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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Tafel 74.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Chamaeorchis alpinus. Habitus.

2. Herminium Monorchis. Habitus.

3. Coeloglossum viride. Habitus.

3a. Blüte (von vorn).

4. Gymnadenia albida. Habitus.

4a. Blüte (von vorn).

Fig. 5. Gymnadenia conopea. Habitus.

6. Gymnadenia odoratissima. Habitus.

6 a. Blüte (von vorn).

7. Piatanthera bifolia. Habitus.

8. Nigritella nigra. Habitus.

duftend, fast einseitswendig angeordnet. Tragblätter linealisch-lanzettlich bis lanzettlich,krautartig, kaum so lang (selten länger) als der gedrehte, blassgrüne Fruchtknoten. Perigon-blätter frei, glockig zusammenneigend, mit etwas aufstrebenden Spitzen (Taf. 60, Fig. 20);die äusseren eiförmig oder eiförmig-länglich, stumpflich (das mittlere breiter und an derSpitze ausgerandet), die seitlichen innern etwas schmäler, stumpf, undeutlich 3-lappig, amGrunde verbreitert, an der Spitze meist zurückgebogen. Lippe spornlos, meist tief spiess-förmig-spaltig, wenig länger als die äusseren Perigonblätter, stumpf-gekielt, am Grunde sack-förmig-buckelig, nach vorwärts gerichtet. Seitenlappen sichelig nach vorn gekrümmt,linealisch, stumpf (seltener kurz oder fast zahnartig, etwa halb so lang als der stumpfeMittellappen. Säulchen kurz. Staubbeutel klein. Pollinien gross, weiss, mit sehr kurzenStielchen und mit wagrecht aufsitzender, grosser Klebdrüse verbunden. V bis VII.

Auf trockenen oder feuchten Wiesen, an grasigen Abhängen, auf überwachsenenSandflächen, meist gesellig; kalkliebend. In den Voralpen bis gegen 1/00 m ansteigend(in den Lesachtaleralpen in Kärnten bis 1800 m).

Fehlt in Deutschland rollständig im nordwestlichen Flachlande, in Schleswig-Holstein und in denProvinzen Brandenburg, Posen, West- und Ostpreussen. Fehlt in Oesterreich gleichfalls vollständig inMähren, Schlesien und Istrien; in Böhmen sehr selten (nur bei Krumau und Hohenfurt).

Allgemeine Verbreitung: Gemässigtes Europa (fehltin der immergrünen Regiondes Mittelmeergebietes und in der ungarischen Tiefebene), Kaukasus, Sibirien, westlicherHimalaya.

Die kleinen, stark nach Honig duftenden Blüten werden von winzigen Hymenopteren, Fliegen, Käfern undZwergschlupfwespen besucht. Dabei heften sich die Pollinien an die Schenkel eines der Vorderbeine (nach Knuth).Im Gegensatz zu den meisten einheimischen Orchideen vermehrt sich Herminium ähnlich wie Goodyera (pag. 390)vegetativ durch Ausbildung von Ausläufern. In den Herbarien ist gewöhnlich nur eine Knolle vorhanden.

CLXXXIX. CoeloglÖSSUm 1 ) Hartm. Hohlzunge.

Ausser nr. 706 gehört zu dieser Gattung nur noch C. satyrioi'des Nyman (= Örchis satyrioi'desStev., = Piatanthera satyrioi'des Rchb.), aus der Krim und Westasien.

706. CoeloglÖSSUm vfride Hartm. (= Satyrium viride L., = S. füscum Huds., = S. alpinumSchmidt, = Piatanthera viridis Lindl., = Gymnadenia viridis Lindl., = Habenäria viridis R. Br.).Grüne Hohlzunge. Franz.: Orchis grenouille; ital.: Testicolo di volpe. Taf. 7L Fig. 3.

Ausdauernd, 6 bis 25 (36) cm hoch. Knollen länglich, kaum zusammengedrückt,meist tief 2- (seltener 3-) spaltig (selten auch ungeteilt), mit zarten Nebenwurzeln. Stengelstumpf-kantig, hell-gelbgrün, bis ziemlich hoch hinauf beblättert, am Grunde in der Regelmit 2 anliegenden Scheidenblättern. Laubblätter 3 bis 5, voneinander entfernt, eiförmio-bis länglich-lanzettlich, blaugrün, nervig, die untern in einen kurzen Stiel verschmälert, dieobern kleiner und sitzend. Blütenähre fast locker, 2 bis (über) 9 cm lang, wenig- bis ziemlichzahlreich- (namentlich bei Exemplaren des Waldes) blutig. Blüten klein, grünlich-gelb,

») Gr. 7.01X0$ [koi'ios] = hohl und yXäooa [glössa] = Zunge; nach dem breit ausgehöhlten Sporn.

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