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Veronica spicata ist eine äusserst formenreiche Pflanze. Unsere Formen gliedern sich folgendermassen:subsp. spicata (L. als Art). Stengel unten dicht behaart. Laubblätter behaart. Meist nur eine end-ständige Traube. Blumenkronzipfel gerade vorgestreckt, zusammengelegt, nicht gewunden (Im ganzen Gebieteverbreitet; nur stellenweise, wie im Kanton Luzern und in Salzburg, fehlend). — var. vulgaris Koch. Blätterbeiderseits behaart, gegen den Grund verschmälert, gekerbt. Blütenstandsachsen und Kelche dicht drüsig flaumig(Die häufigste Form). — Hieher auch f. integerrima Celak. mit ganzrandigen Blättern (Bisher nur bei Leitmeritzin Böhmen). — f. ram ösa Fr. Zimmerm. Stengel ästig (Mannheim). — var. latifölia Koch (= V. hybrida L.,nicht latifölia L.). Blätter beiderseits reichlich behaart; die unteren breit eiförmig, am Grunde herzförmig. Blüten-standsachsen und Kelche dicht drüsig-flaumig (Zerstreut in Nordostdeutschland, Böhmen, Schlesien). — Hieherauch f. dentäta Celak. mit grösseren, von der Basis bis zur Spitze gesägten Blättern (Bilin in Böhmen). —var. lancifölia Koch. Blätter beiderseits behaart, lanzettlich, scharf gesägt [(Bei Kreuznach). — var.squamösa (Presl) Aschers, und Gräbner. Blätter beiderseits behaart. Kelch kahl, nur am Rande gewimpert.Blätter wie bei var. vulgaris (Zerstreut im nordostdeutschen Flachlande und in Böhmen bei Leitmeritz). —var. setulösa Koch (= Veronica Barellierii Schott). Blütenstandsachsen von geraden, drüsenlosen Härchenflaumig. Kelche kahl, nur gewimpert (So bei Triest und wahrscheinlich im südlichen Innerkrain sowie an-geblich'auch in Südtirol.) •— var. ni'tens (Host) Koch (== Veronica nitens Host, = V. Sternbergiäna Bernh.).Blätter kahl, nur am Rande gewimpert (Zerstreut, besonders in Niederösterreich, in Kärnten bei Pontafel.)
subsp. orchldea Crantz als Art (== V. spicata var. cristäta Wirtz.?). Stengel unten nur spärlichbehaart, oben dicht drüsig-flaumig. Blätter dicklich, fast kahl, oberseits glänzend. Blüten blassblau oderrötlich, der obere Zipfel derselben zusammengefaltet, die Staubblätter und den Griffel umschliessend, die dreiübrigen gewunden, abstehend, an der Spitze zurückgerollt. — So im Osten und Südosten des Gebietes. Zer-streut in der nordostdeutschen Ebene, in Böhmen, Mähren, in dem östlichen Niederösterreich, Mittel- und Süd-steiermark, Kärnten und Südtirol. Angeblich auch bei Kreuznach in der Rheinprovinz. Adventiv bei Mannheim.
48. Veronica fruticulösa L. (= V. frutescens Scop.). Halbstrauchiger Ehrenpreis.
Taf. 238, Fig. 4.
Ausdauernd. Wurzelstock holzig, ästig, lockerrasige, am Grunde holzige Stämmchentreibend. Stengel am Grunde holzig, aufrecht oder aufsteigend, 10 bis 30 cm hoch, kurzkrausflaumig. \ Blätter gegenständig, länglich oder elliptisch, kurz gestielt, stumpf, anliegendbehaart, etwas dicklich, glänzend, fast kahl. Blüten kurz gestielt, in endständiger, lockerer,wenigblütiger Traube. Blütenstiele nach dem Verblühen sich verlängernd, drüsig-flaumig.Kelchzipfel verkehrt-eilänglich, dicht drüsig-flaumig. Blumenkrone mit kurzer Röhre undradförmigem Saum, blassrosarot, dunkler geädert, 10 bis 13 mm breit. Kapsel breit-oval,an der Spitze seicht ausgerandet, 7 mm lang. — VI, VII.
An steinigen Stellen und im Felsschutt der Alpen und des Schweizer Jura; imWallis bis 2400 m, in Tirol (Ferdinandshöhe) bis 2750 m, in Bayern bis 2390 m aufsteigend,mit den Schutthalden oft bis in die Täler (im Wallis [Vionnaz] bis 550 m, in Krain bis500 m) herabsteigend. Mit Vorliebe auf Kalk.
Allgemieine Verbreitung: Gebirge der Pyrenäenhalbinsel und von Korsika,Pyrenäen, Jura, Alpen.
In Deutschland nur in den bayerischen Alpen (mit Sicherheit auf dem Grünten; für den Rauchen-kopf und Schwarzort sehr fraglich). In Oesterreich in den südlichen Kalkalpen verbreitet, besonders in denSüdtiroler Dolomiten und den Julischen Alpen, seltener in den Karawanken und Sanntaler Alpen, ferner im west-lichen Tirol und Vorarlberg, im Bregenzerwald, am Gwänd bei Elbigenalp, im Paznaun, auf dem Stilfserjoch,Ifinger und der Plose. In der Schweiz ziemlich verbreitet, besonders auf Kalk.
49. Veronica früticans Jacq. (= V. saxätilis Scop.). Felsen-Ehrenpreis.
Taf. 239, Fig. 3.
Ausdauernd. Wurzelstock holzig, ästig, locker rasige, am Grunde holzige Stämmchentreibend. Stengel am Grunde holzig, aufsteigend oder aufrecht, 5 bis 10 cm hoch, kurz