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1 (1914) Anorganische Chemie
Entstehung
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Chlor.

Leitet man Chlor in wässerige Jodkaliumlösung, sowird Jod in Freiheit gesetzt:

Cl + KJ = J-j-KCl.Diese Beaktion findet in der Jodometrie Anwendung.

Chlor wirkt auf niedere Organismen (Krankheits-erreger, Bakterien) in hohem Grade zerstörend einund ist ein in Form von Chlorkalk und Chlorwassersehr oft angewandtes Desinfiziens.

Aqua chlorata, Aqua Chlori, Solutio Chlori,Chlorwasser. Chlorkalkwürfel (aus Chlorkalk undgebranntem Gips mit Hilfe von Wasser geformteWürfel) zersetzt man im Kippschen Apparate mit ver-dünnter Salzsäure, wäscht das Chlorgas mit wenigWasser und leitet es dann in Wasser von 10° ein, bisdieses gesättigt ist.

Gelbgrüne Flüssigkeit, die alle Eigenschaften desGases selbst hat und blaues Lackmuspapier sofort bleicht,aber nicht rötet. Unter dem Einfluß des Lichtes zer-setzt es sich schnell unter Freiwerden von Salzsäurenach der Gleichung 2 Cl -f- H 2 0 = 2 HCl -f- 0, weshalbes vor Licht geschützt in dunkeln Flaschen aufbewahrtwerden muß. Es enthält 0,40,5% Cl.

Gehaltsbestimmung s. Bd. III.

Chlor bildet in Verbindung mit Wasserstoff denChlorwasserstoff, HCl, dessen wässerige Iiösung, dieChlorwasserstoffsäure, in der Begel als Salzsäure be-zeichnet wird. Zusammen mit Wasserstoff und Sauer-stoff bildet das Chlor die Säuren:

HCIO unterchlorige Säure,

HC10 2 chlorige Säure,

HC10 3 Chlorsäure,

HC10 A Uberchlorsäure.