124
Metalle.
Das Aluminiumsulfat und ebenso das Ferrisulfat, dasChromsulfat und das Mangansulfat haben die Eigenschaft,mit den Sulfaten des Kaliums, Natriums und Ammoniumsisomorphe, im regulären Oktaeder kristallisierende Doppel-salze zu bilden, die den Namen Alaune führen; alleAlaune haben 24 Moleküle Kristallwasser. Die Formelneiniger Alaune sind z. B.:
■ A1 2 (S0 4 ) 3 + 24H 2 0 Kalialaun,
- Cr 2 (S0 4 ) 3 -j- 24 H 2 0 Ammoniakchromalaun,
K 2 S0 4 -(NH 4 )„S0 4 -(NH 4 ) 2 S0 4 + Fe 2 (S0 4 ) 3 -
Alumcn, Kalialaun. Kalialaun findet sich in kleinenMengen natürlich bei Neapel, „neapolitanischer Alaun".'Künstlich wird er auf den AlaunhütteD aus Alaunstein(S. 122) und aus Alaunerde (S. 122) dargestellt. Alaunsteinwird auf 500° erhitzt, wobei er unter Freiwerden vonWasser in Aluminiumoxyd und Alaun zerfällt, welch letz-teren man mit Wasser auszieht.[K 2 S0 4 + A1 2 (S0 4 ) 3 + 4Al(OH) 3 ] = [K 2 S0 4 + A1 2 (S0 4 ) 3 ]+ 2A1 2 0 3 + 6H 2 0.
Alaunerde oder Alaunschiefer wird in Haufen auf-geschichtet und geröstet, wobei sich zunächst Ferrosulfatund freie Schwefelsäure bilden.
FeS 2 + H 2 0 + 70 = FeS0 4 + H 2 S0 4 .Die Schwefelsäure zerlegt dann den Ton in lösliches Alu-miniumsulfat und in unlösliche Kieselsäure, die sieh zu-sammen mit unlöslichen Eisenoxyden abscheidet. Das Röst-produkt zieht man mit Wasser aus, läßt den Eisenvitriol('S. 133) soweit als möglich auskristallisieren und fügt zudem Filtrat Kaliumsulfat. Das sich ausscheidende Alaun-mehl wird dann durch Wiederauflösen und Umkristallisierengereinigt.
Kalialaun bildet farblose, durchscheinende, harte,oktaedrische Kristalle oder kristallinische Bruchstücke, diehäufig oberflächlich bestäubt sind und in 11 Teilen Wasserlöslich sind; in Weingeist sind sie fast unlöslich. Diewässerige Lösung reagiert sauer und schmeckt stark zu-sammenziehend ; sie gibt mit Natronlauge einen weißen,gallertigen, im Überschuß des Fällungsmittels löslichenNiederschlag, der sich auf Zusatz von Ammoniumchlorid-