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versehen, zuweilen gegliedert. Staubblätter 1 oder 2, vereinzelt bis 5 (theoretisch in 2 drei-zähligen, stark reduzierten Kreisen stehend), in der Verlängerung der hohlen Blütenachseeingefügt und mit dem Griffel zu einer Säule (colümna, Gynostemium oder Befruchtungs-säule) verwachsen; bei den einheimischen Arten ist nur 1 Staubblatt des äussern Kreises oder
die beiden paarigen Staubblätter des innern Kreisesfruchtbar, die andern meistens staminodial (Fig. 420 a),die 3 hintern stets fehlend (Fig. 417 a, b). Dasfertile Staubblatt trägt eine zweifächerige, durchSchwinden der Scheidewand oft ein-, seltener vier-fächerige Anthere. Pollen bei Cypripedium (Fig. 417 e,f), Cephalanthera und Neottia staubförmig; amhäufigsten aber sind die Pollenzellen durch eine zähe,klebrige Masse (Viscin) zu einem oder mehrerenoft keulenförmigen Körpern (Pollinium) verbunden(Fig. 416d, 417c, d), deren jeder einem Pollensackentspricht. Pollinien meist mit einem nach abwärts ge-richteten Stiel, welcher am Grunde mit der rundlichen,nackten oder in einem Beutelchen (bursicula) einge-schlossenen Klebdrüse verbunden ist (Pollinien mit denCaudiculae und der Klebmasse werden als Pollinariumbezeichnet). Fruchtknoten unterständig, aus 3 Car-pellen gebildet, 1- oder 3-fächerig, meist gedreht undsitzend, seltener gestielt, mit 3 wandständigen, gabeliggeteilten Samenleisten (Fig. 416c). Griffel meistfehlend. Narben dreilappig; normal sind jedoch nurdie beiden seitlichen Lappen. Der mediane (nach derUmdrehung nach hinten liegende) ist zu einem sich zwischen die beiden Staubbeutelhälfteneinschiebenden Schnäbelchen (rostellum) umgewandelt, das bei den einheimischen Gattungenein Beutelchen darstellt. In dem letztern liegen — durch Desorganisation des Gewebesentstanden — Gummiklumpen. Bei Cypripedium ist die Narbe kurz gestielt, scheibenförmigund wird von einem Staminodium (Taf. 69, Fig. 11, 12, 13) überdacht. Frucht meistenseine durch 6 Längsspalten aufspringende, trockene Kapsel (seltener nicht aufspringend odereine Beere) mit sehr zahlreichen, äusserst kleinen Samen (Fig. 427e). Embryo gewöhnlichungegliedert, stets ohne Wurzel, nur selten mit einem Kotyledon, zumeist ein wenig-zelliges Kügelchen in der losen, dünnhäutig-durchsichtigenSamenschale darstellend. Nährgewebe vollständig fehlend.
Unsere einheimischen Orchideen sind insgesamt als Geo-phyten zu bezeichnen, welche durch unterirdische, zuweilen korallen-artig verzweigte (nr. 723 u. 733) Rhizome oder durch Knollen ausdauern.Bei einzelnen Arten (Orchis, Ophrys etc.) hat die Knolle im unternTeile Wurzel-, im obern Teile Stammcharakter. Alljährlich wird inder Achsel eines Niederblattes eine neue Knolle angelegt, währenddie alte abstirbt. Die Knolle repräsentiert also eine Seitenknospe,welche mit ihrer ersten Wurzel oder deren mehreren verschmilzt unddann anschwillt. Gewöhnlich sind im Sommer an einer Pflanze
2 Knollen (eine Doppelknolle) vorhanden; die ältere, meist dunklere
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und zur Blutezeit schlaffere, tragt den oberirdischen Blutenstengel, cypripedium (l Lippe, c Schuh, .« Stami-
während die kräftigere und hellere an ihrer Spitze die Knospe des nodien;. c Pollinium. d Einzelne Pollen-
nächstjährigen Stammes aufweist (vgl. die Volksnamen!). Bei der tetr *<' en vo " ° r H chis ^"^"'nd ■" wLXt
° ^ te ' einladen verbunden. e, J J- und 1-terniger
Keimung entsteht aus dem Samen gewöhnlich zunächst ein knollen- Pollen von Cypripedium.
Fig. 416. a Kugelige, b handförmig-geteilte Knolle.c Querschnitt durch den einfächerigen Fruchtknotenmit 3 gegabelten Plazenten (J>) von Kpipactis.rfFollinarium. p Pollenmasse(Pollinium), r Stielchen(caudicula). k Klebscheibe.