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Tafel 68.
Erklärung der Figuren.
Blüten von Orchideen (alle Figuren vergrössert).
Fig. 1. Epipactis palustris.„ 2. Epipactis atropurpurea.„ 3 u. 4. Epipogium aphyllum (von vorn und von
der Seite).„ 5. Listera ovata.„ 6. Goodyera repens.„ 7, 8 u. 9. Cephalanthera rubra (Oynostemium
von der Seite, von vorn und von hinten).,, 10. Labellum von Cephalanthera rubra.„ 11. Chamaeorchis alpinus-„ 12. Himantoglossum hiränutn.„ 13. Spiranthes autumnalis.
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Aceras anthropophorum.Malaxis paludosa.Piatanthera bifolia.Limodorum abortivum.Liparis Loeselii.Corallorrhiza innata.Herminium Monorchis.Gymnadenia conopea.Neottia nidus avis.Nigritella rubra.Nigritella nigra.Listera cordata.
förmiges Protocorm, auf dem dann erst die Anlagen der Sprosse und Wurzeln auftreten. Die Protocorme ent-halten in ihrem Innern ein pilzführendes Gewebe. Verschiedene saprophytisch lebende Arten (Neottia,Coralliorrhiza, Epipogium etc.) zeigen von den erdbewohnenden Arten einen abweichenden Bau und Habitus. Dasgrüne Assimilationsgewebe fehlt vollständig. Die Blätter sind zu schuppenförmigen Gebilden reduziert. Viele sapro-phytisch lebenden Formen (aber auch viele äutotrophe Arten) besitzen eine endotrophe Mykorrhiza (Fig. 447 a bis e).Die tropischen Arten, die zum grossen Teil epiphytisch leben, zeigen eigentümliche biologische Erscheinungen.Weit verbreitet sind bei ihnen die sog. Luftwurzeln (vgl. Bd. I, pag. LVII), deren äussere Zellschichten (Wurzel-hülle oder Velamen) als Atmungsorgane und Wassersammler dienen, sowie die grünen, oft ziemlich starkenBulben oder Pseudobulben, die als Reservestoffspeicher und Assimilationsorgane angesprochen werden können(Bd. V, pag. LXXX, Fig. 110). Einzelne wenige Arten zeigen stark umgebildete, grüne, assimilierende Wurzeln(Taemophyllum, Polyrrhiza, Campylocentron) und dabei vollständige Reduktion der Laubblätter. Zu denWurzelkletterern zählt namentlich Vanilla. Die Bestäubung der Orchideen wird in der Regel durch Insekten(bei einzelnen Arten vielleicht auch durch Vögel) vermittelt und geschieht auf sehr mannigfache Weise. Damithängt auch der unendliche Formenreichtum und die so verschiedenartigen biologischen Einrichtungen (Bewegungs-,Reiz- und Schleudererscheinungen. Besonders interessant ist in dieser Beziehung die Gattung Catasetum!), die schonbei den europäischen Arten ins Unendliche steigen, im Zusammenhange (näheres bei den einzelnen Gattungen!). Beieinzelnen Arten kommt auch Selbstbestäubung vor. Ueber die vegetative Vermehrung vgl. Malaxis (Fig. 447),Cephalanthera, Neottia. Die Verbreitung der winzig kleinen und sehr leichten Samen erfolgt durch den Wind. Beieinzelnen Arten finden sich an der Innenseite der Fruchtklappen sog. Schleuderhaare (hygroskopisch), welche beiAenderung des Feuchtigkeitsgehaltes der Luft ihre Lage verändern und dadurch die Samen herausschleudern.Infolge eines Fettgehaltes vermögen die Samen lange Zeit im Boden zu liegen, ohne zu faulen (daher erklärtsich z.T. auch das Wiederauftreten verlorengegangener Standorte. Epipactis microphylla und Coralliorrhiza innatakönnen Jahrzehnte lang ausbleiben). In der Kultur bekommt man ohne künstliche Bestäubung nur selten reife Samen.Während einzelne tropische Orchideen ephemere oder doch nur wenige Tage geöffnet bleibende Blüten besitzen,gibt es Arten, deren nicht bestäubte Blüten 1 bis 3 Monate aushalten. Die Bestäubung zieht nämlich invielen Fällen eine Verkürzung der Blütendauer nach sich. Dabei machen sich verschiedene Vorgänge be-merkbar, die ohne Bestäubung niemals eintreten (Schwellen des Gynostemiums, Schwellen des Fruchtknotens,Vergrünen des Perianths; letzteres z. B. bei Listera ovata). Durch Bestreuen der Narbe mit Sand oder durch.Verwundung der Narbe wird die Blütendauer gleichfalls abgekürzt (weiteres darüber bei Fitting, Hans rBeeinflussung der Orchideenblüten, Zeitschrift für Botanik. Bd. I. 1909).
Die Orchideen sind fast über die ganze Erde verbreitet und zählen ca. 10000 Arten. Ihre Haupt-entwicklung haben sie aber in den Tropen (namentlich in den Urwäldern der Gebirge), von wo die Zahl derArten nach den Polen hin stark abnimmt. In den gemässigten und kalten Zonen sind sie ziemlich spärlichvertreten und finden sich besonders gern auf einem kalkhaltigen Boden. Von den mediterranen GattungenSerapias, Aceras, Himantoglossum und Limodorum (ebenso einige Orchis-Arten) strahlen mehrere Arten± weit nach Mitteleuropa aus. Auch in der hochalpinen Region sind sie sehr schwach vertreten. Eigentlichendemisch-alpin sind nur der kalkliebende Orchis globosus und Nigritella rubra; arktisch-alpin sindNigritella nigra und Chamaeorchis alpinus, hochnordisch Calypso borealis Salisb. (verwandt mit Coralliorr-hiza). Zahlreiche Arten werden wegen ihrer Schönheit, sowie ihrer imposanten und wohlriechenden Blüten