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CXXXVII. Arum 1 ) L. Aronstab.
Die Gattung umfasst ca. 15 Arten, welche besonders im Mittelmeergebiet (nr. 516 auch in Mittel-europa) verbreitet sind.
1. Kolben am obern Ende violettbraun. Blattspreiten oberseits gleichförmig grün oder bräunlich gefärbt.
' A. maculatum nr. 516.
1*. Kolben am obern Ende weiss. Blattspreiten oberseits weisslich geädert. A. Italicum nr. 517-
516. Arum maculatum L. (= A. vulgäre Lam.). Gefleckter Aronstab. Franz.:Gouet; ital.: Gigaro, Gichero, Aro; tschech.: Aron. Taf. 55, Fig. 3 und Fig. 257.
Viele Volksnamen dieser Pflanze lehnen sich an das lateinische Arum an und erfahren dadurch ofteine Umdeutung wie in Aronwurz, Aronkraut, Aronstab (an den Hohenpriester Aron des altenTestamentes) oder wie in den Bezeichnungen, die an „Alraun" anklingen: Aron, Aran, Aräun (Schwaben),Ar one(n) chrut (Schweiz), Rone(n)chrut (Schweiz: Aargau), Alerone(n)chrut, Alronechrut, Airline(Schweiz: Solothurn). Sehr häufig vergleicht man den Blütenkolben, der teilweise in die Blütenscheide (spatha)eingehüllt ist, mit einem Wickelkinde oder mit einer Puppe: Papenjungen (Braunschweig), Papenkinder(Braunschweig, Altmark, Göttingen), Paf f ekin dcher (an der Nahe), Hurenkinder (an der Mosel), Hecken-ditzchen, Heckenpüppchen, Aronskindchen (Eifel), Aronkindla (Württemberg: Rauhe Alb), Chindli-chrut, Dittichrut, Dittelichrut [Ditte = Puppe] (Schweiz), Chrippechindli (= Krippenkind: Jesus-kind!] (Schweiz: Zug), Guggerchindli (Schweiz: Waldstätten), Merze(n)chin dli (Schweiz: Zürich), Jude(n)-■chindli (Schweiz: Zürcher Oberland), Chindli und Büebli (Schweiz: Zürich), Poppali, Pfaf fenpopp ali(Schweiz: St. Gallen), Patron editteli [entstellt aus Arone-] (Schweiz: Solothurn). Naturalistischerem Ver-gleiche verdanken die Namen Papenpiten (Waldeck, Göttingen, Mark), Papenpietken (Mecklenburg) [piet.pit = penis] ihre Entstehung. Auf die Gestalt des Blütenkolbens resp. der Blütenscheide gehen auch dieBezeichnungen Antensnepl [Entenschnabel] (Braunschweig), Johanneshaupt (Wien), Wilde Skarnitzel-blume [Sehdanizl, Stranizl etc. aus ital. scarnüzzo = Papierdüte; vgl. auch Calla palustris!] (Steiermark),Trommelschlegel (Schweiz: Thurgau). Die volksmedizinische Anwendung hat der Pflanze die NamenZehrwurzel [gegen Auszehrung gebraucht] (z.B. nördl. Böhmen), Lungenkraut, Lungechrut (Schwaben,Schweiz), Poperagrothworza [= wohl Podagra!] (Schweiz: St. Gallen), Magenkraut (Oberösterreich)eingetragen. Auch Pfingstblume (Caub am Rhein) nennt man das Aronkraut nach der Blütezeit.
Der Aronstab galt imVolksaberglauben als Hexen-kraut (daher auch die An-lehnung des Namens an Al-raun!); so sollte die Pflanzeunter die Türschwelle gelegtden bösen Geistern und dem„Toggeli" (Alp, Mahr, Trud)den Eintritt wehren. Mädchenund Burschen trugen das Krautals %virksamen Liebeszauberbei sich oder verbrannten esmit anderen Hexenkräutern.In manchen Gegenden dessüdlichen Deutschlands undin der Schweiz gilt im Früh-jahr der blühende Kolben jenach seiner Ausbildung alsOrakel für die kommendeErnte, wobei der obere Teildas Korn und der untere (dieFruchtknoten resp. die Früchte)
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Fig. 257. Gruppe von Arum maculatum L., aus der Brühle bei Quedlinburg.Phot. J. C. Th. Uphof, Amsterdam.
J ) Gr. ägov [aron], Name einer Arum-Art bei Theophrast.