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1 (1914) Anorganische Chemie
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Metalloide.

2. Durch Erwärmen von Braunstein, Chlornatrium undSchwefelsäure:

Mn0 2 + 2NaCl+2H 2 S0 4 =2Cl+MnS0 4 -fNa 2 S0 4 +2H 2 0. -

3. Durch Erwärmen von Salzsäure mit Kaliumdichromat:14HC1 -f K 2 Cr 2 0 7 = 6C1 + 2CrCl 3 + 2KC1 + 7H 2 0.

4. Durch Erwärmen von Salzsäure mit einer wässerigenLösung von chlorsaurem Kalium:

6HC1 + KCIO., = 601 + KCl + 3H 2 0.Diese Methode wird namentlich in der toxikologischen Chemiezur Zerstörung von organischen Substanzen benutzt.

5. Durch Einwirkung von Salzsäure auf Chlorkalk:[Ca(0Cl) 2 -f CaCl 2 ] + 4HC1 = 4C1 + 2CaCl 2 + 2H 2 0.

6. Technisch wird Chlor in großen Mengen gewonnendurch Elektrolyse der wässerigen Lösung von Chlornatriumoder Chlorkalium:

NaCl + H 2 0 = Cl + H + NaOH.Vgl. S. 77 und 63 Soda- und Pottaschefabrikation.

Chlor ist bei gewöhnlicher Temperatur ein gelbgrünes,sehr giftig wirkendes Gas von erstickendem Gerüche,das zu einer gelblichen Flüssigkeit verdichtet werdenkann. In Wasser ist es löslich, und zwar je nach derTemperatur in verschiedenen Verhältnissen; Wasservon 15° löst etwa 2,2 Volumina, Wasser von 10° etwa3 Volumina Chlor; mit Wasser von 0°4° verbindetes sich zu einer kristallinischen Verbindung, dem sog.Chlorhydrat [Cl 2 -f- 10H 2 0], das beim Erwärmen auf10° wieder in Chlor und Wasser zerfällt.

Chlor ist ein energisches Oxydationsmittel, bei Gegen-wart von Wasser verbindet es sich allmählich mit demWasserstoff zu Chlorwasserstoff HCl, während derSauerstoff frei wird. In absolut trockenem Zustandegreift es Eisen nicht an, welcher Umstand es ermög-licht, flüssiges Chlor in Stahlbomben aufzubewahrenund in den Handel zu bringen.