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2. Monocotyledones 2 (1907)
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Tafel 61.

Erklärung der Figuren.

Fig. 1. Lilium martagon. Obere Partie einesblühenden Stengels. 1 a. Perigonblatt mit Honigfurche. 2. Lilium bulbiferum. Blütenstengel.

Fig. 2 a. Bulbillen.

3. Fritillaria meleagris.

4. Tulipa silvestris.

4 a. Fruchtknoten mit Staubblättern.

Hg'n (Tirol, Kärnten), Hing, Lüling, Jüling (Niederösterreich); Jilge, Jjel, Jilj e (Elsass), Ilge,Ilga, Ille (Schweiz), Uelle (Zug), J ille (Basel); auch ist das erste r l" zun" geworden wie in Nilje(Hessen, Göttingen); Nilge (in Zusammensetzungen) (Nordböhmen). Zum Unterschied von anderen Lilium-Arten heisst L. candidum (nach der Blütenfarbe): Weissa Lüling (Niederösterreich); Wisse Ilge etc.(Schweiz); als Sinnbild der Reinheit und Keuschheit: Josefslilie, Josephinilge, Antonien ilge (Nord-böhmen), Unschuldsblumen (Kärnten: Ferlach). Die Blumenblätter werden in Oel, Essig oder Wasseraufbewahrt (Ilgenöl im Kanton Thurgau) und bei Brandwunden, Quetschungen und Ausschlägen verwendet;daher: Dokter-Ilie (Aargau), Brand-Ilgä (St. Gallen). Wegen der abfärbenden Staubgefässe (vgl. L. bulbi-ferum) wird die Blume im Nahegebiet Gälnase [= Gelbnase] genannt.

Ausdauernd, 60 bis 150 cm hoch, mit breit-eiförmiger, gelblicher Schuppenzwiebel. Stengel reichlichbeblättert. Laubblätter länglich bis linealisch-lanzettlich, kahl, überwinternd (die grundständigen sich bereitsim Herbst entwickelnd), spitz. Blütenstand 5- bis 20-blütig. Blüten weiss (selten purpurrot gestreift odergefleckt), mit aufrecht abstehenden Stielen, die unteren nickend. Perigon vom Grunde an trichterförmigerweitert. Perigonblätter stumpf, oben zurückgebogen. Staubbeutel gelb. Griffel etwa so lang als die Perigon-blätter. Frucht verkehrt-eiförmig. VI, VII. Die Heimat der weissen Lilie ist das östliche Mittelmeer-gebiet. Schon von alters her (bei den Griechen und Römern) war sie eine beliebte Zierpflanze, die auch vonder Kirche sie galt als Symbol der himmlischen Reinheit verehrt wurde. Statt der Blüten entwickeltsich in Gärten gelegentlich ein dichter, monströser Laubspross, der aus zahl-reichen, dicht gedrängten Laubblättern gebildet wird. Die abends duftendenBlüten werden von Nachtfaltern bestäubt. Wird in Deutschland als Arzneipflanzez. B. in Jenalöbnitz kultiviert.

Gleichfalls zu der Liriötypus- Gruppe (Blätter schmal, ohne Stiel. Perigon-blätter nur an der Spitze sichelförmig zurückgebogen) gehören: 2. L. longiflörumThunb. aus China und Japan, mit 2 bis 6 weisssen, meist wagrecht abstehenden,im untern Teil fast zylindrischen, über der Mitte trichterförmig erweitertenBlüten. 3. L. Bröwnii Poit. (= L. odörum Planch.) aus China und Korea.Blüten meist einzeln, sehr gross, bis 15 cm lang, wohlriechend, weiss und purpur-rot. Staubbeutel rotbraun. Von Lilien aus der Archeli'rion- Gruppe (Perigonzur Blutezeit weit geöffnet, dessen Blätter fast vom Grunde an stark zurück-gekrummt) werden bei uns gelegentlich gezogen: 4. L. auratum Lindl. Gold-le ' Heimat: Japan, Korea. Blüten bis 20 cm lang, weiss, innen mit gold-gelbem Mittelstreifen und rot gefleckt (bis ganz gelb). 5. L. lanciföliumunb. ( = L. speciösum Thunb.) aus Japan. Perigonblätter weiss(oft rot überlaufen), rot punktiert. 6. L. tigrinum Ker-Gawler. Tigerlilie.Heimat: China und Japan. Blüten leuchtend scharlachrot oder rotgelb, mitgrossen, schwarzpurpurroten Flecken. Aus der Is olirion- Gruppe (Blüten auf-engonblätter oberwärts zurückgekrümmt. Griffel gerade.) kommtausser nr. 609 nur 7. L . elegans Thunb. (= L. Thunbergiänum Schult.), inBetracht. Bluten orange-rot, wenig-gefleckt, 8 bis 9 cm lang. In die M ä r t a g o n -Gruppe (Bluten nickend. Perigonblätter deutlich zurückgerollt) gehören mehrerez. 1 einander sehr nahestehende Arten, wie das L. Chalc edönicum L. ausGriechenland und den jonischen Inseln mit scharlachroten, nicht duftenden Blüten,

L. Jänkae Kerner f= T wua .. . T _,,

J * u - Aloanicum Heuff., = L. Pyrenaicum Baumg.) aus

Siebenbürgen und aus dem Balkan, L. superbum L. aus dem atlantischenNordamerika, L.pardAlinum Kellogg aus Kalifornien, L.mcnadelphum Bieb.(= L. Loddigesiänum Schult, fil.) aus dem Kaukasus und aus Nordpersien, L.Leichth'ni Hook. fil. aus Japan, L, Humboldtii Roezl et Leicht, aus Kali-fornien, L. Canadense L. aus dem östlichen Nordamerika und L. p o mpöniu mL. aus Oberitalien, Südfrankreich und den Pyrenäen

Fig. 353, Lilium candidumL. a Junge, diesjährige Pilanze,rechts daneben ein blühenderStengel. 5 Staubblätter undFruchtknoten. c Staubbeutelmit Staubfaden.

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