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in vielen Rassen und Hybriden — z. T. als Schnittblumen — in Gewächshäusern kultiviert, so namentlich Vertreterder Gattungen Cypripedium (= Cypripedilum), Selenipedflium, Paphiopedflum, Di'sa, Coelogyne (C. cristätaLindl. ausdem Himalaya mit grossen, weissen Blüten ist eine bekannte und dankbare Schnittblume), Epidendrum, Diäcrium,Cattleya (C. labiäta Lindl. ist eine sehr populäre und zugleich eine sehr vielgestaltige Art, die in verschiedenenFormen [f. Trianaei, Schroederi, Mendeli, Mossiae], weiss bis dunkelrot, das ganze Jahr in Blüte gehalten werdenkann), Lä^Iia, Brassävola, Sobrälia, Pha-us, Catasetum, Anguloa, Lycäste, Stanhöpea, Dendröbium, Cirrhopetalum,Maxilläria, Odontogldssum, Miltönia, üncidium, Vanda, Angrecum, Phalaenöpsis etc. Dagegen haben die Orchideenals Nutzpflanzen eine verhältnismässig geringe Bedeutung. Die wichtigste von ihnen ist VaniIIa planiföliaAndrews, eine ursprünglich in Mexiko beheimatete, heute aber an zahlreichen Stellen der Tropen (Reunion,Mauritius, Seychellen, Tahiti, Ceylon, Java, Guadeloupe, Kamerun, Deutsch-Ostafrika) plantagenmässigkultivierter Kletterstrauch mit grossen, fleischigen, meist grünlich-gelben Blüten. Die aromatischen Früchte(Schoten) liefern die Vanillen des Handels (si'liquaeVanillae) und die offizinelle Droge (FructusVanillae. Pharm.Germ., Austr., Helv.). Zu diesem Zwecke werden die Früchte in noch unreifem Zustande gesammelt und einemkomplizierten Gärungs-bezw.Trockenprozess unterworfen. Die künstliche Bestäubung (1837 durchMorren in Paris ein-geführt) ist eine sehr einfache Manipulation, die mit einem ca. 10 cm langen, zugespitzten Stäbchen sehr schnell ausgeführtwerden kann (ein geschulter Arbeiter kann an einem Morgen mehr als 1000 Blüten bestäuben). In neuerer Zeit be-dient man sich gewöhnlich der Bienen zur Befruchtung, die viel rationellere Arbeit leisten. So vermögen aufCeylon 50 Bienenvölker täglich 15 000 000 Vanilleblüten zu befruchten. Der wertvollste Bestandteil, welcher denSchoten das charakteristische Aroma verleiht, ist das Vanillin (1,5 bis 2,75 °/o), welches häufig an der Ober-fläche der Früchte in weissen, glänzenden Nadeln auskristallisiert. Ausser V". planifölia werden auch dieFrüchte von einigen andern Arten geerntet, so von V. odoräta Presl (Ekuador), V. Pompdna Schiede (liefertdie Vanille von Guadeloupe und Martinique), V. Gardneri Schiede (Vanille von Batavia und Brasilien), V. phaeänthaRchb. f. (Jamaika, Trinidad), V. Guianensis Splitg. (Surinam) etc. ■— Offizinell sind ferner die TüberaSalep (Pharm. Germ., Austr., Helv.), d. h. die während oder unmittelbar nach der Blütezeit gegrabenenWurzelknollen von verschiedenen einheimischen Orchideen (O. masculus, militaris, Morio, ustulatus, Anacamptis,Piatanthera bifolia usw.). In Deutschland werden die Knollen hauptsächlich in der Rhön, im Taunus und imOdenwald gegraben; die Hauptmenge wird aber über Smyrna aus Kleinasien eingeführt. Der Salep, der bereitsden alten Griechen bekannt war, kam erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts nach Deutschland. Er enthältin dem Grundgewebe sehr viel Schleim (ca. 50°/o) und wird als einhüllendes Mittel bei Diarrhöen Kinderngegeben. In der Technik wird Salep statt Gummiarabikum als Klebemittel etc. verwendet.
Da die Orchideen zu den interessantesten und prächtigsten Formen unserer Flora gehören, wirdihnen oft in unsinniger, vandalischer Weise nachgestellt, so dass sie an vielen Stellen entweder schon ganzausgerottet oder doch sehr selten geworden sind. Dass dies nicht erst heute der Fall ist, geht aus einerMitteilung von Robert Finckh hervor, der berichtet, dass schon zur Zeit des Herzogs Karl von Württembergganze Wagenladungen von Ophrys Arachnites bei Urach ausgegraben und verschickt wurden (nach Gradmann).In neuerer Zeit ist deshalb das Ausgraben von verschiedenen Orchideen (namentlich Cypripedium, Nigritella,Ophrys) durch Gesetze und Verordnungen verboten worden. Andrerseits stellen auch die Schweine, die anmanchen Orten zur Eichel- oder Buchmast in die Wälder getrieben werden, den Knollenorchideen nach; sosucht man z. B. im Saupark bei Hannover vergeblich nach Knollenorchideen. Auch durch Entwässerung, durch denTorfstich oderDüngung sind zahlreiche Standorte verschwunden. Sämtliche Orchideen werden auf der Weide vom Viehnicht berührt. Zur Zeit der Heuernte sind sie bereits verwelkt und liefern ein kraftloses, schlechtes Futter. Bei guterDüngung verschwinden sie von selbst. In der Kultur wachsen sie im allgemeinen schlecht (am besten noch Listera o vata).
1. Lippe schuhförmig, sackartig aufgeblasen. Staubblätter 2, seitenständig, unter der scheiben-förmigen Narbe liegend (Taf. 69, Fig. 11 bis 13). Seitliche äussere Perigonblätter miteinander meist ganzverwachsen, nach abwärts gerichtet..................Cypripedium CLXXX.
1*. Lippe niemals sackartig aufgeblasen. Staubblatt 1. Seitliche äussere Perigonblätter höchstensam Grunde verbunden............................... 2.
2. Pflanze mit grünen Blättern......,................. 3.
2* Blätter (und Stengel) niemals grün, sondern nur gelbliche, bräunliche oder weissliche Scheiden-blätter vorhanden (vgl. auch Serapias).........................22.
3. Stengel am Grunde eine grüne, von Blattscheiden oder deren Resten umhüllte Knolle tragend.Blüten stets gelbgrün............................... 4.
3*. Knolle am Grunde nicht von grünen Blattscheiden oder Scheidenresten umgeben oder Grund-achse kriechend................................. 5.
4. Blütenstand 3- bis 8-blütig. Laubblätter in der Regel 2, fast gegenständig. Griffelsäule nachvorn gekrümmt. Zerstreut auf Torfmooren................... Liparis CCI1.
4*. Blütenstand eine ziemlich reichblütige Traube. Laubblätter 1 bis 3 (4). Griffelsäule kurz, gerade.
Malaxis CCI.