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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Tafel 63.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Asparagus offlclnalis. Stengelstück mit Beeren. 2. Streptopus amplexifolius. Blütenstengel. 3. Paris quadrifolia. Habitus.

Fig. 4. Convallaria majalis. Blütentraube, Blätterund Fruchtstand. 5. Polygonatam mulüflomm. Blühender Spross.

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Die Gattung Asparagus umfasst ca. 100 Arten, die in der alten Welt vor allem in den regen-armen Gebieten (im Kapland [ca. 35 Arten] und im östlichen Mittelmeergebiet) beheimatet sind. In derHauptsache sind es Xerophyten, welche durch den unterirdischen, oft fleischigen Wurzelstock, die verkümmertenBlätter und die Chlorophyll enthaltenden Zweigleindem trockenen Standort gut angepasst sind. MehrereArten mit hängenden, windenden oder kletterndenStengeln sind bei uns in Zimmern und Veranden be-liebte Zierpflanzen (auch Schnittpflanzen für Bouquets),so besonders: 1. Asparagus plumösus Baker ausSüdafrika (bis Natal). Stengel dünn, verholzend. Schein-blätter (Phyllokladien) borstlich, sehr dünn (federartig),meist zu 6 bis 12, bis 1 jt c m lang. 2. A. SprengeriRegel aus Natal. Stengel ziemlich schlaff, kletternd oderhängend (bis 2 m lang). Phyllokladien flach, geradeoder wenig gebogen, hellgrün, fast bis 4 cm lang, lockergestellt (nr. 1 und 2 werden häufig als Ampelpflanzengezogen). 3. A. medeoldidesThunb. (== Medeolaasparagdides L., = Myrsiphyllum asparagöides Willd.,= Ruscus volübilis Thunb.) aus Südafrika. Stengelwindend, mit hellgrünen Aesten. Phyllokladien breit(nicht nadeiförmig), lanzettlich bis eiförmig, bis über 3 cmlang, lederartig, spitz, vielnervig, am Grunde abgerundetoder herzförmig. Seltener sind: 4. A. scändensThunb. aus dem Kapland. Stengel lang, kletternd, mitgekrümmten Zweigen. Scheinblätter fast immer zu 3,deutlich einrippig und 5. A. crispus Lam. vom Kap,mit sehr wohlriechenden Blüten. Das Rhizom vonA. officinalis (Fig. 374a) besteht aus mehreren Spross-generationen. Zur Blütenentwicklung gelangen jedoch erst die Sprosse des dritten Jahres. Die scheinbarenBlattbuschel, welche in den Achseln von schuppenförmigen Stengelblättern stehen (Fig. 3741, 375 f), repräsen-oppelwickel mit gestauchter Scheinachse (Fig. 374 m). Diesen gehören als basiläre Seitenprodukte bezw.als erste Seitenzweige auch die Blütenstiele (Fig. 374m II) an, während der Mitteltrieb (1) imstande istsich weiter zu entwickeln.

Scheinblätter borstenförmig. Die freien Staubfäden nicht viel länger als die länglichen Staub-beutel (Fig. 374e). Schuppenförmige Stengelblätter gespornt (Fig. 3741) . . . . A. officinalis nr. 633.1 . Scheinblätter haardünn. Staubfäden in der Regel bis 4 mal so lang als die rundlichen Staub-beutel (Fig. 375d). Schuppenförmige Stengelblätter ohne Sporn.......A. tenuifolius nr. 634.

633. Asparagus officinalis L. (= A. ältilis Aschers., = A. hortensis Mill.). Garten-Spargel. Franz.: Asperge; ital.: Asparago, Sparagio; tschech.: Chfest. Taf. 63, Fig. 1,

Fig. 373 und 374.Die Entlehnung des Wortes Spargel (vgl. pag. 260 Anm. 1) erfolgte teils direkt aus dem lateinischenasparagus (so besonders die niederdeutschen Formen), teils auf dem Umwege über das italienische sparagio, sparagi.Das schriftdeutsche Spargel scheint nach Analogie von Kerbel und Kümmel gebildet zu sein: Aspars(Holstein), Sparjes (z. B. Braunschweig, Wesergebiet), Spajes, Sparrs, Speis (Wesergebiet); Sparge(Nassau), Sparrje (Rheinpfalz); Spergel (Nordböhmen), Sparigel (Niederösterreich); Spargle, Sparz,Spars (Schweiz). Im Dialekt des Tessin heisst der Spargel Sparg.

Fig. 373. Weibliche Fruchtexemplare vom Spargel (Aspa-ragus officinalis L.), aus Südtirol. Phot. KunstmalerK. Soffel, München.