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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1914) Die heterocyclischen Verbindungen
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Pyrrolin-earbonsäuren.

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Prozeß, nämlich durch Einwirkung von kaltem wäßrigem Ammoniak auf Dibrom-triacetonamin, ein Piperidin-Derivat:

COBrHCr / NCHBr -

(H 3 C) 2 cL^C(CH 3 ) 2

NHDibrom-triacetonamin

COPr=nC

NH

Hypothetischer Zwischenkörper

+ NH.

(H.CV

NH

Tetram ethyl-pyrrolin-carbonsäureamid

Aus dem Amid erhält man die freie Säure durch Verseifung mit kochendem wäß-rigem Alkali oder mit rauchender Salzsäure; sie scheidet sich aus heißem Wasserals glänzendes Pulver ab, schmilzt bei 300° unter Entwicklung von Kohlendioxyd,starker Verkohlung und Bildung von Tetramethyl-pyrrolin (S. 173), ist in heißemWasser bedeutend schwerer löslich als in kaltem und entfärbt sofort Kalium-permanganat in verdünnt-schwefelsaurer Lösung. Über Einwirkung von Natrium-hypobromit auf das Amid s. S. 186 bei Keto-tetramethyl-pyrrolidin.

5-Oxo-2-methyl-J' 2 -pyrrolin-earbonsäure-(3)-ester* (Methyl-pyrrolon-carbonsäureester) — Formel II, s. u. — entsteht aus dem Einwirkungsproduktvon Ammoniak auf Acet-bernsteinsäureester (I) beim Erhitzen:

I)

C 2 H 6 0-CO.CH-CH 3 • CO

-CH 2CO-OC 2 H 6

C 2 H 5 0-COC--------

CH 3 .C-NH 2

-CH 2CO-OCoH,

C,H 5 .OH

II)

C 2 H 5 0-CO-C-------- CH 2

CH 8 CNH-CO

Als Dioxo-^-pyrrolin-essigsäure kann die unsymm. Aconit -imidsäure 2

HO-CO-CH 2 -C-CO\

" pp.J/NH aufgefaßt werden.

Die vollständig hydrierten Carbonsäuren der Pyrrol-Reihe — Carboxyl-Derivate also des Pyrrolidins und seiner Homologen (vgl. S. 173 ff.) —bilden eine biochemisch außerordentlich wichtige Gruppe von Pyrrol-Abkömmlingen. Mehrere Pflanzenbasen (Stachydrin, Betonicin, Turicin)sind als einfache Abkömmlinge solcher Säuren erkannt worden; andere(Hygrin, Atropin, Cocain) werden durch Abbau in Derivate von Pyrro-lidin-carbonsäuren übergeführt. Die einfachste hierhergehörige Säure— Pyrrolidin-«-carbonsäure — und ein Hydroxyl-Derivat von ihr nehmenan dem Aufbau von Proteinen teil.

Synthetisch gelangt man zu Pyrrolidin-carbonsäuren durch Ein-wirkung von Ammoniak auf 1.4-Dibrom-Derivate gesättigter aliphatischerCarbonsäuren 3 , z.

H,C-HC~

+ NH 3 = • • " + 2HBr.

BrHC

HO CO

B.

-CH 2CIIBr

CO • OH

HO-CO NH CO-OH

1 Emery, A. 260, 137, 144 (1890). '-' Schröter, B. 38, 3184 (1905).

3 Vgl.: Willstättee, v. Sicheber, B. 32, 1290 (1899). — Willstätter, B. 33,1162 (1900). — Willstätter, Lessing, B. 35, 2065 (1902).

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