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1 (1914) Anorganische Chemie
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Metalle.

Ferrum reduetum. Reduziertes Eisen, wird dar-gestellt, indem man über Eisenoxyd, Fe 2 0 3 , das sieh ineinem Rohr aus schwer schmelzbarem Glase oder Porzellan be-findet, bei dunkler Rotglut arsen- und schwefelwasserstofffreies,trockenes Wasserstoffgas leitet; dabei wird die Hauptmassedes Oxydes nach der Gleichung Fe 2 0 3 -f- 6H = 2Fe + 3H 2 0zu Eisen reduziert; eine völlige Reduktion gelingt nicht,ein Teil des Eisenoxydes bleibt unverändert oder wird bloßzu Ferroferrioxyd, Fe 3 0 4 , reduziert. Nach beendeter Re-duktion, wenn am kälteren Ende des Rohres sich keineWassertröpfchen mehr zeigen, läßt man den Inhalt imWasserstoffstrome erkalten und entnimmt erst dann dasvöllig erkaltete Präparat dem Rohr. Statt des Eisenoxydskann man auch Perrooxalat nehmen; es bildet sich dannzunächst Eisenoxydul: (COO) 2 Fe = FeO + CO + C0 2 .

Graues, glanzloses Pulver; es enthalte mindestens 90°/ 0metallisches Eisen. Es wird vom Magnete angezogen undgeht beim Erhitzen unter Verglimmen in schwarzes Eisen-oxyduloxyd über.

Prüfung. Auf Graphit, Kohle, Silicium, PeS,Arsen (wie Ferr. pulv.), Natriumcarbonat, herrührendvon mangelhaftem Auswaschen des ZwischenproduktesEisenhydroxyd (Wasser, damit geschüttelt, soll neutral seinund beim Verdampfen höchstens 0,15 °/ Rückstand hinter-lassen). Gehaltsbestimmung s. Bd. III.

Eisenhydroxydul, Pe(OH) 2 , erhält man als weißenNiederschlag beim Fällen einer Eisenoxydulsalzlösung mitNatronlauge unter Abschluß von Luft.

FeS0 4 -f 2NaOH = Fe(OH) a -f Na 2 S0 4 .Der Niederschlag zieht begierig Sauerstoff an und färbtsich dabei grün, schließlich braun.

Ferrioxyd, Ferrum oxydatum rubrum, Fe 2 0 3 ,Eisenoxyd, wird rein dargestellt, indem man im Liquorferri sesquichlorati das Eisen mit Ammoniak als Hydroxydfällt und dieses nach dem Abfiltrieren und Auswaschenglüht. Es kann auch durch Glühen von Ferrosulfat mitKaliumnitrat und Ausziehen der Schmelze mit Wasser er-halten werden. Braunrotes, in Wasser unlösliches Pulver.

Rohes Eisenoxyd, das zu technischen Zwecken Ver-wendung findet, wird als Nebenprodukt bei der Darstellungder Nordhäuser Schwefelsäure gewonnen (s. S. 28).