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2. Monocotyledones 2 (1907)
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651. Iris sambucfna 1 ) L. Holunder- Schwertlilie. Taf. 65, Fig. 3.

Ausdauernd, 40 bis 60 cm hoch. Grundachse dick, ziemlich stark verzweigt, kurzkriechend. Stengel verzweigt (zuweilen schon von unten an). Laubblätter graugrün, kürzerals der Stengel. Hochblätter ziemlich stark aufgeblasen, oberwärts trocken. Blüten starknach Holunder duftend. Aeussere Perigonabschnitte dunkel-blauviolett, mit weissem,dunkelgeadertem Grunde und mit weissem Bart. Innere Perigonabschnitte schmutzig-graublauoder trüb-gelb violett, am Grunde gelblich, an der Spitze deutlich ausgerandet, ziemlichplötzlich in den Nagel verschmälert. Staubbeutel kürzer als die Staubfäden. Narbeschmutzig gelb. Zipfel der Oberlippe der Griffeläste eiförmig, zusammenstossend. V, VI.

Stellenweise an steinigen Abhängen, an Felsen, auf Bergwiesen, auf Mauern, altenBurgen; in Südtirol (Ledrotal) bis 950 m aufsteigend. Nirgends ursprünglich wild.

Diese Art, welche gelegentlich verwildert vorkommt und sich an zahlreichen Stellen vollständig ein-gebürgert hat (z. B. auf der Schwäbischen Alb, mehrfach in Bayern nördlich der Donau: bei Regensburg, Passau,Bogenberg, Arnsberg, Weidnitz, Burgkundstadt), ist eine alte Kultur-Zierpflanze von unbekannter Herkunft.Vielleicht stellt sie eine Kreuzung von J. Germanica L. mit J. variegata L. dar.

652. Iris squälens 2 ) L. (= J. lürida Ker-Gawler). Schmutzig-gelbe Schwertlilie. Fig. 392.

Ausdauernd, 40 bis 100 cm hoch (ähnlich nr. 652).Stengel nur oberwärts verzweigt. Laubblätter stark graugrün,sichelförmig gekrümmt. Hochblätter stumpf. Blüten wenignach Holunder riechend. Aeussere Perigonabschnitte aus keil-förmigem Grunde verkehrt-eiförmig, meist purpurviolett, vonbraunen, dunklen Adern durchzogen, mit gelbem Bart. InnerePerigonblätter schmutzig hellgelb, + violett oder lila über-laufen, an der Spitze nicht oder nur unbedeutend ausge-randet, ziemlich plötzlich in den Nagel verschmälert. Zipfelder Oberlippe der Griffeläste eiförmig, spreizend. VI.

Sehr selten an Felsabhängen, an steinigen Orten, inGebüschen. Ausserdem gelegentlich aus Gärten verwildert.

Fehlt in Deutschland gänzlich. In Oesterreich einzig imsüdlichen Tirol (mehrfach im Ledrotal, bei Arco und bei Bozen-Gries.Weitere Angaben sind nicht sicher). In der Schweiz einzig im Unter-engadin (in Menge an einer sehr steilen, schwerzugänglichen Tonschiefer-wand westlich von der Burgruine Tschanuff bei Remüs, ca. 1200 m) undzwar in der var. Räitica Brügger. Die äusseren Perigonblätter etwasschmäler, weiss berandet, die innern länger, allmählich in den Nagel ver-schmälert (vgl. Killias, Ed., Flora des Unterengadins, 1887, pag. 177)-Wenn auch die Lokalität (alte Burg) eine eventuelle (wenn auch alte) An-pflanzung nicht vollständig ausschliesst, so macht doch das gleichzeitigeAuftreten von zahlreichen anderen xerothermen Arten im Unterengadin,wie Tunica saxifraga, Saponaria ocymoides, Lychnis fios Jovis, Coronillavaginalis, Cytisus radiatus (an dergleichen Stelle wie die var.), Oxytropis pilosa,Dracocephalum Austriacum, Euphrasia lutea, Thesium montanum, EuphorbiaCarniolica, Scabiosa agrestis, Andropogon ischaemum (Bd. I, pag. 182),Lasiogrostis calamagrostis (Bd. I, pag. 206), Stipa pennata, Carex humilis etc.ein ursprüngliches (wildes) Vorkommen sehr wahrscheinlich. Auch in Süd-tirol dürfte diese Art ursprünglich als einheimisch zu betrachten sein.

) Die Blüten riechen nach Holunder (Sambucus).

) Lat. squalere = schmutzig sein; nach der schmutziggelben Blütenfarbe dieser Art.

Fig. 392. Iris squälens L. a HabitusC/i natiirl. Grösse), b Fruchtknotenmit Perigonröhre. c Staubblatt. (/Quer-schnitt durch den Fruchtknoten. (Dieäussere parenchymatöse Schicht löstsich von der inneren Schicht mit starkverdickten Zellwänden ab), e Narben-lappen.