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1 (1914) Anorganische Chemie
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Chlor.

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Acidum hydrochloricum (purum), Reine Salz-säure. Die Darstellung reiner Salzsäure aus roherSäure ist umständlich; man stellt sie bequemer daraus reinem Chlornatrium und reiner Schwefelsäure inGlasgefäßen, wobei man die Gewichtsverhältnisse sowählt, daß auf 1 Molekül NaCl 1 Molekül H 2 S0 4kommt; als Nebenprodukt erhält man Natriumbisulfat:NaCl -j- H 2 S0 4 = HCl + NaHS0 4 .

Unter diesen Verhältnissen geht die Reaktion schon bei120130° vor sieh, während bei Anwendung von 2 Mol.NaCl auf 1 Mol. HS0 4 die Temperatur zum Nachteil derGlasgefäße viel höher steigt. Das HCl-Gas wird in Wasseraufgefangen.

Farblose Flüssigkeit von 24,825,2°/ 0 HCl-Gehalt,spez. G. = 1,1261,127. Mit Silbernitrat gibt sie denin Ammoniak leicht löslichen Niederschlag von Chlor-silber, mit Braunstein erwärmt, entwickelt sie Chlor.

Prüfung. Auf Arsen (mit Zinnchlorür), freies Chlor(mit Jodzinkstärkelösung, 2C1 -j- ZnJ 2 = 2J -+- ZnCl 2 ),Schwermetalle (mit H 2 S), Eisen (mit Kaliumferrocyanid),Schwefelsäure (mit Bariumnitrat), schweflige Säure(mit Jodlösung und Bariumnitrat, H 2 S0 3 -+- H 2 0 -+- 2J =H 2 S0 4 4-2HJ). Gehaltsbestimmung s. Bd. III.

Acid. hydrochlor. dilutum, Verdünnte Salz-säure, ist eine Mischung gleicher Teile konzentrierterSäure und Wasser, spez. G. = 1,0611,063; sie ent-hält 12,412,6% HCl.

Gehaltsbestimmung s. Bd. III.

Acid. hydrochloric. fumans, Rauchende Salz-säure, enthält 38°/ 0 HCl; spez. G. = 1,19.

Von den Sauerstofisäuren des Chlors sind als wichtighervorzuheben die unterchlorige Säure HCIO und die Chlor-säure HC10 3 . Die freien Säuren, die nur in Lösung bekanntsind, sind nicht offizinell, wohl aber finden einige ihrer Salzeausgedehnte Anwendung.