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1 (1914) Anorganische Chemie
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Metalloide.

2. Einfacher erhält man sie durch Einleiten vonSchwefelwasserstoff in Bromwasser unter allmählichem Nach-fügen von Brom. Die so erhaltene rohe Säure wird vomSchwefel ahfiltriert und dann durch Destillation gereinigt.2Br-f H 2 S = 2HBr + S.

Klare, farblose, in der Wärme flüchtige Flüssigkeit;Chloroform färbt sich beim Schütteln mit Bromwasserstoff-säure, die mit Chlorwasser versetzt ist, braungelb. MitSilbernitrat gibt sie einen gelblich-weißen Niederschlag, derin Ammoniak wenig löslich ist.

Die Bromsäure, HBr0 3 , selbst ist nicht offizineil. Manerhält sie in wässeriger Lösung durch Zersetzung des brom-sauren Bariums Ba(Br0 3 ) 2 mit verd. Schwefelsäure:

Ba(Br0 3

H 2 S0. t = 2HBr0 3 -f BaSO.

Salze dieser Säure entstehen durch Einwirkungauf heiße Alkalilaugo nach der Gleichung:

6 Br + 6 KOH = KBrO, + 5 KBr + 3 ILO

4-

von

Bros»

12Br + 6Ba(OH) 2 = B;i(Br0 3

5BaBi-4-6H 2 0.

Vgl. die Darstellung des Kaliumbromids S. 55 und S. 56.Eügt man zu einer Lösung von Kaliumbromid, KBr, dasmit bromsaurem Kalium KBr0 3 verunreinigt ist, verdünnteSchwefelsäure, so wird die Lösung durch das nach derGleichung

KBr0 3 + 5 KBr + 3H 2 S0 4 = GBr 4 3K 2 S0 4 4 3H 2 0frei werdende Brom gelbbräunlich gefärbt.

Diese Reaktion findet Anwendung bei der Prüfung voaBromiden auf bromsaure Salze (vgl. Kaliumbromid S. 56)und bei der quantitativen Bestimmung von Phenol (vgl.toxikologische Chemie und Bd. III Arzneimittelprüfungen).

Jod.

Jod wurde im Jahre 1812 von Courtois in den Mutter-laugen von Soda aufgefunden und von Desormes undClement als Element erkannt. Seinen Namen erhielt esvon Gay-Lussac wegen seines violettgefärbten Dampfes(von iwdqs = veilchenblau).

Vorkommen. Jod kommt nur gebunden vor, an Iva-