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Auf dem Alluvialboden (Etschschlamm) der Marlinger Au bei Meran (280 m) erscheinen als Begleit-pflanzen: Juncus compressus und obtusiflorus, Panicum crus galli, Oryza clandestina, Cyperus flavescens undserotinus, Cuscuta epithymum und Euphrasia stricta.
Allgemeine Verbreitung: Ober- und Mittelitalien, Riviera, Kleinasien, Kau-kasus, Tropen und Subtropen der ganzen Erde.
CXXVI. Trichöphorum v ) Hartm. Haargras.
Ausdauernde Pflanzen. Stengel am Grunde mit Blattscheiden, von denen nur dieoberste eine kleine Spreite trägt. Aehrchen einzeln, endständig. Perigonborsten ganz fehlendoder als 6 die Tragblätter überragende oder kürzere Haare ausgebildet. Die die Atem-höhle begrenzenden Zellwände sind stark verdickt.
Diese Gattung wird von den Systematikern in sehr verschiedener Weise aufgefasst. Da zu einzelnenArten der Gattung Scirpus sicherlich gewisse Beziehungen bestehen, wird sie oft mit dieser vereinigt. T. alpinumwurde früher meistens der Gattung Eriophorum zugeteilt, wohl hauptsächlich wegen der Verlängerung der Perigon-borsten. Es dürfte dies jedoch eine mehr zufällige Uebereinstimmung sein. Sonst sind die drei Arten dieserGattung ihrem morphologischen und anatomischen Aufbaue nach sehr eng verbunden. 2 ) In Europa kommen nurdie 3 folgenden Arten vor, die häufig grosse Bestände bilden. T. atrichum wird leicht übersehen.
1. Perigonborsten 6, die Tragblätter überragend, zuletzt sehr verlängert. Blütenstengel dreikantig.
T. alpinum nr. 378.1*. Perigonborsten nicht verlängert. Blütenstengel stielrund, glatt............2.
2. Pflanze sehr dichtrasenförmig. feste Polster bildend, keine Ausläufer treibend. Perigonborsten 6.Scheidenausschnitt der obersten Scheide (der kurzen Spreite gegenüber) ausgeschweift. T. caespitosum nr. 379.
2*. Pllanze verlängerte Ausläufer treibend. Perigonborsten sehr klein, 3 oder fast fehlend. Scheiden-ausschnitt der obersten Scheide (der kurzen Spreite gegenüber) gleichmässig abgestutzt (Fig. 188 d).
T. atrichum nr. 380.
378. Trichöphorum alpfnum (L.) Pers. (= Eriophorum alpinum L., = Linagröstis
alpina Scop., = Limnöchloa alpina Drejer, = Scirpus trichöphorum Aschers, et Graebner).
Alpen-Haargras, Alpen-Wollgras. Taf. 42. Fig. 5 und Fig. 188e und f.
Ausdauernd, 10 bis 30 cm hoch. Grundachse kurz kriechend, die spärlich sichverzweigende Scheinachse ziemlich dichte Horste bildend. Stengel stets fast alle aufrecht,ziemlich dünn, dreikantig, auf den Flächen gestreift, rauh. Scheiden graugelb, die oberengrün oder grünlich; die oberste zuweilen mit einer bis über 1 cm langen Spreite. Aehrchenoval bis länglich-eiförmig, 5 bis 7 mm lang, gelblichbraun, stumpf, 8- bis 12-blütig. Tragblätterstumpf, lebhaft gelbbraun, mit grünem Mittelstreifen und etwas hellerem Rande, die unterstenso lang oder fast so lang als das Aehrchen, mit laubartiger Spitze. Perigonborstenzu 4 bis 6, glatt (Fig. 188e), zur Fruchtzeit stark verlängert, bis 2 cm lang, schueeweiss, ge-schlängelt. Frucht länglich-verkehrteiförmig, dreikantig, ca. 1,5 cm lang, 73 cm breit,stachelspitzig, dunkelbraun, seltener heller, glänzend. — IV, V.
Stellenweise häufig auf Mooren, besonders in der Bergregion. In den Alpen ver-einzelt bis über 2000 m hinaufsteigend (Tirol: Bergeralpe in Virgen 2050 m, im Wallisselten bis 2200 m, im Berninagebiet bis 2230 m). In Deutschland stellenweise auf denMächen von Hannover, Holstein, Schleswig, Mecklenburg, nördliches Brandenburg (südlichbis Buch bei Berlin), Pommern, Ostpreussen (bei Heidekrug, Tilsit, Goldap), jedochnicht in Westpreussen, ferner Thüringerwald, Riesengebirge, Sudeten, Böhmerwald, Schwarz-wald (selten), schwäbisch-bayer. Hochebene etc.
') Gnech. i)ou, Genetiv- rgi/_6s [thrix, trichds] = Haar und (fi'gnv [phe'rein] = tragen; vgl. Erio-phorum pag. 13, Anm. 1.
2 ) Vgl. hierüber Palla, Eduard. Zur Svstematik der Gattung Eriophorum. Botanische Zeitung,54. Jahrgang (1896) pag. 141.