6 1 c h ö l l k r a u L
(Der ans iler frischen Wurzel lies Chelidonium majus
ausgepreiste unü mit gleichen Theilen Weingeist
gemischte Saft.)
Die Allen wähnten, die Gelbheit des Saftes dieserPflanze sey ein Zeichen (Signatur) ihrer Dienlichkeitin GallenkranKheiten. Die Neuern dehnten daher ih-ren Gehrauch auf Leberkrankheiten aus, und ob esgleich Fülle gab, -wo der Nutzen dieses Gewächsesbei Beschwerden in dieser Gegend des Unterleibessichtbar ward, so sind doch die Krankheiten diesesTheils, ihr Ursprung und das dabei gegenwärtigeUebclbefinden des übrigen Lebens unter sich so ver-schieden, die Fälle auch, wo es geholfen habensoll, von den Aerzten so wenig genau beschriebenWorden, dafs sich Krankheitsfälle, worin dieseArznei fortan mit Gewifsheit dienlich seyn müfste,unmöglich aus ihren Angaben im voraus bestimmenlassen — wie doch so unumgänglich bei Behandlungder so wichtigen Menschenkrankheiten geschehensollte. Eine solche Lobpreisung (ab usu in rnorbis)bleibt also nur allgemein , unbestimmt und zwei-deutig , zumal da dieses Kraut von den Aerzten so