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1 (1914) Anorganische Chemie
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Metalle.

Bleioxyd, Plumbum oxydatum, PbO, wird technischin großen Mengen dargestellt und dient als Ausgangs-material zur Gewinnung sehr vieler Bleiverbindungen. Ausmetallischem Blei stellt man es dar, indem man dieses ingroßen Herden (Treibherden) schmilzt und einen konstantenLuftstrom darüber bläst, Pb -}- 0 = PbO ; aus silberhaltigenBleierzen gewinnt man es so als Nebenprodukt bei derGewinnung des Silbers (vgl. S. 108). Erhitzt man das Blei-oxyd bis zum Schmelzen und läßt es dann wieder er-kalten, so erhält man es in Form kleiner rhombischerSchüppchen, der Bleiglätte, und zwar erhält man beiraschem Erkalten ein hellgelbes Pulver (Silberglätte), beilangsamem Erkalten ein mehr rötlich gelbes Pulver (Gold-glätte). Massicot ist Bleioxyd, das durch Glühen vonBleicarbonat oder Bleinitrat gewonnen wird, wobei mandie Temperatur nur so hoch, steigen läßt, daß ein Schmelzendes Oxyds vermieden wird.

PbC0 3 = PbO -f C0 2 .

Pb(N0 3 ) 2 = PbO -f 0 -f 2N0 2 .

Liiliargyrum, Bleiglätte, bildet ein gelblichesoder rötlich gelbes Pulver, in Wasser unlöslich, inverdünnter Salpetersäure zu einer farblosen Flüssig-keit löslich, welche mit Schwefelwasserstoflwassereinen schwarzen, mit Schwefelsäure einen weißen, inNatronlauge löslichen Niederschlag gibt. 100 Teilesollen durch Glühen höchstens 1 Teil an Gewicht ver-lieren.

Prüfung. Auf einen Gehalt von mehr als 5°/ 0 Blei-carbonat (1 g dürfen beim Glühen höchstens 0,01 g ver-lieren), auf Eisen, Kupfer (Ammoniak bläut die mitH 2 S0 4 ausgefällte Lösung und fällt Fe(OH) 3 ), auf metal-lisches Blei, Bleisulfat, Ton (5 gr müssen sich in5 cem Wasser und 20 cem verdünnter Essigsäure beimSieden bis auf höchstens 0,05 g lösen).

Bleiglätte wird technisch in großen Mengen gebraucht,als Anstrichfarbe, zur Darstellung anderer Bleiverbindungen,zu Pflastern (s. Bd. II).