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6,1 (1918) Dicotyledones : (V. Teil)
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locker abstehend-behaart. Kelchzipfel 6 bis 7 mm lang, lineal, gewimpert (Taf. 238, Fig. 6a).Blumenkrone 10 bis 13 mm lang, mit langer Röhre und der Röhre an Länge ungefährgleichkommenden, gerade vorgestreckten Zipfeln, blaulila, selten rosa. Staubblätter längerals die Blumenkrone. Kapsel seitlich nicht zusammengedrückt, zugespitzt (Taf. 238, Fig. 6c). VI bis VIII.

An Felsspalten der südlichen Kalkalpen,vom Monte Baldo bis in die Julischen Alpen durchSüdtirol, Kärnten und Krain, zerstreut von der Talsohle bis 2500 m; fehlt in den Karawankenund in den Sanntaler Alpen, ebenso in den Alpen von Deutschland und der Schweiz.

Allgemeine Verb reitung: Südliche Kalkalpen von Oesterreich, der Lombardeiund von Venetien.

Bei Veronica Paederota ist die Oberlippe gewöhnlich ungeteilt; doch wurden auch bei dieser ArtFormen mit zweizähniger Oberlippe beobachtet: var. cham aedry f ölia (Brignoli als Art). So z.B. auf demTrogkofel in den Gailtaler Alpen in Kärnten.

45. Veronica spüria 1 ) L. Unechter Ehrenpreis.

Ausdauernd. Wurzelstock walzlich, kriechend. Stengel aufrecht, 30 bis 100 cm hoch,unten ästig, stielrund, oben schwach vierkantig, kahl. Blätter gegenständig oder die unterenzu dreien oder vier-wirtelig, kurz gestielt, länglich-lanzettlich bis lanzettlich, beidendigverschmälert, spitz, einfach- oder doppelt-gesägt, aufrecht-abstehend, kahl. Blüten in meistmehreren verlängerten endständigen Trauben. Tragblätter lineal, stumpf. Blütenstielelänger als ihr Tragblatt, kahl. Kelch vierteilig, mit lanzettlichen, spitzen Zipfeln. Blüten8 bis 14 mm breit, azurblau, mit deutlich walzlicher Röhre und mit deutlich zweilippigemSaum. Kapsel eiförmig, schwach zusammengedrückt, seicht ausgerandet. VI bis VIII.

Sehr selten an trockenen Waldstellen, buschigen Abhängen der mitteldeutschen Ge-birge. In Deutschland auf dem Hoppelberg am Nordostharz, in Thüringen bei Wanders-ieben und auf den Drei Gleichen, bei Halle a. d. Saale. Ausserdem adventiv bei Mannheim(1907) und Ludwigshafen (1910). In Oesterreich^einzig in Böhmen an der Südwestseitedes Eidlitzer Busches bei Komotau. Fehlt in der Schweiz gänzlich.

Allgemeine Verbreitung: Mitteldeutschland, Böhmen, Ungarn, Galizien,Rumänien, Serbien, Bulgarien, Russland, Kaukasus.

Veronica spuria ist eine ausgesprochen südosteuropäische Pflanze, deren geschlossene Verbreitung bisGalizien und Ungarn reicht und die noch einzelne vorgeschobene Standorte in Deutschland und Oesterreichbesitzt. Diese Standorte sind zweifellos als Relikte aus einer wärmeren postglazialen Periode anzusehen, inder zahlreiche südliche und östliche Arten eine viel weitere Verbreitung in Mitteleuropa besassen.

46. Veronica longifölia L. (= V. maritima L.). Langblätteriger Ehrenpreis.

Fig. 26a und b.

Ausdauernd, 40 bis 120 cm hoch. Wurzelstock walzlich, knotig, schief. Stengelaufrecht, einfach oder oben ästig, flaumig. Blätter gegenständig oder die oberen zu dreibis vier-wirtelig, kurzgestielt, ei-lanzettlich bis lineal-lanzettlich, lang zugespitzt, am Grundeschmal zugerundet, vom Grunde bis zur Spitze scharf ungleich-gesägt, beiderseits zerstreutflaumig. Blüten in meist mehreren, endständigen, walzlich-kegeligen, dichten Aehren. Blütenkurzgestielt. Blütenstiele etwas kürzer als ihr lineales Tragblatt, gleich der Traubenspindelkurzflaumig (Fig. 26b). Kelch vierspaltig mit dreieckig-lanzettlichen, 1 bis 3 mm langen Zipfeln.Blumenkrone 6 bis 7 mm lang, mit walzlicher, innen behaarter Röhre und deutlich zwei-lippigem Saum, blaulila. Kapsel verkehrt-herzförmig, 3 mm lang. VI bis VIII.

Zerstreut auf nassen Wiesen, an Gräben, Ufern, vornehmlich in tieferen Lagen;fehlt in der Schweiz gänzlich.

') Lat. unehelich, unecht.