3*. Oberste Blattscheide meist blasig aufgetrieben. Pflanze lange Ausläufer treibend .... 4.
4. Stengel stielrund. Aehrchenstlele glatt...........E. polystachyon nr. 374.
4*. Stengel dreikantig. Aehrchenstiele mit nach vorwärts gerichteten Kurzhaaren. E. graeile nr. 375.
372. Eriophorum vaginätum L. (= E. caespitösum Host, = Linagröstis vaginäta Scop.)Scheiden-Wollgras. Franz.: Linaigrette des marais. Taf. 42, Fig. 3.
Ausdauernd, 30 bis 70 cm hoch, graugrün, dicht rasenförmig, oft grosse, dichte Polsterbildend (Fig. 180 und 181). Stengel glatt, schlank, unterwärts rundlich, oberwärts dreiseitig.Triebe umscheidet. Grundständige und untere Blätter borstenförmig-rinnig, ca. 1 mm breit, anden Kanten schwach rauh. Stengelblätter mit aufgeblasener Scheide, das oberste oder die beidenobersten ohne Spreite. Aehre endständig, aufrecht, oval bis länglich, zur Blütezeitca. 2 cm lang. Tragblätter einnervig, schmal, lang zugespitzt (Taf. 42, Fig. 3 a), häutig,silbergrau. Früchte verkehrt-eiförmig (Taf. 42, Fig. 3 c), dreiseitig, mit kurzer Stachel-spitze, schwarzbraun bis fast schwarz, 2 bis 3 mm lang, l 1 /* mm breit. — III, IV.
Häufig und meist gesellig auf Hochmooren, in Waldsümpfen, auf Dünenmooren, annassen Stellen in Föhrenwäldern, von der Ebene bis in die Alpen, vereinzelt bis 2600 m(Cancianopass im Puschlav 2510 m ; Zentralalpen von Tirol bis 2600 m).
Allgemeine Verbreitung: Nördliche gemässigte Zone.
Aendert wenig ab: var. s erot inum Aschers, et Graebner. Blütenstände sich erst im Juli oder späterentwickelnd, von den dazu gehörigen Grundblättern weit überragt. — Selten. Frionh m
vaginätum gehörtzu den auffällig-sten und w-ohl niefehlenden Leit-pflanzen derHoch- , Moos-oder Heidemooreund überziehtnicht selten alsreiner Bestandsehr grosse Stre-cken. Stark ent-wickelt sind dieHeidemoore vorallem im nord-deutschen Flach-lande ; ihre gröss-te Ausdehnunghaben dieselbenvom östlichenHolland durchOstfriesland, dasBremische Gebietund Oldenburg bis Schleswig-Holstein, dann wiederum in Ostpreussen. Auch in den Mittelgebirgen (Brocken,Fichtel- und Erzgebirge, Böhmerwald etc.), in den Sudeten, im Schwarzwald und in den Vogesen sind sie stellenweisestark entwickelt. Auf der schweizerischen und schwäbisch-bayerischen Hochebene, sowie in den Alpen bildensie im Landschaftsbild nicht selten grössere Oasen. Ausser den nie fehlenden Sumpfmoosen oder Sphagna(einzelne, sehr wenig kalkempfindliche Sphagnumarten kommen allerdings auch auf den nährstoffreichen Flach-oder Niederungsmooren vor) treten im Hochmoor stets eine grössere Anzahl von Sträuchern (meistens Zwerg-sträucher) auf. Besonders wächtig sind namentlich verschiedene Ericaceen wie Calluna vulgaris, Vacciniumuliginosum und V. oxycoecus, Andromeda polifolia, Erica tetralix und Ledum palustre (in Norddeutschland),ferner Empetrum nigrum, seltener Rubus chamaemorus; in den Hochmooren der Mittelgebirge, der Voralpenund der Hochebenen sowie des schweizerischen Jura die Latsche oder Spirke (Pinus montana), seltener auch Betula
Fig. 181. Hochmoor „Les Ponts" im Neuenburger Jura. Unvollständig- abgetorfte Stelle mit Ansiedlungvon Eriophorum vaginatum-Horsten. (Phot. Dr. F. G. Stebler, Zürich).