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2. Monocotyledones 2 (1907)
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kopfigen oder doldig-spirrigen Blütenstand umgebend (Hüllblätter) oder doch einander starkgenähert, laubartig, zuweilen sehr gross. Aehrchen meist vielblütig, verlängert, zusammen-gedrückt. Spirrenäste oft sehr ungleich lang. Aehrchenachse hie und da geflügelt. Trag-blätter gekielt, zweizeilig, abfallend. Blüten zwitterig, die obersten oft männlich oder ganzfehlschlagend. Blütenhülle (Perigon) fehlend (Taf. 42, Fig. Iaund2b). Staubblätter meist 3,seltener 2 oder 1. Griffel fadenförmig, mit 2 oder 3 Narben.

Die Gattung umfasst ca. 500 Arten, die besonders in den Tropen und Subtropen beider Erdhälftenreichlich entwickelt sind. In der nördlich gemässigten Zone sind sie nur schwach vertreten und hören polwärtsbald auf. Auch in den Gebirgen fehlen sie vollständig. Die meisten von den (21) europäischen Arten fallenauf den Süden, auf das Gebiet der Mittelmeer- und pannonischen Flora, von wo aus sich einige Arten in deren Aus-strahlungen bis nach Mitteleuropa (C. longus und serotinus) verfolgen lassen. Fast alle Cyperus-Arten sind Bewohnervon wasserreichen Niederungen, von Ufern, Teichen und Seen. Die Wurzelknollen einzelner Arten z. B. (C. rotundusund longus) enthalten bitter-aromatische Stoffe und fanden deshalb früher auch als Drogen Verwendung. Die-jenigen von C. esculentus L. (Kulturform von C. aureus Ten. aus dem Mittelmeergebiet, Afrika, Ostindien,und Amerika) besitzen einen mandelartigen Geschmack, schmecken fast wie Haselnüsse oder Mandeln undwerden unter den Namen Bulbuli Trasi seu Dulcina (früher offizinell), Erdmandeln, ital.; Mandorle di terra,Babbaggigi, Dolcichini, Trasi, Zizzole terrestri, franz.: Souchet comestible besonders als Kaffeesurrogat undGenussmittel in den Handel gebracht. Aus diesem Grunde wird die Pflanze zuweilen (z. B. bei Nürnberg) kultiviert;allerdings ist der Anbau in den letzten Jahren sehr zurückgegangen. Wenige Arten (C. alternifölius L. ausMadagaskar, C. congestus Vahl aus Südafrika, Südosteuropa etc., C. Lüzulae Rottb. aus dem trop. Südamerikaund C. papyrus L.) werden bei uns in Kalt- bezw. Warmhäusern (im Sommer auch im Freien) kultiviert.Besonders stattlich und eigenartig in ihrer Tracht ist die Papyrusstaude (C. Papyrus), ital.: Papiro, mit auf-rechtem, dreieckigem, blattlosem Halm, der oben mit einem Schopf von lang- und dünngestielten Blütenährenabschliesst. Der fleischige Wurzelstock ist essbar. Aus' dem Mark des Schaftes wurde im Altertum Papierbereitet. Die Schäfte wurden zu diesem Zwecke gespalten und die einzelnen Häute und Fasern in nochfeuchtem Zustande aneinandergeklebt. Wild kommt die Papyrusstaude im tropischen Afrika und wohl auchin Syrien (im Altertum auch in Aegypten) vor. Im Mittelalter wurde sie nach Malta, Sizilien und Calabrienverpflanzt. Heutzutage ist C. Papyrus vor allem bei Syrakus (aus der Griechenzeit her) am Flusse Anapo ingrösseren Beständen verwildert anzutreffen und hat hier eine zweite Heimat gefunden, während er im Pharao-nen- und Pyramidenlande Aegypten allmählich fast verschwunden ist. Am Anapo finden sich in seiner Ge-sellschaft: Cyperus longus und C. Preslii, Scirpus maritimus, Carex riparia, acutiformis etc., Cladium Jamaicense,Glyceria aquatlca und spicata, Damasonium stellatum, Iris pseudacorus, Triglochin bulbosum und laxiflorum,Polygonum hydropiper und serrulatum, Cerinthe aspera, Melilotus Messanensis, Nasturtium amphibium undofficinale, Ranunculus ophioglossifolius und Hydrocotyle vulgaris. Hier feierten die Syrakusier alljährlich einFest zu Ehren der Persephone (Proserpina), die von Pluto aus der Kyanequelle geraubt wurde. In der Nähestand auch das berühmte Olympieion, ein Peripteros Hexastylos, von dem heute nur zwei verstümmelte Säulenzum Andenken an den olympischen Zeus übrig geblieben sind 1 ). Adventiv sind ausser den unten genanntenArten in Mitteleuropa schon vereinzelt beobachtet worden: 1. C. congestus Vahl aus Südafrika. S. O.Europa und Westasien, verwandt mit C. glaber L., Aehrenachse ziemlich breit geflügelt. Provinz Brandenburg.(Neuruppin 1874). 2. C. vegetus Willd. aus Chile und Argentinien; in Spanien und Frankreich eingebürgert. Mehrfach um Hamburg, bei Berlin, Hafen von Mannheim. 3. C. esculentus L. bei Neustadt a. d. H.

4. C. tenuiflörus Rottb. aus Ostasien, Mauritius und Australien. Hafen von Mannheim. 5. C. strigdsusL. aus Nordamerika. Hafen von Mannheim. 6. C. umbilensis Boeck. (= C. Bolusii Boeck.) aus Süd-afrika. Bei Mannheim. 7- C. hyali'nus Vahl aus Ostindien und 8. C. glaber L. aus S. O. Europa,

5. W. Asien und Afrika. Beide im Hafen von Mannheim.

1. Narben 2.............................. 1.

1*. Narben 3.............................. 5.

2. Blütenstand deutlich endständig...................... 3.

2*. Blütenstand durch Verlängerung eines Hüllblattes scheinbar seitenständig. Tragblätter weisslich-

grün mit braunroten Flecken. Nur in Niederösterreich...........C. Pannonicusnr. 367.

3. Pflanzen einjährig, klein, 3 bis 30 cm hoch. Aehrchen gelb oder weisslich...... 4.

3*. Pflanze ausdauernd, 30 bis 80 (100) cm hoch. Aehrchen braunrot. Selten im Süden.

C. serotinus nr. 366.

4. Tragblätter eiförmig bis breit-eiförmig, spitzlich, gelblich mit grünem Kiel. Staubblätter meist 3.

C. flavescens nr. 365.

') Vgl. Lopriore G. Am Anapo, unter den Papyren. Naturwissensch. Wochenschrift 1907, nr. 52.