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1 (1914) Anorganische Chemie
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Metalle.

schmolzen, beim Erkalten scheiden sich Kristalle von reinemBlei aus, die mechanisch entfernt werden; diese Operationwird so oft wiederholt, bis der Gehalt an Silber etwa 1 °/ 0beträgt. Im Treibofen wird die Masse dann unter Über-blasen von Luft so lange erhitzt, bis alles Blei zu Bleioxydverbrannt ist (Treibarbeit). Dieses fließt durch seitlicheÖffnungen ab. Die letzte über dem Silber liegende dünneHaut von Bleioxyd zerreißt mit einem Male und dasmetallische Silber kommt zum Vorschein (Silberblick),vgl. S. 100,

Das Parkesieren beruht darauf, daß geschmolzenesZink silberarmem Blei das Silber vollkommen entzieht,nach dem Erkalten scheidet sich die Zinksilberlegierung, dasie sich mit Blei nicht mischt, an der Oberfläche ab, siewird vom Blei getrennt und aus ihr das Zink durchDestillation abgeschieden.

Das nach diesen Verfahren erhaltene Silber (Werk-silber), das immer noch Verunreinigungen enthält, dientzur Darstellung von reinem Silber. Man erhitzt es unterZusatz von Blei, wobei die fremden Metalle oxydiert werden,während reines Silber zurückbleibt.

Will man im kleinen aus Silbermünzen (die deutschenSilbermünzen bestehen aus 90°/ 0 Ag und 10°/ 0 Cu) reinesSilber gewinnen, so löst man diese in Salpetersäure, fälltmit Salzsäure das Silber aus und reduziert das Chlorsilbernach dem Trocknen durch Schmelzen mit Soda:

2 AgCl + Na 2 C0 3 = 2 Ag -f 2NaCl + O + C0 2 .

Argentum loliatum, Blattsilber, wird aus reinemSilber dargestellt, indem man Silber zunächst zu dünnemBlech auswalzt und dieses durch Hämmern zu dünnenBlättchen ausdehnt. Silber läßt sich zu so dünnen Blätt-chen schlagen, daß 1000 qcm 0,15 g wiegen.

Prüfung. Auf Kupfer, Blei, Wismut (Blattsilbersei in Salpetersäure klar und farblos löslich; der durch Salz-säure erzeugte Niederschlag sei in Ammoniak farblos löslich).

Argentum colloidale, Kolloidales Silber, Coll-argolum, erhält man bei der Reduktion von Silbernitratdurch Perrosulfat bei Gegenwart von Natriumeitrat; grün-oder blauschwarze, glänzende Blättchen, die sich in Wasserkolloidal lösen.