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1 (1914) Anorganische Chemie
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Eisen und seine Salze.

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Wird frisch gefälltes Eisenhydroxyd, Fe(OH) 3 , bei 30°getrocknet, geht es unter Wasserverlust über in das etwasdunklere Ferrum oxydatum fuscum, Fe(OH) 3 -|-Fe(OH).0,das früher offizineil war.

Ferrum oxydatum saccharatum s. im organ. Teil.

Ferrihydroxyd, Fe(OH) 3 , Ferrum hydricum, Eisen-hydroxyd, erhält man durch Fällen einer Eisenchlorid-lösung mit Ammoniak bei gewöhnlicher Temperatur.

FeCL, + 3NH 4 OH = Fe(OH) 3 + 3NH 4 C1.

In höherer Temperatur erhält man wasserärmere Hy-drate (s. unten). Eisenhydroxyd ist ein brauner, voluminöserNiederschlag, der sich in Säuren wie auch in Eisenchlorid-lösung (s. S. 132) und in Zuckerlösung bei Gegenwart einergeringen Menge Natriumhydroxyd löst (s. organ. Teil).

Geschichtliches Interesse hat das noch von der Phar-macopoea Germanica ed. II aufgenommene AntidotumArsenlci. Schon 1834 hatte man gefunden, daß arsenigeSäure mit Eisenhydroxyd eine völlig unlösliche und un-giftige Verbindung, das arsenigsaure Eisenoxyd gibt,

As 2 0 3 + 2Fe(OH) 3 = 2FeAs0 3 + 3H 2 0.

Diese ungiftige Verbindung gibt aber nur das frisch gefällteEisenhydroxyd Fe(OH) 3 , nicht die wasserärmeren Hydroxyde(HO) 2 Fe.O.Fe(OH) 2 und O = Fe. O. Fe(OH) 2 , welche ausdem gefällten Fe(OH) 3 bei dessen Aufbewahrung von selbstsich bilden. Deshalb mußte das Arsengegengift im Be-darfsfalle stets durch Mischen einer mit Wasser verdünntenLösung von schwefelsaurem Eisenoxyd (S. 134) mit einerAnreibung von Magnesiumoxyd in Wasser frisch bereitetwerden.

3Fe 2 (S0 4 ) 3 -j- 3Mg(OH) 2 = 2Fe(OH) 3 + 3MgS0 4 .

Ferrum chloratum, Eisenchlorür, FeCl 2 , entstehtbeim Lösen von Eisen in Salzsäure: Fe-j-2HCl = FeCI 2-f- 2 H. Der hierbei stets auftretende unangenehme Geruchrührt von Kohlenwasserstoffen her, die aus dem Kohlen-stoff des Eisens sich bilden. Das Salz kristallisiert mit4 Molekülen Wasser in grünen Kristallen; die Lösung warfrüher als Liquor ferri chlorati offizinell und ist Zwischen-produkt bei der Darstellung des Liquor ferri sesquichlorati.Mannheim, Pharmazeutische Chemie. I. 9