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rinnig, graugrün (6 bis über 10 mm breit), zur Blütenzeit noch ganz erhalten. Blütenstandeine lockere, endständige, anfänglich pyramidenförmige, 20- bis 50-blütige Traube. Trag-blätter lanzettlich-zugespitzt, 1 bis 2 cm lang. Blütenstiele nach aufwärts gerichtet, viel länger(bis 3 cm lang) als die Tragblätter. Perigonblätter verkehrt-lanzettlich, nach dem Ver-blühen zusammengerollt und fest zusammenschliessend, weiss mit grünlichen Nerven,stumpf lieh, 10 bis 12 mm lang und bis 3 mm breit, die äusseren mit 4 bis 7 Längsnerven.Staubfäden nach der Blüte zusammengedreht, aus lanzettlichem Grunde lang zugespitzt,kaum halb so lang als die Perigonblätter. Fruchtknoten elliptisch, gewöhnlich länger alsder (bis 10 mm lang) Griffel. Fruchtkapsel eiförmig, dreifurchig. Kapselklappen vornzugespitzt, 5 bis 12 mm lang. Samen länglich, schwarz, ca. 5 mm lang. — VI, VII.Selten auf Aeckern, Brachen, Wiesen, in Feldern.
Einzig in Niederösterreich (aber nicht ursprünglich, sondern aus Ungarn eingeschleppt!) vorübergehendin der Umgebung von Wien, in der Ebene südlich der Donau, im Wiener Walde bei Walpersdorf (St. Polten)und in Mähren (bei Borschitz zwischen Klein- und Gross-Blattnitz).
Allgemeine Verbreitung: Südeuropa (von der iberischen Halbinsel bis in denBalkan), Ungarn, Kaukasus, Vorderasien bis Persien, Nordafrika, Kanaren.
CLXIV. MllSCäri 1 ) L> Bisamhyazinthe. Franz.: Cougüou; engl.: Grape
Hyacinth; tschech.: Modfenec.
Kleine bis mittelgrosse, kahle Zwiebelpflanzen. Laubblätter grundständig, lineal,flach oder rinnig (Fig. 367 f, 370 e). Blütenstand eine endständige Traube. Blüten klein, dunkel-blau bis violett (selten weiss), hängend oder nickend, die obersten gewöhnlich unfruchtbar(Fig. 372 c), zuweilen anders gefärbt und länger gestielt. Tragblätter in der Regel nichtausgebildet. Blüten duftend bis fast geruchlos. Perigon klein, abfallend, krugförmig-glockigoder walzlich-eiförmig, an dem etwas verschmälerten Saume kurz sechszähnig. Staubblätter6, kurzfädig, der Röhre eingefügt (Taf. 62. Fig. 3 a, Fig. 370 d, 371a, 372 b), deutlich in2 Kreisen angeordnet, aus dem Perigon nicht hervorragend. Griffel 1, fadenförmig. Narbe3-lappig. Fruchtkapsel fachspaltig, scharf dreikantig (fast geflügelt), in jedem Fach ge-wöhnlich 1 bis 2 Samen (Fig. 367h, 370g, 371b, 372d) enthaltend. Samen verkehrt-eiförmigbis fast kugelig, zuweilen mit Anhängsel, mit schwarzer, runzeliger Samenhaut (Fig. 370h,3671). Embryo klein (Fig. 367 k, 3/01, 371 d).
Die Gattung umfasst ca. 50 Arten, die besonders im Mittelmeergebiet, im Orient und in Vorder-asien zu Hause sind. Von da dringen einige Arten mehr oder weniger weit nach Mitteleuropa vor. M. tenui-florum ist eine typische pannonisch-pontische Art. Immerhin sind die meisten Arten in Mittel- und Nord-deutschland als nicht ursprünglich, sondern als Kulturbegleiter oder als Gartenflüchtlinge zu betrachten. DieMuscari-Arten sind als Bienenblumen zu bezeichnen, bei welchen am Grunde des Fruchtknotens („Septal-drüsen", Fig. 370g) und des Perigons Honig abgesondert wird. Einige Arten werden ausserdem von ver-schiedenen Dipteren oder von Faltern (z. B. Vanessa urticae) besucht. Die + zahlreichen obern, sterilen Blütendienen dazu die verhältnismässig kleinen Blüten auffälliger zu machen. Bei nr. 631 und 632 finden sich unterden obersten, geschlechtslosen Blüten auch einige offene mit verkümmertem Stempel. Die Blüten sind homogamund schwach proterogyn.
Da Muscari racemosum und M. botryoides in der Benennung vom Volke nicht näher unterschiedenwerden, mögen ihre Namen an dieser Stelle gemeinsam behandelt werden. Auf die charakteristische Anordnungder Blütentraube (vgl. auch die latein. Spezies-Bezeichnungen) beziehen sich: Weinträuberl (z. B. inNiederösterreich, Salzburg); Träubchen (Weichseldelta), Trübli (Schweiz), Aprillatrübli, Maiatrübli(St. Gallen), Steitrübli [auf Gartenmauern angepflanzt] (Unterwaiden: Buochs); Katzentraube (Elsass);Mauseschwänzchen (Ostpreussen), Zöpferln [von Zopf] (Niederösterreich), Kölbelen [Kölbchen] (Tirol:Innsbruck). Nach der rundlichen, aufgeblasenen Blütenform heisst die Pflanze: Perlblümchen, Perl-
l ) Von arabisch Muskarimi (griechischer Moschus), Bezeichnung von Muscari muscari L. (= M.moschätum Willd., = Hyacfnthus Muscari L.), wegen der moschusduftenden Blüte dieser Art.