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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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51. Veronica alpfna L. Alpen Ehrenpreis. Taf. 239, Fig. 2.

Ausdauernd. Wurzelstock stielrund, kriechend, ästig. Stengel aufrecht oder auf-steigend, 2 bis 15 cm hoch, unten spärlich behaart, oben rauhhaarig. Blätter am Stengelgleichmässig verteilt, keine Rosette bildend, die untersten etwas kleiner als die folgenden,alle kahl oder zerstreut behaart, kurz gestielt, eiförmig oder elliptisch, stumpf oder spitz,ganzrandig oder seicht gekerbt. Blüten kurz gestielt, in armblütiger, gedrungener Traube.Blütenstiele und Kelche rauhhaarig, drüsenlos. Kelchzipfel eilänglich, stumpf. Blumenkroneradförmig, mit sehr kurzer Röhre, blaulila, 5 bis 7 mm breit. Kapsel langhaarig, länglichverkehrt-eirund, seicht ausgerandet, 5 bis 7 mm lang. VII, VIII.

Auf alpinen Wiesen und Weiden der Alpen, sowohl auf Kalk als auf Schiefer, von denhöheren Voralpen bis in die Schneeregion (in der Schweiz zwischen 1500 und 3185 m, inOberbayern zwischen 1560 und 2870 m, in Steiermark zwischen 1500 und 1600 m). Verbreitetund häufig durch die ganze Alpenkette, nur in den südöstlichsten Kalkalpen seltener, fernerauf den höheren Gipfeln des Jura und im Riesengebirge.

Allgemeine Verbreitung: Arktisches Europa, Asien und Amerika, Grönland,Gebirge von Mittel- und Südeuropa.

Aendert nur wenig ab. Erwähnenswert sind: f. integrifölia (Schrank) Dalla Torre et Sarnthein.Blätter ganzrandig (Tirol). f. crenäta Rchb. (== Veronica rotundifölia Schrank). Blätter breit rundlich,gekerbt (Tirol). f. grandifölia Vest. Blätter scharf gesägt (Auf dem hohen Rad in Vorarlberg und imZemmgrunde im Zillertale in Tirol). f. piimila (All.) Koch. Pflanze niedrig, nur wenige Zentimeter hoch(Besonders in der Hochalpenregion).

52. Veronica serpyllifölia') L. Quendelblätteriger Ehrenpreis. Ital.: Erba

guada selvatica. Taf. 239, Fig. 1.

Ausdauernd. Wurzelstock stielrund, kriechend. Stengel aufsteigend oder aufrecht,(5) 10 bis 25 (40) cm hoch, kurz flaumig, oben zerstreut drüsenhaarig. Blätter kahl, eiförmig oderelliptisch bis rundlich, spitzlich oder stumpf, gekerbt oder ganzrandig, die unteren kurzgestielt, die mittleren und oberen sitzend. Blüten in massig dichter bis lockerer, zuletztverlängerter, endständiger Traube, kurz gestielt. Tragblätter länglich, ganzrandig, feindrüsig behaart. Kelchzipfel eiförmig, stumpf, drüsig-flaumig. Blumenkrone radförmig, mitsehr kurzer Röhre, 5 bis 6 mm breit, weisslich, blaugeadert, seltener blau. Kapsel breiterals lang, rundlich-eiförmig, ziemlich tief ausgerandet, 3 bis 4 mm lang, drüsig (Taf. 239,Fig. la). Samen schildförmig (Taf. 239, Fig. lb), 1 mm lang. V bis VIII.

Verbreitet und meist nicht selten auf Wiesen, an Rainen, grasigen Stellen; vonder Ebene bis in die Alpenregion (2500 m).

Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa (mit Ausschluss des südlichsten Teiles,der Pyrenäen- und Balkanhalbinsel), arktisches und gemässigtes Asien und Amerika.

Veronica serpyllifolia ist sehr veränderlich in Bezug auf Grösse, Blattform und Blütenfarbe; dochscheinen die meisten Abänderungen direkt auf standörtliche Einflüsse zurückzuführen zu sein und sind durchzahlreiche Uebergangsformen verbunden. var. typica Beck. Stengel aufrecht, bis 40 cm hoch. Traubezuletzt sehr verlängert, locker. Blätter elliptisch bis eiförmig, meist gesägt. Blüten weisslich, blau geädert.Die unteren Tragblätter länger als die Blütenstiele (Die Form tieferer Lagen). Zu dieser Form gehören auchsubvar. neglecta (Schmidt als Art). Obere Blätter ganzrandig. subvar. silvätica Kabath. Stengel30 bis 40 cm hoch, schlanker, oben stärker drüsig (In Schlesien.) var. nummulariöides Lee. et Lern.(= var. rotundifölia Beck). Stengel aus liegendem Grunde aufsteigend, bis 15 cm lang. Stengelblätter eiförmigbis rundlich, kerbsägig, seltener ganzrandig. Traube arm- und lockerblütig. Blüten weisslich, seltenerblau. Drüsenhaare zahlreicher (In der Alpenregion). Hierher gehören auch subvar. int egerrima Beck. Blätter

') Von (Thymus) Serpyllum und lat. fölium = Blatt.