189
21. Blüten schwefelgelb oder grünlichgelb. Blütenstand wenigblütig (zuweilen auf eine Blüte reduziert).Staubbeutel mit der Basis auf die Spitze des Staubfadens gestellt. Blüten zuweilen meh r zählig. Gagea CLV.
21*. Blütenhüllblätter weiss, mit grünem Mittelstreifen .... Ornithogalum (z. T.) CLXIII.
22. Blätter zweizeilig angeordnet (wie bei Tofieldia), ungestielt, reitend. Perigonblätter lebhaft gelb.Nur im nordwestdeutschen Flachland und am Niederrhein. Moorpflanze . . . Narthecium CXXXXVII.
22*. Blätter spiralig angeordnet (bei Lilium martagon sind die mittlem häufig einander quirlig genähert) 23.
23. Blütenstiele gegliedert. Pflanze ohne Zwiebeln. Wurzeln büschelig. Blüten weiss ... 24.23*. Blütenstiele nicht gegliedert.......................25.
24. Blütenhüllblätter am Grunde verwachsen. Staubfäden am Grunde verbreitert, den Fruchtknotenüberdeckend. Wurzeln fleischig, rübenförmig (Fig. 321). Südalpen (Fig. 322, 323) . . . Asphodelus CLL
24*. Blütenhüllblätter ganz frei. Staubfäden fadenförmig. Blütenstand traubig, zuweilen verzweigt.Pflanze ohne Zwiebeln und ohne rübenförmige Wurzeln . .......... Anthericum CLIIl.
25. Blütenhüllblätter mit Honiggrube. Blüten gross, purpurrot oder rotgelb (selten weiss), in lockeren,traubigen oder doldigen Blütenständen. Stengel beblättert........ . _ Lilium (z. T.) CLVIII.
25*. Blütenhüllblätter ohne Honiggrube, weiss, grünlichgelb oder blau, seltener rot oder violett. 26.
26. Pflanze ohne Zwiebel, mit büschelförmigen Wurzeln. Blüten gross, trichterförmig, weiss, einseits-wendig. Fruchtknoten kurz gestielt. Alpenpflanze.............. Paradisia CL11.
26*. Zwiebelpflanzen. Fruchtknoten sitzend................... 2/.
27. Blüten weiss oder gelb, auf dem Rücken grün gestreift . . Ornithogalum (z. T.) CLXIII.27*. Blüten blau, violett, selten rosa oder ausnahmsweise weiss........Scilla CLXU.
CXXXXVI. Tofieldia 1 ) Huds. Liliensimse.
Ausdauernde Kräuter von grasartigem Habitus. Laubblätter zweizeilig angeordnetungestielt, reitend (wie bei den Schwertlilien), lineal-lanzettlich, schwertförmig, meist grund-ständig (die stengelständigen, wenn vorhanden, oft [besonders die obersten] klein). Blütenklein, wenig auffällig, meist zu endständigen Trauben (seltener Rispen) vereinigt. Staub-fäden dem Grunde der Perigonblätter eingefügt. Griffel 3. Frucht kapselig, vielsamig,mit kantigen, scheidewandspaltigen (Fig. 314b, f), an der Spitze sich öffnenden Klappen.
Die Gattung umfasst ca. 20 Arten, die besonders in der nördlich-gemässigten und in der arktischenZone verbreitet sind. In Europa nur die beiden folgenden Arten.
1. Blütenstand dicht unter der Blüte ein dreilappiges Vorblatt tragend (Taf. 58, Fig. 1 b). Perigon-blätter gelblich. Laubblätter mehrnervig.................T. calyculata nr. 566.
1*. Blütenstand ohne Vorblätter, in der Achsel eines dreilappigen Tragblattes stehend (Fig. 315b).Laubblätter gewöhnlich dreinervig....................T. palustris nr. 567.
566. Tofieldia calyculata 2 ) Wahlenb. (= Anthericumcalyculatum L., = A. calycinum Braun, = A. pseudo-asphödelus Jacq., = Heriteria anthericoides Schrank,= Helonias borealis Willd., = Narthecium flavescensWahlenb.). Kelch-Liliensimse. Ital.: Falso Asfo-dello; engl.: False Asphodel, Scottish Asphodel. Taf. 58,Fig. 1 und Fig. 314 a bis d.
In der Schweiz heisst die Pflanze Hunggräs, Hüngelivon „Hung* = Honig, wegen der honigreichen Blüten, in Kärnten(Bleiberg) gelbes Kohlrösl (vgl. auch Nigritella).
Ausdauernd, 10 bis 30 (45) cm hoch. Grund-achse kurz, durch die faserigen Reste der vorjährigenBlätter schopfig. Stengel meist aufrecht, zuweilen etwasgeschlängelt. Blätter schwertförmig, ungestielt, reitend,linealisch, mehrnervig, 2 bis 4 mm breit, allmählich scharf
Fig. 314. Tofieldia calyculata Wahlenb,a Reife Frucht mit Perigon. b Querschnittdurch die Fruchtkapsel, c Obere Partie einesgeöffneten Fruchtblattes (Z das I.eitbündel desFruchtblattes), d Same. Nar th e c ium ossi-fragum Huds. e Fruchtkapsel von aussen./ Querschnitt durch die Fruchtkapsel.
*) Von Hudson nach dem englischen Botaniker Tofield benannt.
2 ) Lat. cälyx (Deminutiv calyculus) = Kelch. Die Vorblätter bilden einen Aussenkelch.