Druckschrift 
1 (1914) Anorganische Chemie
Entstehung
Seite
63
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Kalium und seine Salze.

63

Schlempe), enthalten reichliche Mengen von Kaliumsalzen.Sie werden eingedampft und geglüht; dem Rückstand, derSchlempekohle, wird das Kaliumearbonat mit Wasser ent-zogen.

Heute werden weitaus die größten Mengen Pottascheaus Carnallit dargestellt, nach Methoden, die der Über-führung des Chlornatriums in Natriumcarbonat sehr ähn-lich sind. Ähnlich wie es beim Leblano-Prozeß (S. 76)geschieht, führt man Chlorkalium erst in Kaliumsulfat,dieses in Kaliumsulfid und dieses in Kaliumearbonat über.Oder man zersetzt Kaliumchlorid in wässeriger Lösungdurch den elektrischen Strom und neutralisiert das ent-standene Kaliumhydroxyd mit Kohlensäure (Elektro-lytische Pottasche), vgl. S. 6.

Nach einem neueren Verfahren leitet man in eineLösung von Chlorkalium, in der Magnesiumcarbonat feinzerteilt ist, Kohlendioxyd. Neben Magnesiumchlorid bildetsich ein unlöslicher Körper von der Zusammensetzung[MgC0 3 -j- KHC0 3 -j- 4H 2 0] ; derselbe wird von der Lösunggetrennt und mit Wasser unter Druck auf 120° erhitzt,wobei er in Kaliumearbonat, Magnesiumcarbonat und Kohlen-dioxyd zerfällt. Die beiden letzteren Nebenprodukte werdenzu einer neuen Operation verwendet.

Aus roher Pottasche läßt sich reine Pottasche durchUmkristallisieren nicht gewinnen, weil sie in Wasser zuleicht löslich ist und die Verunreinigungen (KCl, K 2 S0 4 undandere Salze) stets wieder mit auskristallisieren. Die früheroffizineile gereinigte Pottasche, Kalium carbonicumdepuratum, stellte man dar, indem man rohe Pottasche mitder gleichen Menge Wasser behandelte und das Filtratwieder eindampfte. Reines Kaliumearbonat stellte manfrüher vielfach her durch Glühen eines Gemisches vonWeinstein und Kalisalpeter, Kalium carbonicume Tartaro, Sal Tartari (eine so hergestellte Pottascheist aber in der Regel cyankaliumhaltig); heute gewinnt manes durch Glühen von Kaliumbicarbonat, das sich leicht reinerhalten läßt: 2KHC0 3 = K 2 C0 3 -f C0 2 -j- H 2 0; vgl. S. 64.

Kalium carbonicum crudum, Pottasche, bildetein weißes, trockenes, körniges, in 1 Teil Wasser fastvöllig löslicb««, alkalisch reagierendes Pulver: 100 Teile

>.,..-.,:..V':----'*V_-> ' .'.^ r ~.':-;..- rv-y y .,,:.*.-: