, (als Subspecies, = var. macro-phylla Wiesb.?). Der untere Lappen der Blumenkrone blau. Blätter ziemlich tief gesägt, mit ziemlich stumpfen,oft gedoppelten Sägezähnen. var. Asch ersoniäna Lehm, (als Subspecies, = var. microphylla Wiesb.?). Deruntere Lappen der Blumenkrone weiss. Blätter seicht gesägt mit spitzen, einfachen Sägezähnen. Die Ver-breitung dieser beiden Formen ist noch nicht genügend festgestellt; im allgemeinen scheint die var. Ascher-soniana die verbreitetere zu sein.

61. Veronica polfta 1 ) Fries (= Veronica didyma Tenore, = V. agrestis Oeder und vielerAutoren, nicht L.). Glatter Ehrenpreis. Taf. 239, Fig. 9 und Fig. 26 e.Einjährig. Wurzel fädlich. Stengel liegend oder aufsteigend, am Grunde meist reich-ästig, 5 bis 15 cm lang, zerstreut behaart. Laubblätter kurz gestielt, eiförmig, grob gekerbt,

») Nach dem berühmten Botaniker Josef Pltton de Tournefort, geb. 1656 zu Aix in der Provence,gest. 1708 in Paris, dem Begründer des wissenschaftlichen Gattungsbegriffes in der Botanik.') Lat. polftus = geglättet, glänzend.